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Verflixt, weshalb denn nicht!??

Von tastifix Samstag 17.07.2021, 12:05 – geändert Samstag 17.07.2021, 13:26

Sehr begehrtes und verehrtes Etwas!

Es lässt sich nicht mehr umgehen. Ich erleichtere mir jetzt das Herz, selbst auf die Gefahr hin, dass die noch letzten Reste der Zuneigung zwischen uns sich endgültig verflüchtigen. Kannst Du Dich noch an den Tag erinnern, den Tag voller Freude und Sonnenschein, als Du in mein Heim einzogst? Du fühltest Dich wohl wie im sechsten Himmel. Endlich warst Du diesem doofen Gewimmel im Geschäft entkommen und Dir wurde vielfache zweibeinige Zuwendung, ja sogar zeitweise Bewunderung, zuteil. Stolz nahmst Du Deine Arbeit auf, murrtest nicht wegen des extremen Arbeitsanfalls, sondern ackertest pflichtbewusst vor Dich hin. Meist durfte ich dann ein zufriedenstellendes Ergebnis registrieren. Du lerntest mich relativ schnell sehr genau kennen und schieltest mich manchmal denn doch ein bisschen verzweifelt an:
„Reicht doch jetzt, oder??"
Nein, es reichte mir nicht und Du gehorchtest.

Doch seit kurzem träume ich nur noch von jener wunderbaren Übereinstimmung und mache mir schreckliche Sorgen:
„Hoffentlich wird er nicht krank?? - Eigentlich nicht anzunehmen!"
Ich wusste keine Erklärung für unsere Unstimmigkeiten. Du verweigertest einfach nach spätestens einer halben Seite den Dienst, leistetest immer weniger und ich war unzufrieden. Stöhnend kontrollierte ich alles. Ich überprüfte, ob Du auch genügend Futter hattest, ja, hattest Du. Weil zunehmend nervöser, wurde ich zu Dir bestimmt ziemlich ungerecht. Dann artete es schließlich in den hilflosen Schrei aus:
„Verflixt noch mal!!“
Du konntest gar nichts dafür und littest entsetzlich unter meinen Wutausbrüchen. Nur die Tatsache, dass es das Gegenteil von dem bewirkt hätten, was ich immer noch zu erreichen hoffte, hielt mich davon ab, Dich einfach wieder aus meinem Heim zu entfernen.

Dagegen dann zwang mich zur Ruhe und überlegte:
„Nachlesen, das bringt`s!"
Also suchte ich bereits ein wenig hoffnungsfroher weiter.
„Hier werd` ich es finden!", hielt ich meine Ungeduld im Zaum.
Ich hätte mich Wochen und Monate in Geduld üben können ... Es tat sich nämlich nichts weiter bis auf die Angabe Deines Namens, den ich längst im Hinterstübchen gespeichert hatte sowie den netten Hinweis, Du wollest doch arbeiten. Den Eindruck aber hatte ich wirklich nicht.
„Ach nee!!“, ärgerte ich mich aufs Neue.
Dann hieß es noch:
„Er macht Rast!“
Zweifelnd starrte ich Dich an.
„Kann ja gar nicht sein! Gerade hieß es noch, Du wollest ja fleißig sein!! - So ein Quatsch!!“
Du reagiertest diplomatisch und schwiegst. Die ganze erzwungene Gelassenheit war zum Teufel und ich schrie mir den Frust von der Seele:
„Ich bin`s leid wie dicke Tinte! Ausgerechnet jetzt!“
Auch dazu äußertest Du Dich nicht.

Mein schrilles Quieken war inzwischen bis in den Keller hinein zu hören. Prompt eilte eine aufgeregte Tochter herbei:
„Mamaa, nun reg dich nicht so auf!!"
Klar regte ich mich auf, weil ich den Mist nicht in den Griff bekam und überhaupt ...Was mir denn doch wieder ein wenig Mut machte, war, das mein Nachwuchs gleichfalls nicht hinter des Rätsels Lösung stieg.
„Möönsch, das gibts doch gar nicht!", hielt ich mich dran.
Die Antwort war ein hilfloses Schulterzucken, das überdeutliche Zeichen für Null-Ahnung und/oder Null-Bock. Mein geliebtes Kind verzog sich zurück in sein Zimmer und schloss unüberhörbar entschieden die Tür. Das bedeutete:
„Sicherheitshalber keine Sprechstunde mehr!"
Wahrscheinlich knabberte es an ihm, dass er tatsächlich an seine Grübelgrenzen gestoßen war.

Wieder allein, raufte ich mir die Haare. Plötzlich aber erbarmten sich meine Gehirnwindungen, arbeiteten mindestens dreimal so fix als zuvor wie auch richtig und gaben mir die nachfolgende Idee ein. Allerdings ließen sie mich erst nochmals fast ins Tal der Tränen absinken:
„Wie kannst Du nur so doof sein!??"
Es war entsetzlich für mich, dies just in jenem Moment erkennen zu sollen. Danach jedoch kam der alles entscheidende Trost, der die große Wende bringen sollte.
„Was ... ist ... mit ... der ... Bedienungsanleitung??!!"
„Ooh!", schüttelte ich den Frust ab, wühlte mich durch den Papierwust in meiner Kommode und fand auch wirklich jenes schlaue Heft, das mir nun wie ein Engel vorkam.

Ich brauchte genau fünf Minuten, um die betreffende Rubrik zu finden und nochmals zwei Minuten, um sie aufzurufen. Erleichtert durchstöberte ich das Kästchen ´Wartung`, reinigte die Düsen sicherheitshalber gleich dreimal nacheinander und druckte ebenso viele Testblätter aus. Die beiden ersten Ausdrucke erwiesen sich noch als sehr schwach. Auf dem dritten allerdings zeigte sich eine leichte Verbesserung des Schriftbildes. Nur, richtig zufrieden stellte mich dessen Qualität immer noch nicht.
Abends schilderte ich dem Papa meiner Kinder den Fall. Der legte kurz seine Denkerstirn in Falten und lieferte mir prompt die Lösung des Problems:
"Ich hatte auch schon mal diesen Ärger mit meinem Drucker. Da brauchst Du nur die alten Patronen gegen neue auszuwechseln!"

Sag an, hättest Du mich darauf nicht selber hinweisen können??

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