Das Bärlauchsyndrom
Von
Fiddigeigei
Dienstag 18.05.2021, 08:25
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Fiddigeigei
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Bärlauchsyndrom
Bild eines der letzten ,im Auwald des Oberrheins lebenden Lauchbären. Von mir heimlich fotografiert.
Er starb übrigens am Genuss vom Maiglöckchen, da er seines Alters wegen nicht mehr gut riechen, bzw. sehen konnte
Wie vor kurzem eine FA Kollegin aus der Grenzregion Frankreich- Saarland einen Ausführlichen Bericht über die Anwendung von Bärlauch schrieb und aus kiloweise gesammelten Bärlauch ein Kellerregal füllendes Bärlauchpestorezept vorstellte, erwachte in mir der Trieb eines kleine Naturforschers.
Und so begann ich die Geschichte des riechenden grünen Krautes wissenschaftlich zu erforschen.
Kurz nach dem Urknall , als unsere Welt vor etwa 4-5 Milliarden geboren wurde. Wuchs aus einer Zelle ein grünes Blättlein, welches einen leicht schwefligen Geruch absonderte.
Wiederum entstand durch mehrmalige Zellteilung , der Evolution folgend , die Bärlaus . Man merkt jetzt schon, dass sich eine Verbindung zwischen Bärlaus und Bärlauch bemerkbar macht.
Mit der Zeit blähte sich die Bärlaus immer mehr auf und zwar durch den dauernden Verzehr der leicht riechenden Blätter. So geschah es, etwa vor 2 Millionen Jahren , dass aus der Laus ein Bär wurde.
Dieser Bär, lateinisch Ursus Stinkolum genannt, zeigt keine Genverbindungen zu Blaubären, Himbären, Brombären, Brummbären oder dem Russischen Bär, der sich zu einem Schmetterling entwickelt hat.
Schon die Neandertaler liebten den gut gewürzten Lauchbärschinken und rotteten diese Bärensorte deshalb fast aus.
Die grünen Blattpflanzen überwucherten daraufhin, sie hatten ja jetzt keine Fressfeinde mehr, ganz Germanien und man konnte sich nicht mehr anders zu helfen, dem Gestank, der über Deutschland waberte ein Ende zu bereiten, indem man den Grünling in einer Vielzahl von Rezepten verarbeitete und so verzehrte.
Zu Ehren der fast ausgemerzten Lausbärenpopulation aber nannte man die grüne Blattpflanze mit dem leichte Schwefelaroma „Bärlauch lat. Stonco Planta Verde“ .
Eingewanderte Italiener kreieren Bärlaucheis, Bäcker verbacken Bärlauchbrot, Metzger bieten Bärlauchwurst an. Bärlauchpesto habe ich schon erwähnt und die Kosmetikbranche hat längst das grüne Kräutle in ihren Cremes verarbeitet.
Meiner Linksaussenruhenden, habe ich aber das Auftragen von einer, angeblich Haut strafenden Nachtcreme auf Bärlauchbasis untersagt, mit der Drohung die ehelichen Gemächer auf immer zu verlassen.
Carlos- riechbarer Bärlauchspezialis
Warnhinweis für Bärlauchsammler:
Der Bärlauch ist leicht mit den Blättern, der zur selben Zeit wachsenden Maiglöckchen, zu verwechseln.
Diese Verwechslung führt beim Genuss der Selbigen zum Tode oder mindest zu einem unreparierbaren Leberschaden.
Erkennen kann man Maiglöckchenblätterverzehrer an einer unnatürlich grünen Gesichtsfarbe und einem auffällig stark nach Maiglöckenparfüm riechenden Duft, wie er oft auf dem Klo Verwendung findet.
2014 wurde das Maiglöckchen zur Giftpflanze des Jahres gekürt.