Solch ein Tag, der dürfte wahrlich nie vergehen!
Von
tastifix
Donnerstag 16.09.2021, 11:43 – geändert Samstag 18.09.2021, 09:44
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tastifix
Donnerstag 16.09.2021, 11:43 – geändert Samstag 18.09.2021, 09:44
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Eigentlich war ich ausgesprochen guter Laune und überlegte bereits beim Aufstehen, wie ich ihn nutzen wollte.
´Aber erst mal frühstücken!`
Munter trällernd hüpfte ich die Treppe herunter gen Küche. Genauso fröhlich öffnete ich dann die Kühlschrank-Gefrierfach-Kombination. Schlagartig war die gute Laune dahin, ich erstarrte. Die Arktis hatte ich bislang ganz woanders vermutet. Deren Eisberge jedoch umklammerten die vier Gefrierfächer von allen Seiten. Nichts rührte sich. Ein prüfender Blick auf die Temperaturanzeige:
´Oben 20 Grad, unten 7 Grad. Auweia!!`
Ich stellte das Gerät aus, schnappte mir einen Becher mit heißem Wasser und quälte damit erfolgreich die Eisberge, die in genau der Schnelligkeit zusammenschrumpften wie ich mehr und mehr pitschnass wurde. Ich bekämpfte mit dem Aufnehmer in der Hand, auf den Knien auf den inzwischen sehr glitschigen Fliesen herum rutschend, verzweifelt den See unter mir. Kaum dachte ich, ich hätte es bewältigt, machte es ´Klack!` Klack war mir äußerst suspekt. Es bedeutete, dass erneut ein weiterer Eisbrocken auf dem Boden gelandet war.
´Mist! Tja, wenn ich doch gestern diese flache Plastikschale gekauft hätte! Die hätte ich jetzt drunter stellen können und die Sauerei wäre nur halb so schlimm!`
Weiter meckernd - tat ja so gut - krabbelte ich noch ungefähr eineinhalb Stunden lang in den Pfützen herum, die Jeans hätte ich auswringen können. Danach aber zeigte sich Licht am Ende des Tunnels. Die Laden ließen sich nämlich wieder öffnen. Die Lebensmittel waren fix im zweiten Kühl-/Gefrierschrank im Keller verstaut, der obere Kühlschrank bald wieder trocken. Ich stellte die richtige Temperatur ein und wartete. Klar dauert es wie üblich länger, bis die sich einpendelt, aber, als es nach zwei Stunden immer noch nicht soweit war, bat ich meine Nachbarin, es auch nochmal zu kontrollieren.
„Gaby, das wird wohl noch dauern!“, meinte sie und verschwand nachhause, denn sie steckte in Reisevorbereitungen und am Tag darauf wollte sie starten.
Wieder übte ich mich in sehr viel Geduld. Dann platzte ich:
„Nee, da stimmt etwas nicht!!“
Erneut eilte ich zur Nachbarin.
„Ich komm gleich rüber!“
Na, dann würden wir gemeinsam nachforschen, was eigentlich los war. Wieder zurück, öffnete ich mal wieder probeweise den Kühlschrank:
„Nee, niiich??!!“
Dort stand deutlich zu lesen:
„+5/-18 Grad!! ´
Prompt machte mir mein Gewissen zu schaffen:
´O je! Wie sag ich es ihr gleich bloß, dass … ?`
Im selben Moment schellte es, ich mit hängend Schultern zur Tür:
„Du, genau in diesen zwei Minuten hats sich eingestellt!“
Sie guckte ein bisschen verwirrt.
Ich bedankte mich für ihre Unterstützung, wünschte ihr eine schöne Reise und wollte mich, auf dem Podest vor
der Tür stehend, von ihr verabschieden. Dummerweise streifte ihr Blick den neben dem Eingang wachsenden dichten Busch.
„Nee! Hast Du das gesehen? Da wächst doch mitten drin ein Haselnussstrauch. Entfern` den besser. Der wird ein richtig großer Baum!!“
´Hansimickis Werk!`
Hansimicki ist unser gemeinsamer kleiner Freund, ein Eichhörnchen, das seit Jahren abwechselnd mal bei ihr, dann wieder bei mir residiert.
Aber dann entdeckte ich mehrere Minipflanzen, vom Wuchs her Maranten oder auch Begonien nicht unähnlich, die es sich unterm Busch gemütlich gemacht hatten.
„Aber, wo kommen die denn bloß her???“
Wir waren uns sicher: Es war eindeutig kein Wildkraut. Sondern auch etwas, was vielleicht gern sehr hoch werden wollte.
Also, so nahm ich mir vor, würde ich nachher draußen herum robben und dann verdreckt und von den Zweigen zerkratzt von oben bis unten erstens den Strauch und zweitens jene Ichweißnochnichtwieduheißt-Pflanze raus rupfen.
Doch es reichte ja noch nicht für diesen Tag: Da ist ja noch der Garten, mit zwei Terrassen und viel Rasen. Ersterer hatte den Nachbarskatzen außerordentlich gut gefallen, denn es war alles fein gepflegt. Und das mögen die niedlichen Schnurrbartmonster. Darum hatten sie sich den Rasen als Klo ausgewählt und ich, als ich die Bescherung entdeckte, sofort nach Rat und Hinweisen herum gefragt, wie ich jene Gäste vielleicht wieder davon abhalten könnte. Ein Ultraschallgerät störte sie überhaupt nicht. Ich hatte gelesen, Knoblauch würden sie nicht gut leiden können und eine ganze Dose davon auf der Wiese verstreut. Es hatte ziemlich aufdringlich gerochen. Dann nicht nur der Garten, sondern auch ich.
´Die Nachbarn werden sich freuen!`
Nur hatte es nicht geholfen.
Daraufhin löcherte ich dann heute das Internet: Lavendel, Pfefferminz usw. und sogar eine Verpiss-dich-Pflanze wurden empfohlen. Leider folgte aber jedes Mal auf den Rat hin direkt der Hinweis, dass dies nicht alle Samtpfoten beleidigen würde. Endlich, gegen Abend, entschloss ich mich, inzwischen total groggy, es mit drei oder vier Lavendelpflanzen zu versuchen und sie längs des Zaunes einzupflanzen.
´Im Gebüsch herum zu krabbeln bin ich ja jetzt geübt!!`
Doch bewahrte mich davor letztendlich eine bessere Idee:
„Ich setze die einfach in Kübel!“
Und atmete auf:
„Keine Kratzer, keine verdreckte Hose … Und viel bequemer!!“
Für den Tag reichte es mir.