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Mutter-Kind-Geheimkodex

Von ehemaliges Mitglied Freitag 15.10.2021, 16:03

'Hören auf den Mutterinstinkt'

Es gibt auf der Welt unzählige Sprachen.
Die meisten sind über Wort, Schrift oder Bild zu erlernen. Alles wird zu Papier gebracht und übersetzt, damit es unter den Menschen kaum noch Geheimnisse gibt.
Nur eine Sprache hat sich durchgesetzt, unantastbar für Mitmenschen zu sein, wenn man dies möchte.
Die Sprache zwischen Müttern und ihren kleinen Kindern.

Nahezu immer erlebt man in der Familie, bei Freunden oder an Orten wie Lebensmittelgeschäften, dass ein Kind einen Laut von sich gibt und die Mutter antwortet auf magische Weise für das Kind zufriedenstellend beziehungsweise verständlich.

Beispielsweise in einem Lebensmittelgeschäft.
Ein kleines Kind, welches der Sprache noch nicht mächtig ist, ruft zu seiner Mama: “Mama Giammi.“ Die Mutter antwortet: “Nein Schatz, wir haben zuhause noch genug davon.“ Dass es sich bei “Giammi“ um das selbst kreierte Wort des Kindes um Süßigkeiten handelt, weiss in dem Moment mit hoher Wahrscheinlichkeit nur die Mutter des Kleinen.

Natürlich sind in vielen Wortkreationen auch die Väter eingeweiht.
Aber in Grenzsituationen, wenn selbst der Vater die Sprache des Nachwuchses nicht mehr versteht, kann mit Sicherheit die Mutter weiter helfen.

Auch, wenn es um einfache Laute geht, weiss die Mutter meist genau, was die zarte Brut von ihr möchte.
Doch woran liegt dieses Phänomen?
Mütter tragen ihr Kind Monate in ihrem Bauch. Spüren, wie es sich wann und wie bewegt, lernen, was es an Essen im Mutterleib schon bevorzugt.
Ist das Kind dann auf der Welt, braucht sich eine Mutter nur auf ihren Instinkt zu verlassen und sie spürt beispielsweise, ob ihrem Kind etwas fehlt, noch bevor dies offensichtlich wird.

Selbstverständlich ist dies auch bei den Vätern gegeben. Allerdings fehlt ihnen die intensive Zeit der Schwangerschaft und meist vergeht ein langer Arbeitstag, nachdem sie ihren Nachwuchs wieder sehen.

In all dieser Zeit sind Mutter und Kind aneinander gebunden und lernen, sich mit dem Gefühl schon verständlich zu machen. So kann ein Säugling bereits der Mutter vermitteln, wie es sich fühlt oder welche Bedürfnisse es hat.

Die Art und Weise des Schreiens teilt der Mutter schon den genauen Grad des Anliegens mit. Oft erlebt man, wie Mütter mit den lieben kleinen Schreihälsen im Kinderwagen spazieren gehen. Entzückte Passanten oder Nachbarn bleiben bei dem Kinderwagen stehen und spähen hinein.
Das Kind schreit. “Ooh, hast du wohl Hunger? Oder die Windeln voll?“, sind dann meist die Kommentare zum Kind.
Die Mutter hingegen weiss, dass es sich weder um das eine, noch um das andere handelt, sondern vielleicht nur ein Sonnenstrahl es stört.

Gleiches gilt bei dem zu Bett gehen, wenn die Kleinen schreien. Die einen sagen, lass es schreien, sonst schreit es immer wieder.
Eine Mutter erkennt aber, ob es schreien aus Trotz, Angst oder sonstigem ist.

Keine Frau, die noch keine Kinder hat, braucht jemals Angst zu haben, all diese Mitteilungen ihres Kindes nicht verstehen zu können. Man muss einfach auf seinen Mutterinstinkt hören und nicht auf das, was andere Menschen als Ratschlag geben.

Denn die Sprache zwischen dem eigenen Kind, welches eine Mutter Monate in ihrem Bauch behütet hat, kann man nicht erlernen, da es ein Phänomen des Lebens und der Liebe ist.

Es ist der einzige Rückzugspunkt und das einzige Geheimnis des Lebens und des Seins, welches noch nicht detailgetreu zerpflügt werden konnte, da Kinder zu Beginn ihres Lebens absolut individuell sind und sich weder nach Normen noch nach Regeln richten lassen.
Bea

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