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Stellenbosch

Der Weg führte jetzt durch endlose Weinberge, und die hohen Stellenbosch Berge ragten über die Ebene. An den Hängen der Berge lagen noch die alten Farmhäuser, umrahmt von kleinen weiß getünchten Mäuerchen. Der Stil war immer der gleiche. Der schöne, alte kapholländischen Stil. Als der Weg zum letzten Mal um die Berge schlängelte, erschien in einem Tal die Stadt Stellenbosch.

Sofort waren die Erinnerungen wieder da. Das Gefühl der heißen Straße unter ihren nackten Kinderfüßchen. Die Gerüche der kleinen griechischen Gemüseläden, wo man alles kaufen konnte, aber vor allem Comics. Mit der neu erworbenen Lektüre hatte man sich dann auf den breiten Gehsteig gesetzt, die Füße in dem Bächlein, das immer kühles Wasser führte und entweder gelesen oder die Schwarzen betrachtet, die versuchten in dem „Bottle Store“ Whiskey zu kaufen. Meistens wurde er ihnen verweigert, aber manchmal bekam doch der eine oder andere, der im Laden bekannt war, eine Flasche. Oft endete die ganze Angelegenheit in einem fürchterlichen Streit, was unheimlich aufregend war.


Stellenbosch war immer kühl. Vor allem durch die hohen Eichen die ihren Schatten über Mensch und Tier spendeten. In dem Schatten lagen die Schwarzen und Hunde gemeinsam wie tot. Wegen der herrlichen Bäume bekam die Stadt auch den Namen „Eichenstadt“.

Sehr aufregend war auch der Kolonialwarenladen wo ihre Eltern Samen und Hühnerfutter kauften. Sie schlich immer hinten im Laden herum und probierte aus den Leinensäcken den Geschmack des Hühnerfutters. Es schmeckte meistens ein bisschen nach Fisch und ziemlich derb. Sie pickte sich die kleinen Krebschen heraus, die in das Futter gemischt worden waren. Am schönsten waren die Säcke mit Trockenobst. Da tauchte sie dann ganz mit den Ärmchen ein und stopfte so viel sie konnte, in den Mund. Aber wehe, wenn man sie dabei ertappte. Dann gab es Zunder!

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