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Das Leben ist nicht immer einfach,

Von Feierabend-Mitglied 12.11.2023, 05:34 – geändert Montag 13.11.2023, 00:30

aber meistens gerecht .

Die schwarze Aaskrähe Hermine saß auf einem Ast und schaute sich stolz um. Mit ihrem in der Sonne blau glänzenden Gefieder fiel sie jedem Waldbesucher auf. Besonders stolz war sie auf ihren spitzen Schnabel.
Fast mitleidend beobachtete sie das kleine Eichhörnchen Puschel, das pausenlos mit der Futterbeschaffung beschäftigt war.

„Hey, du da, albernes Männchenmacher, macht doch endlich Pause. Du bringst zu viel Unruhe. Es reicht für die ganze Sippe, was du schon heute an Vorrat gesammelt hast“ - krähte sie von dem oberen Ast der alten Eiche.

„Ja, meine liebe Hermine, ich weiß, für mich ist es schon mehr als genug. Aber in der Nachbarschaft gibt es viele, die schon alt sind und alleine ohne Hilfe können den Winter nicht überleben“ - klärte das Eichhörnchen den überheblichen Vogel auf.

„He, du kleiner Kletteraffe, seit wann bin ich deine Liebe? Wage nicht mich noch einmal ‚deine Liebe‘ zu nennen, sonst kannst du was erleben“ - krähte sie herablassend in einem Atemzug.

Das kleine koboldhafte Eichhörner schaute sich verängstigt um. Nein, es wollte bestimmt die Krähe nicht verärgern. Es ist nicht einfach mit so vielen verschiedenen Waldbewohnern im Frieden zu leben. Manche jagen nachts, wenn die anderen gerade schlafen, oder umgekehrt. Ständig ist was zu klären und schlichten. Es seufzte leise und widmete sich weiter seiner Arbeit.
Das wiederum nervte die Krähe.

„So eine arrogante Laus, hat nicht nötig mich zu unterhalten“, dachte sich die Krähe und legte jetzt erst los.

„Oh Puschel, du dummes Eichhörnchen, so blöd kann man nicht sein. Die Zeiten haben sich geändert. Du willst eine Tafel eröffnen mit verschiedenen Nusssorten und Samen für die bedürftigen Eichhörnchen, die im Winter hungern, weil sie im Herbst zu faul waren die Vorräte einzulegen?
Das ich nicht lache? Ohne Vitamin B gehts es im Leben gar nicht. Es ist kaum zu schaffen alleine sowas auf die Beine zu stellen.
Du brauchst Sponsoren. Ohne Geld und ohne Werbung, vergiss es.

„Ach, liebe Hermine, wer kann mir schon hier helfen? Ich kann doch nicht von Baum zu Baum laufen und um die Hilfe betteln, die ich für die anderen benötige. Das ist nur Zeitverschwendung “.

„Ich wußte es, Puschel, mach doch die Augen auf. Deine Bescheidenheit und dein Stolz kannst du in die Tonne schmeißen. Wenn du was erreichen willst, dann muss du nachdenken, organisieren. Eigenlob stinkt schon lange nicht mehr. Im Gegenteil, bringt nur Vorteile. Und stolz? Was ist das überhaupt? Meine kluge Lebensweisheit verrate ich dir -
‚für die ein paar Jährchen,
die wir hier verbringen,
kann man auch Stolz
ü-ber-win-den“.

„Ach Hermine, vielleicht hast du recht. Aber ich möchte jeden Morgen mich im Spiegel sehen können, ohne dass ich da irgendwelche schwarze Flecken entdecke“- versöhnlich antwortete Puschel.

„Den Spiegel würde ich auf deiner Stelle irgendeiner Nachbarin schenken, die noch hässlicher ist als du. So brauchst du dich nicht mit dem Spiegel zu befassen. Und noch was, deine rosaroten Brillen kannst sofort unter den Baum legen. Vielleicht kommt jemand vorbei und nimmt sie mit. Dann hat der Nächste ein Problem und nicht du“, schrie die Krähe und flog verärgert runter.

Sie setzte sich auf den am Boden liegenden Laub und schaute gereizt nach oben zu dem Eichhörnchen.
Dabei hat sie nicht gemerkt, wie eine hungrige Natter sich aus dem Laub hinter dem Baum in ihrer Richtung schlängelte.
Nein, das hat die Krähe leider nicht gemerkt

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