Christkind, Osterhase, Klapperstorch - oder ...?
Von
tastifix
Dienstag 18.01.2022, 16:32 – geändert Dienstag 25.01.2022, 10:54
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tastifix
Dienstag 18.01.2022, 16:32 – geändert Dienstag 25.01.2022, 10:54
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Vor kurzem fragte meine Enkelin, ob ich an den lieben Gott glaube. Ganz ehrlich antwortete ich, dass ich nicht mehr gläubig wäre. Sie überlegte einen Moment:
„Omi, ich glaub an Gott!“
Ich dazu:
„Kleines, ist total okay und für Dich bestimmt sehr schön. Dann fühlst Du Dich nie allein!“
Sie nickte.
Unwillkürlich dachte ich daran, was wir Erwachsenen den Kindern so übers Christkind erzählen. Ja nicht allein, um ihnen Illusionen zu schenken, sondern auch, um unseren Spaß daran zu haben. Andächtige Kinderaugen, die kindlichen Bemerkungen, wenn es um jenes Kind geht usw. … Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie enttäuscht, ja wütend meine Älteste auf uns wurde, als sie die Wahrheit erfuhr:
„Ihr habt mich belogen!!“
Es dauerte lange, bis sie darüber hinweg kam.
Dass es bestimmt mal ein Kind gab, das Jesus hieß, dass es ein recht liebes Kind war und, je älter es wurde, von vielen Menschen sehr gemocht wurde ... Davon bin ich überzeugt. Es wuchs zu einem jungen Mann heran, der immer mehr Freunde bekam, weil er auch viel Gutes tat. Dieser junge Mann wusste genau, was er wollte und ebenfalls, wie er Andere für seine Ideen gewinnen konnte. Aber er machte sich genauso viele Feinde damit, die ihn hassten und umbringen wollten. Ob er wirklich am Kreuz gestorben ist, wissen wir nicht. Vieles, was in der Bibel steht, wird in Symbolik geschildert.
Weil Jesus wohl sehr oft Gutes getan hat, wird seiner gedacht, im Dezember zu Weihnachten sein Geburtstag gefeiert und den Kindern Geschenke gemacht, um ihnen auch eine Freude zu machen.
Ich denke mal, kein Kind ist traurig, wenn nicht das Christkind, sondern die Eltern und Verwandten ihnen ihre Wünsche erfüllen. Die Freude an den Gaben und dem gemütlichen Zusammensein unter dem geschmückten Tannenbaum geht dadurch bestimmt nicht verloren.
Vor dem Osterfest, für Gläubige das Fest der Freude, weil Jesus wieder bei seinem Vater im Himmel ist, haben Eltern und erst recht die Kinder viel Spaß daran, Eier bunt zu bemalen oder auch zu bekleben. Oftmals werden es richtige kleine Kunstwerke. Die jungen Künstler präsentieren sie stolz und drängen darauf, dass sie aufgehängt werden. Sie sind davon überzeugt, das Osterhäschen dabei unterstützt zu haben, den Kindern auf der ganzen Welt möglichst viele bunte Eier bringen zu können. Wir erzählen ihnen über die Hasenschule, in der die Hasenkinder Malunterricht haben und davon, dass die Osterhasen dann mit schweren Kiepen behängt überall in den Gärten der Menschen( oder auch in deren Wohnungen) ihre Gaben verstecken.
„Lieber Osterhase! Der hat soo viel Arbeit und wir helfen ihm!“
Die Kleinen sind stolz.
Erfahren sie dann, dass es keine Osterhasen gibt, trösten sie sich damit, dass sie erstens tolle Eier gemalt haben, sie am nächsten Tag die von den Eltern versteckten Köstlichkeiten suchen dürfen und dass des ganz viel Spaß macht. Wer findet die meisten Eier? Die echten Hasen und Kaninchen mögen sie trotzdem gut leiden. Denn die sind ja so niedlich und können nichts dafür, dass sie keine Osterhasen sind.
Dann ist da noch die Angelegenheit mit dem Klapperstorch. Die echten Störche würden, wenn sie denn könnten, dazu klappern:
"Ach du meine Güte! Nee, da ist es doch viel unkomplizierter, Frösche zu fangen!"
Laut den Erzählungen der Erwachsenen müssen die jungen Klapperstörche es erst noch lernen, behutsam die kleinen Sänften mit den Babys darin zur Erde zu transportieren und sich derweil auf keinen Fall vom Vielleicht-Geschrei eines solchen Winzlings von der richtigen Flugroute abbringen zu lassen. Machen die himmlischen Geburtshelfer alles richtig, dürfen sie bald darauf sogar Mehrlinge zu den Eltern bringen.Von denen gibts heutzutage ja bekanntlich immer mehr.
Später dann besuchen die Eltern mit ihren Kindern den Zoo und dort gibt es auch Störche. Die klappern zwar auch ab und an, aber tragen keine Babys. Meinen die Kleinen dazu:
„Die haben bestimmt Ferien! Brauchen die ja auch mal!“
Die Eltern haben Mühe, ernst zu bleiben.
Ein Jahr später, wenn der Nachwuchs so fast 5 Jahre alt ist, wird’s für die Eltern komplizierter. Die Kleinen beobachten Störche, die am Himmel entlang fliegen, aber keiner von denen hat eine Sänfte im Schnabel. Sie diskutieren:
„Hm, vielleicht haben sie die Babys schon abgegeben!“
„Nee, alles Quatsch! Es gibt gar keinen Klapperstorch!“
„Doch!“
„Nein! Sag` bloß, Du glaubst noch an den Klapperstorch? Hihi!`
Dann daheim:
„Mama, der sagt, die Störche bringen gar keine Babys? Stimmt das??“
Die Mutter sieht ein, es wird Zeit, es zuzugeben. Das Kind will es jetzt genau wissen:
„Mama, wie ist des denn nun wirklich mit den Babys?“
Diese erklärt, dass solch ein Baby 9 Monate im Bauch der Mutter heranwächst und dann geboren wird.
„Mama, war ich auch in Deinem Bauch!?"
„Ja, Kleines!“
Ihr Kind grübelt:
“Mama, als ich dann raus gekommen bin, tat das weh?“
„Es tat sehr weh, aber, als ich Dich dann im Arm hielt, war das alles vergessen! Ich hab mich ja so sehr gefreut!!“
Ihr Kind strahlt sie an.
Also: Ich finde es besser, bei der Wahrheit zu bleiben!