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Eine ätzend schwierige Frage! g

Von tastifix Donnerstag 04.08.2022, 16:03 – geändert Freitag 05.08.2022, 06:25

Wegen Krankheit war ich zur Untätigkeit verurteilt. Aber Untätigkeit ist für mich ein Gräuel. Also lenkte ich mich ab und schaltete das Fernsehen an. Dort lief eine den Meisten wohlbekannte tägliche Talkshow. Sie zählte zu den wahrlich anspruchsvollsten ihres Genres. Passend dazu fiel auch die Gewinnfrage aus:
Wo bucht man seinen Urlaub?
a. Im Reisebüro?
b. Beim Arbeitsamt?
Zu gewinnen war ein Flachbildfernseher.

„Lächerlich!“, schüttelte ich den Kopf.
Doch angesichts jenes Gerätes verlor das Ganze mehr und mehr der Lächerlichkeit. Im Gegenteil fand ich die Frage auf einmal sogar ausgesprochen überlegenswert. Dies wiederum war nicht verwunderlich, denn solch ein schicker silberner Fernseher hätte das Bad meiner Töchter ungemein geziert und sie bereits des Morgens mit überaus sehenswerter amerikanischer Comedy unterhalten. Entsprechend gut gelaunt, aber hoffentlich nicht schon ebenso verblödet, wäre der Nachwuchs am Frühstückstisch eingetrudelt. Allein darum erschien mir die Teilnahme dringend notwendig zu sein und gar nicht zu umgehen.

Hm, welchen Vorteil hätte es mir gebracht, die Reise im Reisebüro zu buchen?
´Dort finde ich eine nette Beratung, die mich dann so eifrig berät, dass mir nach einer halben Stunde der Kopf schwirrt. Jedoch reißt mich das überaus charmante Lächeln des Reiseberaters mit und zusätzlich tut dann der riesige, unter meinen Arm geklemmte Prospektstapel sein Übriges. Den Nachmittag verbringe ich dann mit Preisvergleichen usw... Und buche anderntags dort die Reise! Um nichts muss ich mich kümmern, der Flug und auch das Hotelzimmer sind mir sicher!`

Was hätte ich dagegen davon gehabt, beim Arbeitsamt deswegen vorzusprechen? Ich wäre für verrückt erklärt worden. Oder man hätte mich belehrt:
„Wir vermitteln ausschließlich Reisen ins Berufsleben!“

Wirklich ergrübelte ich dann des Rätsels Lösung bereits nach zirka zwei Sekunden, griff zumTelefon, verriet der Dame vom Band in verschwörerischem Tonfall ´im Reisebüro` und ließ mir gnädig den Dank für meine Teilnahme aussprechen. Nervös klebte ich am Bildschirm:
„In ein paar Minuten ...“
Nach den besagten ´paar Minuten` standt leider fest, dass meine Töchter auch weiterhin auf die so sehr den Intellekt fördernde Comedy im Bad verzichten mussten. Irgendwer war tatsächlich noch schneller gewesen als ich...

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