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Rumpumpel und ich

Von tastifix Donnerstag 19.08.2021, 06:43 – geändert Donnerstag 19.08.2021, 12:52

Bereits seit einiger Zeit wirbt Rumpumpel hartnäckig um meine Aufmerksamkeit. Des Nachts oder auch ab und an am Tage rumpumpelt er unüberhörbar herum. Manchmal ein wenig leiser, oft aber ziemlich laut. Anscheinend nimmt er an, dass ich mich total darüber freue. Abends, wenn ich im Bett liege, unterhält er mich vorzugsweise dann, wenn ich gerade ins Traumland wechseln möchte. Er bringt mir jedoch kein Gutenacht-Ständchen, sondern eher eine Nichteinschlafpauke, was ich wahrlich lobend anerkenne.

So auch vor drei Tagen:
Wieder einmal aufgeschreckt aus dem Fast-Traum, sah ich zur Decke und lauschte. Über jener befindet sich ein Teil des großen Dachbodens. Dass der so groß ist, gefiel Rumpumpel wohl ausgesprochen gut, denn zwischen all den Kisten und sonstigen dort abgestellten Dingen ließ sich toll Krach machen. Und den machte er dann auch. Eine der wichtigsten Knigge-Regeln aber missachtete er nach wie vor. Nämlich, sich mir, seiner Gastgeberin, endlich vorzustellen. Nein, da ließ er mich weiterhin im Unklaren und ich grübelte. Weil Rumpumpel mir incognito wochenlang überaus treu war, weihte ich denn doch meine Nachbarin ein:
„Du, es rumpelt nachts und auch manchmal am Tag und es hört sich an, als ob ´nen Elefant dort ´rum tanzen würde!“
Sie lacht amüsiert:
„Na klar, der klettert garantiert die Büsche hoch!“
Hm, stimmt! Also kein Elefant. Aber auch kein Wildschwein! Obwohl es hier in der Gegend tatsächlich welche gibt. Aber von denen hatte ich ebenfalls noch nie eines klettern sehen.

Weil es aber nicht aufhörte zu rumpeln und pumpeln, rieten wir nun gemeinsam:
„Mäuse, Ratten … ??“
Nein, dermaßen laut sind die nicht. Rumpelpumpel musste größer sein. Weil er keine Ruhe gab, entschlossen wir uns, auf dem Dachboden nachzuforschen. Bis auf Berge von Kisten, zwei alte Kinderbettmatratzen und einen Flickenteppich entdeckten wir nichts. Nicht mal die von mir wahrlich so sehr geliebten Spinnen. Es wurde immer rätselhafter und deshalb zog ich gar, obwohl ich nicht an Geister glaube, in Betracht, im Notfall einen Geisterjäger zu engagieren. Zum Glück kam meine Nachbarin noch rechtzeitig auf die einzig richtige Idee:
„Du, ich hab eine Wildtierkamera. Die installieren wir. Sie filmt die ganze Nacht über und dann sehen wir bestimmt bald, was los ist!“

Gesagt, getan! Am vorgestrigen Morgen fragte ich gespannt nach, ob irgendetwas zu sehen war.
„Nichts!“
Zu blöd!!
„Vielleicht war sie ja versehentlich auf Foto und nicht auf Film eingestellt!“ , argwöhnte sie.
Also blieb uns die Spannung noch erhalten und die Kamera weiterhin am Regenrohr festgezurrt. Gestern am späten Nachmittag aber rief sie mich an, ich solle rüber kommen. Es gäbe ein Foto. Tja, und dann starrte ich auf den Monitor: Dort kroch ganz klar zu erkennen ein Tier durchs Gebüsch. Es war weder eine Maus noch gar eine Ratte, auch keine Katze, sondern eindeutig - ein Iltis!

Ich bin erleichtert, meinen Gast jetzt wenigstens zu kennen und werde nach Möglichkeiten fahnden, Rumpumpel von dort oben zu vertreiben. Vielleicht ebenfalls mit einer Melodie, aber dann mit einer, die er nicht ausstehen kann.

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