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Albertos Himmelfahrt

Von Fiddigeigei Montag 12.04.2021, 11:29

Albertos Himmelfahrt


Alberto war sein ganzes leben lang ein eher gemütlicher Mensch. Grosse Ansprüche stellt er nicht an sein Leben. Immer ein paar Euros in der Tasche ab und zu ein gemütliches Bier mit seinen Kumpels schlürfen, das wars dann eigentlich schon.
Seine Kleidung strahlte eine gleichmäßige Lässigkeit aus. Unter der Woche trug Alberto verwaschene, ausgebeulte Bluejeans und ein rotkariertes Holzfällerhemd, darunter ein T-Shirt und eine bequeme Boxershort sowie Wollsocken. Am Sonntag änderte sich sein Outfit eigentlich nicht, nur er stutze seinen Struwwelbart ums Kinn und sein Holzfällerhemd war grünkarriert.
Aber selbst bei dieser asketischen Lebensführung kommt der Tag, an dem man an das Abschiednehmen denkt und bei Alberto ist dieser Tag nun eingetroffen.
Alberto freute sich ehrlich auf die Abwechslung, denn langsam wurde ihm doch die ganze Sache mit dem Leben etwas sehr langweilig.
Einfach wie er war legte sich hin dort wo er gerade noch vorher gestanden hatte, blinzelte zum letzten Mal zufrieden ins Abendlicht und schloss seine Augen, zumindest hier auf Erden für immer und wartete auf das was nun kommen wird.
Mangels anderer Klamotten zog man ihm sein Feiertagshemd, es war das einzige blaukarierte unter den rot-und grünkarierten....und es roch frisch gewaschen und schickten ihn so los hinauf, dorthin wohin wir alle einmal gehen müssen.
Er zischte wie eine Rakete aber mit Lichtgeschwindigkeit (das ist ganz schön schön schnell c = 299 792 458 m / s )auf und davon, dabei wurde es ihm ganz schwindelig im Kopf aber seine Augen öffneten sich plötzlich wieder und er sah das erste mal den Eiffelturm und dann verfing sich seine blaukariertes Hemd beinahe am Empire State Building in New York.
Er konnte das letzte Hemd gerade noch festhalten aber ein kleiner Zipfel blieb zur Erinnerung an der Spitze hängen.
Dann flitzte er an der ISS Raumstation vorbei um gleich darauf den guten alten Mond zu umrunden.
Hätte er jetzt ein Funkgerät dabei gehabt hätte er der NASA und der ESA runter melden können:
„Hint und vorn weder Mann noch Kalb zu sehen“.
Wie er über die Milchautobahn raste , warf ihm eine nettes Sternchen einen Milkywayriegel als Wegzehrung zu.
Plötzlich bremste seine Fahrt, weil jemand das Licht abgeschaltet hatte und eine tiefe Stimme meldete:
„Hier ist die Endstation für Reisende zum Himmel. Bitte alles aussteigen.“
Alberto freute sich auf ein Bad und vielleicht gab es sogar ein Waschsalon, wo er sein blaukariertes Hemd hätte waschen können aber da kam eine etwas sehr komische Lachnummer von Mann auf ihn zu und forderte ihn auf sich total umzuziehen bevor er den Himmel betreten dürfte.
Er sei der Karl aus Paris und bereits einige Tage vor ihm hier in diesem Trödelladen angekommen und die Chefs , die 3 Einigkeit hätten ihn bestimmt, als er sich vorstellte,- Ordnung in den müden Laden zu bringen.
Das Einheitsweiß der Engel habe er bereits abgeschafft und alle in die neueste Mode von Chanel gekleidet. Lieferung der Klamotten erfolge direkt aus Paris.
Karl Lagerwiese, so hiess der wandelnde Kleiderständer, meinte geringschätzig als er Alberto betrachtete:
„Und solche karierten Typen wie Sie kommen hier gar nicht rein, also umziehen oder ab ins unendliche Universum“.
Dazu schubste er Alberto in eine Kleiderkammer, die ihn an die Bundeswehr erinnerte.
Es gab nur eine Einheitstracht für Männer zu vergeben:
„Weisse seidene Unterwäsche, Schwarze Sakkos mit langem Kragen, Hosen entweder grau oder schwarz, Weisses steifes Hemd mit einem Kragen bis unters Kinn reichend (sehr unbequem)und schwarze oder graue Krawatten. Schwarze Lackschuhe nach vorne spitz zulaufend. Socken schwarz.
Dazu Fingerhandschuhe sommers wie winters und im Bett zu tragen, sowie eine absolut blickdichte Sonnenbrillen, die man niemals und wenn ich sage niemals< sagte der Karl> ablegen durfte.“
Als mir dann der Karl noch befahl zum Truppenfrieseur zu gehen, damit der mir einen Perücke, an der ein Pferdeschwanz traurig bammelte verpassen sollte, drehte ich auf dem Absatz um und ging in meinem blaukarierten ungewaschenen Hemd bekleidet zurück zum Weltraumbahnhof um dort eine Rakete zu buchen, die mich mit doppelter Lichtgeschwindigkeit in das unendliche Universum katapultierte.

Carlos

Schweißgebadet wachte ich auf und nahm mir vor gleich bei Bedarf ohne Umweg über den Himmel direkt ins unendliche Universum zu starten.


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