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HA-Oh (1)

Von tastifix Samstag 18.11.2023, 18:12 – geändert 14.01.2024, 19:46

Es gab eine Zeit unvorstellbarer Lautlosigkeit. Kein Blätterrauschen, kein Wasserplätschern, kein Vogelgezwitscher oder andere, von umher ziehenden Tieren verursachte Geräusche. Erst recht nicht der Lärm unserer heutigen Menschenwelt. Denn es war Jahrmilliarden vor der Zeit jeglichen Lebens!
Und doch gab es etwas in diesem scheinbaren Vakuum. Er bot keine sinnlose Leere, dieser Raum! Unzählige winzige Gasatome wirbelten eingehüllt in Nebenschleiern durch die geheimnisvolle Dunkelheit. Jedes Teilchen für sich,und doch eingebunden in eine Art Gemeinschaft, von der diese Winzlinge nichts wussten. Ahnungen und Wissen sind Lebewesen vorbehalten. Und Leben gab es ja noch nicht! Diese mikroskopisch kleinen Teilchen folgten in ihrer Bewegung nur einem im Raume stehendem Gesetz. Sie waren nur Teile eines allumfassenden Systems. Jenes Urgesetz dirigierte das ganze Universum. Gasatome verschiedener Beschaffenheit wirbelten durch das Universum. Unverändert herrschte Stille!
Doch danach war die Zeit für eine Veränderung gekommen. Ein erster zaghafter Ansatz. Die umher treibenden Teilchen fügten sich zusammen. Erst nur in Krümeln, dann in Klümpchen und auch Klumpen mit heißem flüssigem Kern. Sie wurden zu Kugeln unterschiedlichster Größe. Es entstanden Aberbillionen von Sternen. Im Universum herrschte eine strenge Ordnung, der alle Himmelskörper untergeordnet waren. In vergleichbarer Weise, wie auch schon die Gaspartikelchen vergangener Jahrmilliarden einer Gesetzmäßigkeit „ gehorcht“ hatten. Sonnen, die je nach Größe schwächere oder auch gleißend helle Strahlen weit in den Weltraum schickten, zwangen mit ihrer enormen Anziehungskraft einige kleinere Sterne in ihrer Nachbarschaft, auf festgelegten Ellipsen ähnlichen Bahnen um sie zu kreisen. So fanden Milliarden Himmelskörper ihren festen Platz. Es entstanden unvorstellbar viele Sonnensysteme. Während die Planeten um ihre Sonne wanderten, drehten sie sich gleichzeitig langsam um die eigene Achse, so dass immer nur eine Kugelhälfte beschienen wurde. So wurde es Tag, so kam es zur Nacht!
Nicht allein jene größten der Sonnen besaßen die Urkraft der Anziehung und somit die Möglichkeit, Veränderungen im Ursystem zu bewirken. Nein, die um sie kreisenden kleineren Planeten vermochten mit allerdings weitaus geringerer Anziehungskraft Gasatome unterschiedlicher Art an sich zu binden. Es ging der gewaltigste Umbruch in der Geschichte dieses scheinbar unendlichen Universums vonstatten.
In einem solchen Sonnensystem kreisten mehrere kleine Planeten auf ihren Umlaufbahnen um eine gewaltige Sonne. Der ihr sehr nah stehende Planet vermochte es, Wasserstoff und Sauerstoff an sich zu binden. Es war die Erde. Im Laufe der Jahrmillionen hatten sich die Gasatome zu Molekülen zusammen geschlossen. Aus der Verbindung der Wasserstoffatome mit Sauerstoffatomen entstand das einzigartige Element „Wasser“. Aus der Verkettung noch frei wirbelnder Sauerstoffteilchen mit Stickstoffatomen und geringen Mengen noch andersgearteter Atome bildete sich ein zweites, höchst bedeutendes Element, die „Luft“. Mehr und mehr Wassermoleküle ketteten sich aneinander. Zusätzlich sausten Eisbomben aus der restlichen Ursuppe auf die Erdoberfläche nieder. Auf Grund der dort noch herrschenden Hitze schmolz dieses Eis und kondensierte zu Wasserdampf, der dann als erster Regen zur Erde zurückkehrte. Die Pfützen vergrößerten sich zu zunächst kleinen Seen, die sich im Laufe der Zeit zu riesigen Urmeeren vereinigten. Doch nicht allein diese Meere prägten das Gesicht der Erde. Durch ungeheure Gasexplosionen in ihrem Inneren, den Ausbrüchen unterirdischer Vulkane, unterlag ihre Oberfläche einer ständigen Wandlung. Gewaltige Felsbrocken ragten als erste Berge aus den Urmeeren. Es bildeten sich erste Täler. Die immer neu aus dem Erdinneren an die Oberfläche geschleuderten Steinmassen zertrümmerten bereits bestehende Gebirge, oder formten sie um, so dass das Bild der Kontinente dauernd wechselte. Die Bindung des Wassers an die Erde war aber nicht allein das ausschlaggebende Wunder, das unserem Planeten zu der Sonderstellung im Millionen Planeten zählendem Sternenmeer verhalf. Um sie herum hatte sich eine konstante, 8000 km hohe Luftschicht aufgebaut, die unsere Erde wie ein Mantel umhüllte. Damit war etwas Ungeheures geschehen: Ein einziger von Milliarden Sternen hielt diese beiden einzigartigen Elemente Wasser und Luft in seinem Bann. Es gab zahlreiche verschiedene Elemente in diesem Universum. Warum waren ausgerechnet „Wasser“ und „Luft“ ausschlaggebend für alle nachfolgende, weitere Entwicklung? Es drängt sich die Vorstellung entstehender Kontinente auf. Einer wilden Kraterlandschaft, ohne auch nur einen einzigen Lebensfunken. Da war noch kein Platz für Pflanzen oder gar Tiere. Da war nur das Wasser und der tote Fels!! ...

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