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Er wollte das Dorf dem Erdboden gleichmachen

Von inbus Donnerstag 16.07.2020, 07:55


Meine Missionsstation liegt weit im Westen der kleinen Südseeinsel F., weitab vom großen Weg. Damals hatte ich noch kein Transistorradio, jenes kleine Zauberding, das den Einsamen mit der großen Welt verbindet, und so kam es, dass ich nicht wusste, was drei Monate zuvor geschehen war: Die Kommunisten hatten versucht, die Oberhand im Lande zu gewinnen, aber der Versuch war im letzten Augenblick gescheitert. Fast alle Generale waren aus dem Hinterhalt ermordet worden, nur einer entkam und organisierte den Gegenschlag, und es gelang, den Aufstand zu unterdrücken. Die Militärs, welche jetzt den Kommunisten nachsetzten, leisteten blutige und ganze Arbeit. Am Weihnachstag geschah dann, was ich zu berichten habe.

Wie immer waren die Leute in großer Zahl von weither zur Station gekommen. Aber als ich nach der Weihnachtsmesse aus der Kirche kam, spürte ich an der gedrückten Stimmung, dass etwas nicht in der gewohnten Ordnung war. Soldaten gekommen, schwer bewaffnet, ein Hauptmann mit fünfundzwanzig Leuten! Wir trafen uns, der Hauptmann und ich. Er machte keinen Hehl aus seinem Zorn gegen die Kommunisten, und in wenigen Minuten, so bedeutete er mir, werde er das Zeichen geben, ein Dorf namens Rekas dem Erdboden gleichzumachen. Mir wurde fast übel, als ich das hörte, denn das Dorf, von dem er sprach, lag nur fünfzehn Minuten von der Station entfernt, kein gutes Dorf zwar, aber es war doch mein Dorf, und ein paar hundert Menschen lebten darin. Ober den Grund zu diesem Entschluss gab der Hauptmann bereitwillig Auskunft: Es sei ein Kommunistendorf, und man habe womöglich mit bewaffnetem Widerstand zu rechnen. — Die paar Kommunisten im Dorf kannte ich nur zu gut. Es waren meist harmlose Leute. Das mit dem bewaffneten Widerstand konnte nur auf einer Falschmeldung beruhen. Aber der Hauptmann hatte noch mehr zu sagen: Ausschlaggebend für seine Entscheidung, so betonte er, sei ein Traum gewesen, den er in der vorvergangenen Nacht gehabt habe. Eine große Frau mit einem Kind auf dem Arm sei ihm im Traum erschienen, und dieser Traum sei so außergewöhnlich gewesen, dass er glaube, er müsse auch etwas Außergewöhnliches tun. — Dieser Traum war freilich merkwürdig. Die Mütter im Lande tragen ihre Kinder fast nie auf dem Arm, sondern auf dem Rücken oder seitlich umschlungen. Da fiel mir ein, was mir mein Vorgänger berichtet hatte, bevor er von hier fort ging: „Dieses Dorf da", so sagte er, „ist kein gutes Dorf, musst du wissen, da habe ich — zwei Jahre sind es her — die Lourdesstatue drüben aus der Kapelle herumtragen lassen, auf den Feldern und im Dorf von Hütte zu Hütte. Du hättest einmal sehen sollen, wie sie alle mitgemacht haben, Christen und Heiden und auch die paar Mohammedaner, die es dort gibt. Zum Schluss haben wir uns in einem feierlichen Gelöbnis dem Schutz Mariens anvertraut, die Station, das Dorf und was darum herum ist". — Das dachte ich mir, musst du ihm sagen!

„Du bist Mohammedaner”, fing ich an, „und kennst deshalb unsere religiösen Gebräuche nicht. Aber wenn du einmal drüben in unsere Kirche hereinschaust, dann siehst du dort das Bildnis einer großen Frau, — diese trägt kein Kind, aber man kennt sie meist mit einem Kind auf dem Arm — und wir nennen sie die Gottesmutter! Nun hat sich hier vor zwei Jahren etwas zugetragen, worüber du freilich nichts wissen kannst. Mein Vorgänger, ein alter Priester, hat das Dorf Rekas dem Schutze dieser großen Frau unterstellt, und mir scheint, das, was du im Traum gesehen hast, war niemand anders als diese Frau. Überlege es dir also gut, ob es unter diesen Umständen ratsam ist, den Plan auszuführen". Der Hauptmann wurde sehr nachdenklich und dem Dorf geschah nichts.

P. Schmutz, SVD

Erlaube mir, dass ich dich preise, heiligste Jungfrau. Erlaube mir, dass ich dich mit meinem eigenen Vermögen preise.
Erlaube mir, dass ich für dich und allein für dich lebe und arbeite, leide, für dich mich selbst verzehre und sterbe.
Erlaube mir, zu deiner größeren und vermehrten Erhebung beizutragen.
Erlaube mir, dir eine solche Ehre darzubringen, wie sie dir noch niemand dargebracht hat.
Erlaube mir, dass mich andere im Eifer um deine Erhöhung übertreffen und dass ich dann — wie in einem edlen Wettstreit immer tiefer und rascher deine Ehre ausbreite, immer prächtiger, so wie es Der ersehnt, Der dich so unaussprechlich über alle anderen Wesen erhoben hat. Amen.

(Hl. Maximilian Kolbe)


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