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Regentropfen Prélude

Von Feierabend-Mitglied Freitag 25.11.2022, 08:41 – geändert Freitag 25.11.2022, 08:48


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Gestern hat Fleurbleue bei dem Chopin-Thema das Karthäuserkloster auf Mallorca erwähnt und einige Bilder eingestellt. In diesem Kloster hatte sich Chopin während eines Urlaubs mit seiner Geliebten George Sand aufgehalten.

Chopin schrieb am 28. Dez. 1838 einen Brief an Julian Fontana, aus dem hervorgeht, wie unwohl sich Chopin in der unbehaglichen Umgebung des Klosters gefühlt hat.
„Nur einige Meilen entfernt zwischen Felsen und Meer liegt das verlassene, gewaltige Kartäuserkloster, in dem du dir mich in einer Zelle mit Tür, einem Tor, wie es nie in Paris eins gab, vorstellen kannst, unfrisiert, ohne weiße Handschuhe, blass wie immer. Die Zelle hat die Form eines hohen Sarges, das Deckengewölbe ist gewaltig, verstaubt, das Fenster klein, vor dem Fenster Orangen, Palmen, Zypressen; gegenüber dem Fenster mein Bett auf Gurten unter einer mauretanischen, filigranartigen Rosasse. Neben dem Bett ein nitouchable (= nicht berührbar), ein quadratisches Klappult, das mir kaum zum Schreiben dient, darauf ein bleierner Leuchter [...] mit einer Kerze, Bach, meine Kritzeleien und auch anderer Notenkram ... still ... man könnte schreien ... und noch still. Mit einem Wort, ich schreibe Dir von einem seltsamen Ort“.

Und in dieser Umgebung entstand das Regentropfen-Prèlude an einem Unwetterabend, an dem Chopin die Ankunft George Sands und deren Kinder erwartete, die aber erst gegen Mitternacht im strömenden Regen eintrafen und einen völlig verwirrten Chopin vorfanden. Der Mittelsatz deutet die gespenstige Atmosphäre an, die Chopin an diesem einsamen Abend in diesem unwirtlichen Kloster beschlichen haben mag.

Dem obigen Prélude Nr. 15 wurde der Beiname „Regentropfen“ gegeben, obwohl Chopin selbst jegliche programmatische Unterlegung seiner Werke im allgemeinen abgelehnt hat.


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