Der Tod ist eine vorübergehende Erscheinung…
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Feierabend-Mitglied
Freitag 06.08.2021, 16:13
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…des Daseins
Ich habe ihn mehrmals kommen sehen und erlebt und jedesmal hat er mich liebevoll in seine Arme genommen, ich fühlte mich aufgehoben und war entspannt…
und dann wurde ich aus diesem entspannten und glückhaften Zustand herausgerissen und jäh wieder ins Leben geworfen.
Beim ersten nah am Tod- Erlebnis war ich fünf Jahre alt und in einem Kinderheim untergebracht. Ich schlief Nacht für Nacht in einem, durch Zugluft heftig durchlüfteten Bett, denn es stand in der Mitte des Schlafsaals in der Reihe anderer Betten direkt zum offenen Fenster ausgerichtet.
So bekam ich eine üble Mittelohrentzündung, fühlte mich nur noch betäubt, schwach und mir wurde dauernd schwindelig.
Da meine Mutter die Erziehungsberechtigte war, mussten die Erzieherinnen des Heimes auf ihre Zustimmung zum Arztbesuch warten.
Bis meine Mutter dann kam und mich zum Arzt brachte, vergingen zirka zwei Wochen und ich wurde immer ergebener, müder, mir war alles egal- am Liebsten wär ich eingeschlafen, ohne wieder zu erwachen.
Der Arzt sagte meiner Mutter, dass ich diesen Zustand keine zwei weiteren Tage ausgehalten hätte, dann wäre nichts mehr zu machen gewesen, mein Lebenswille war ja auch nicht mehr vorhanden. Ich hätte es als Gnade angesehen, wenn ich hätte sterben dürfen…
Beim nächsten Mal war ich 13 Jahre alt und ertrank im örtlichen Schwimmbad.
Ich wurde ins Becken geschubst und ging unter wie ein Stein.
Ich sah mein Leben an mir vorüberziehen, nicht so wie im Film, sondern ich sah ein Buch mit einem grün- ledernen Einband und goldenen Randeinfassungen, dessen Seiten sich von selbst umblätterten. Auf jeder Seite war eine Szene meines Lebens abgebildet. Die Seiten blätterten sich von alleine ziemlich schnell um und ich war sauer, dass es so schnell ging, ich wollte die eine oder andere Seite gern länger betrachten.
Während ich noch mit dem Sauersein beschäftigt war, hörte ich die Stimme meines Bruders:“Jetzt zappel doch nicht so, ich krieg dich ja gar nicht zu fassen!“
Mir war gar nicht bewusst, dass ich zappelte und ich bemühte mich, meinen Körper ruhig zu halten.
Aber mit dem Buchseiten- Anschauen wars vorbei, denn mein Bruder zog mich aus dem Wasser, zurück ins Leben.
Also ich wäre damals ohne Weiteres und völlig entspannt in den Tod rüber gegangen, wenn auch zum Schluss etwas sauer, weil sich die Buchseiten so irre schnell umblätterten…
Also für mich ist der Tod eine freundliche Einrichtung, die kommt, wenn man zu müde ist, sich zur Wehr zu setzen oder wenn man überrumpelt wurde und damit hilflos, um diesem Zustand ein Ende zu setzen.