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Eine Reise in Zeiten von Corona

Von Feierabend-Mitglied 31.01.2021, 01:14

In die Freiheit des nichts mehr Müssens

drängte mich ein gar winzig Wesen in

eine gar mächtige Unfreiheit.

Die aber eine ist, die Freisein neu definiert.



Ist ein Virus überhaupt ein Wesen?

Hm.

Intelligent.

Hungrig, gefräßig.

Beweglich auf der Lauer nach Nahrung.

Rücksichtslos im Überlebenwollen.

Schlau und anpassungsfähig veränderfähig.

Ein Ausbeuter seines Vorteils wegen.

Wenn denn Wesen, kein soziales.

Hm.

Woran erinnert mich das?



In der Gnade der Geburt in westliche Privilegien

habe ich es warm.

Der Kühlschrank ist gefüllt.

Versorgt mit Nahrung jedweder Art richte ich es mir ein.

Auf dem Sofa vor dem Fernseher.

Und werde einen Teufel tun,

darüber zu lamentieren,

wie mich ….das Fernsehprogramm langweilt.

Worüber sollte ich denn sonst lamentieren?



Darf ich mich doch entdecken in dieser Zwangslage.

Mehr denn je kommt es raus.

Wer ich auch und vielleicht sogar eigentlich bin.

Eine Mitgezerrte in ach so viele Trends.

Man kreuzschippert.

Taucht ein in die blautürkisen Fluten der Karibik.

Trinkt einen Cappucio in Rom

und bringt von dort einen schicken Fummel mit.

Der die globetrottende Weite beweist.

Also, Dubai war beeindruckend.

Thailand wunderschön, vor allem die Mädchen.

Die Not in Kenia – oh, die kann man nur mit einem Glas

Champagner ertragen.

Dubrovnik ist auch nicht mehr das, was es mal war.

Zu viele Touristen.

Jaja, das ist in Venedig auch so.

Und die Amalfiküste – oh je.



Wollte ich wirklich all das auch?

Corona zwingt mich, das zu bejahen.

Neidvoll blickte ich aus dem jämmerlichen

Frankenland auf die, die aus überall zurückkehrten.

Meinte, da auch hin zu müssen.

Jetzt, wo da keiner mehr hin darf,

merke ich es.

Da wollte ich gar nie nicht hin.

Darf jetzt neidlos dort bleiben, wo alle

sein müssen.

Deshalb bin ich heiter, befreit von der

eigenen Dummheit genieße ich mein Eigen- tliches.

Ich bin keine Wanderin nach außen.

Ich schlendre neugierig im Innen.

In dem der Menschen.

Ein Gebilde, das dem Universum gleicht.

Kein Mensch hat es je wirklich endgültig begriffen.

Nur ahnend ein Muster erkannt.

Eine Karte versucht zu zeichnen von den verwirrend ähnlichen

Gedankenwegen der Spezies Mensch.

Ob Hegel oder Schweinsteiger.

Ihre Notdurft erledigen sie gleich.

Und ihre im Sündenfall begründete Not

bewältigt der eine mit seinem Verstand,

der andere mit seinem Haxn.

Begnadet wohl beide.



Ja und ich.

Ich gönne mir eine weite, weite Reise.

Täglich.

In die Welt schon Gedachtem.

Und in die Welt meiner Gedanken.

In die Welt der Gedanken meiner Mitreisenden.

Denn es ist eine Reise in Begleitung ebenso Neugieriger.

Eine, die mich jeden Tag mir näher bringt.

Und nicht nur mir….

Echt….. schon, irgendwie.

Und darum geht es mir irgendwie und überhaupt gut.

So im nicht mehr Müssen Dürfen.

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