Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

Bequem mit Facebook einloggen:

facebook login

Weihnachten

Weihnachten war bei uns immer ein inniges Fest für die ganze Familie. Leider zerbrach diese Familie Ende 1957/Anfang 1958, als mein Papa zwei Wochen vor Weihnachten und meine Oma Schulze zwei Wochen nach Weihnachten verstarben.

Meine Mutti versuchte aber die kommenden Weihnachten immer sehr besinnlich und für mich auch fröhlich zu gestalten. Schon in der Vorweihnachtszeit ging es immer sehr heimelig zu. Dazu gehörte auch das Stollen backen. Mutti bereitete den Teig zu, formte die Stollen und dann fuhren wir sie mit dem Handwagen zum Bäcker Michling in der Friedrichstraße. Nach dem Backen wurden sie abgeholt und kamen in ein großes Holzfass, welches mit Pergamentpapier ausgelegt und mit einem Holzdeckel zugedeckt war. Diese Stollen reichten meist bis kurz vor Ostern.

Trotzdem meine Mutti nie viel Geld hatte, versuchte sie immer meine Wünsche zu erfüllen. Da sie gelernte Schneiderin war, nähte sie auch sehr schöne Sachen für mich und zog meine Puppen neu an. Ich wunderte mich immer, dass meine Puppen einige Tage vor Weihnachten „verschwunden“ waren.

Auch tapezierte sie z. B. meine Puppenstube um und kaufte neue Möbel dafür.

Ich war natürlich auch immer neugierig und guckte heimlich in sämtliche Schränke, ob ich irgendwelche Geschenke finde. Aber meine Mutti konnte sie sehr gut verstecken!

Heiligabend war das Wohnzimmer für mich tabu. Ich versuchte zwar, durchs Schlüsselloch zu gucken, aber gesehen habe ich nichts!

In den ersten Jahren gingen wir immer gemeinsam zur Christmesse in die Kreuzkirche. Das war sehr schön. Das Krippenspiel wurde aufgeführt und viele Weihnachtslieder gesungen.

Als wir nach Hause kamen, ging meine Mutti wieder allein ins Wohnzimmer und ich musste in der Küche warten. Dann erklang ein Glöckchen und ich lief ins Wohnzimmer. Dort brannte der Weihnachtsbaum (ein richtiger Baum mit richtigen Kerzen) und meine Geschenke lagen auf dem Tisch. Nach dem Auspacken spielte meine Mutti auf dem Klavier und wir sangen Weihnachtslieder.

Zum Abendbrot gab es immer Kartoffelsalat mit Wienern oder Bratwürsten.

rh1908

Artikel Teilen



1 1 Kommentieren
Mitglieder > Mitgliedergruppen > Wunderbare Jahre