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Eine weite Reise und wie sie endete

Von tastifix Donnerstag 03.06.2021, 12:47 – geändert Donnerstag 03.06.2021, 13:31

„Es wäre schön, wenn Du zu meiner Lesung kommen würdest! Du wirst auch vom Bahnhof abgeholt!“
Klar doch! Die wollte ich mir nicht entgehen lassen. Frohgemut buchte ich sowohl Ice-Fahrt nach Hannover plus Anschlusszugfahrt zum Zielbahnhof. So gegen 14 Uhr wäre ich dann dort. Bester Laune packte ich meine Tasche.

Am Reisetag stand ich gegen 6 Uhr auf, frühstückte ganz in Ruhe, überprüfte nochmals, ob ich auch nichts Wichtiges vergessen hatte und zog los zur S-Bahn in Richtung Düsseldorf Hbf.
´Hoffentlich kommt die auch! - Nicht, dass ich gar den ICE verpasse!`
Die Sorge war unnötig. Entgegen ihrer sonstigen Gepflogenheiten trudelte diese sogar pünktlich ein und 20min später stand ich bereits wartend auf dem betreffenden Bahnsteig.

Auch der ICE richtete sich erfreulicherweise genau nach dem Fahrplan. Erleichtert setzte ich mich auf meinen Platz am Fenster und freute mich auf den Ausblick auf Städte, Dörfer und vor allem Felder, Wiesen und Wälder. Dies würde ich jetzt mehrere Stunden lang genießen und dürfte auch noch zwischenzeitlich ein Nickerchen machen, falls mich der Wunsch bewegen sollte, etwa fehlenden Schlaf nachzuholen.
Nein, ich blieb wach und löste ich ab und an zur Abwechslung Kreuzworträtsel. So verging die Zeit recht fix. Doch an mehreren Bahnhöfen kam es zu Miniverzögerungen, die sich summierten und so erreichte der ICE Hannover erst eine halbe Stunde später als angekündigt. Dort musste ich dann feststellen, dass der Anschlusszug selbstverständlich nicht gewartet hatte, sondern gerade abgefahren war.

Tja! Missmutig marschierte ich zur Information und erfuhr dort leider, dass die nächste Bahn ausfallen würde. Weil die aber nur alle Stunde fuhr, musste ich nun etwa zwei Stunden warten, bis ich eventuell dann ... Nervös rief ich den Gastgeber an und schilderte die missliche Lage.
„Hm, das wird eng. Könnte aber noch klappen!“, tröstete er so nett.
„Ich halte Dich auf dem Laufenden, wie es weitergeht!“, versicherte ich.
Ständig nervöser schielte ich immer wieder auf die Uhr und hoffte ...
´Nie fehle Dir das Hoffen!`, versuchte ich mich zu beruhigen.
Es beruhigte keinesfalls, denn der Zeiger der Uhr wanderte erbarmungslos weiter. Inzwischen klopfte mir das Herz bis zum Hals.

Dann kam nach einiger Zeit die Durchsage, dass der von mir ersehnte Zug ebenfalls Verspätung habe.
„Das wars denn wohl!!“
Ich hatte fix nachgerechnet. Das Ergebnis war erschütternd. Die Lesung hätte ich zu vergessen. Deprimiert griff ich erneut zum Telefon:
„Ich komme viel zu spät an!“
„Hm, stimmt. Schade! - Ich kann ja jetzt hier nicht weg, schicke aber jemanden, der Dich abholt!“
Immerhin dies klappte dann problemlos und ich konnte mir wenigstens noch die Diskussion über jene Lesung anhören mit den sehr positiven Kommentaren.

Aber die Enttäuschung saß tief. Ich hatte mich auf jenen Vortrag ja sehr gefreut!

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