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Die Heilung eines Kindes,

Von ehemaliges Mitglied Samstag 29.05.2021, 10:54


das schwachsinnig und gelähmt war

Heute ist dieses Kind gesund und kräftig. Ich habe es lachend mit seinen Kameraden zum Fußballspielen gehen sehen. Guy Leydet war bis zum Alter von fünf Jahren ein normales Kind. Dann bekam er eine akute Meningo-Encephalitis, eine Gehirnerkrankung, die das ganze Nervensystem zerstören kann. Er überstand die Krankheit, blieb aber an beiden Armen und Beinen gelähmt und litt fortan an Krampfzuständen und epileptischen Anfällen. Am schlimmsten aber war ein progressiver geistiger Verfall, der mit vollständiger Idiotie endete.
„Er hat uns nicht einmal mehr erkannt”, sagte seine Mutter. „Er konnte überhaupt nicht mehr sprechen. Das ganze kleine Vokabular, das er vor seiner Erkrankung beherrscht hatte, war ihm verloren gegangen. Er konnte nicht einmal mehr seine Mutter rufen. Aus seinem Mund kamen nur noch die gurgelnden Laute, wie sie idiotisch Geborene hervorbringen. Er verlernte zu essen, und man musste ihn füttern, weil er den Löffel nicht mehr zum Mund führen konnte. Er beschmutzte sich, ohne zu merken, was er tat."
Und dieser Zustand hielt beinahe zwei Jahre an. Seine Eltern waren durch die Bemühungen ihn zu heilen, beinahe bankrott gegangen. Sie versuchten es mit jeder Behandlung und jeder Therapie, die auch nur die geringste Hoffnung zuließ. Aber alles war vergebens. Die Ärzte erklärten jeden weiteren Versuch für zwecklos und fällten das furchtbare Urteil: Unheilbar!
Dann dachten auch wir wie tausend andere, die alle menschlichen Möglichkeiten erschöpft hatten, an Lourdes.
An einem strahlenden Herbstmorgen kamen sie mit dem Kind, das sich noch in der gleichen fürchterlichen Verfassung befand, in Lourdes an. Stumm vor Angst schoben sie ihn zur Piszine. Unsere Liebe Frau von Lourdes war unsere letzte verzweifelte Hoffnung. Der Vater wartete draußen auf den Knien und betete mit der Menge. Drinnen tauchten mitleidige Schwestern den starren kleinen Körper ins Wasser. Daneben stand die Mutter und befürchtete einen neuen Krampfzustand, sprungbereit, ihn an sich zu reißen, wenn er aus dem Wasser kam. Man übergab ihr das Kind. Da plötzlich geschah das Unglaubliche.
Guy Leydet schlug die Augen auf, blickte sich interessiert um, streckte der Mutter die Arme entgegen und rief mit klarer kindlicher Stimme: „Mama!" Dann begann er seine Finger zu zählen, wobei er in der Art der kleinen Franzosen die einzelnen Benennungen der Finger heruntersagte.
Außer sich vor Glück, riss ihn die Mutter an sich und lief mit ihm aus dem Badehaus, um den Vater zu suchen. „Er hat Mama gesagt! -, keuchte sie. „Er hat Mama gesagt!"
Der Vater, der es gern geglaubt hätte, aber skeptisch war, warnte sie davor, allzu viel zu hoffen: „Wir haben so oft gehofft", sagte er, „und wurden noch jedes Mal enttäuscht."
Aber schon in den nächsten Tagen wussten sie, dass es keine Täuschung war. Der Geist des Kindes wurde zusehends wacher. Es begann zu sprechen. Es bewegte seine Arme und Beine ohne jede Schwierigkeit. Man rief den Arzt, der seinen früheren Patienten entgeistert anstarrte und zugab, dass er all das nicht verstehen könne. „Nun, so versuchen sie, ihm alles wieder beizubringen, was er verlernt hat", sagte er noch immer ungläubig. Die glücklichen Eltern fingen also an, ihrem Jungen alles wieder von neuem beizubringen. Es war leicht. Innerhalb eines Jahres hatte er seine normale Intelligenz zurück gewonnen. Er konnte lesen und schreiben, ja sogar ein wenig zeichnen. Er konnte mit anderen Kindern zum Spielen gehen.

Am 26. September 1947, ein Jahr nach seiner Heilung, wurde er von vierzig Ärzten im Medizinischen Büro untersucht. Dr. Dailly, ein Pädiater aus Paris, unterzog Guy zwei Stunden lang allen klassischen Tests, auf Grund derer ein Arzt das geistige Entwicklungsstadium eines Kindes beurteilt. Am Schluss dieser Untersuchung verkündete der Arzt schlicht: „Dieses Kind ist normal!"

Ich habe Guy Leydet in St. Etienne besucht. Er ist heute ein großer gut aussehender Junge. Seine schulischen Leistungen, vor allem in Englisch, Geographie und Geschichte sind sehr gut. Ich habe seine Schulhefte angesehen. Sie sind sauber und beinahe fehlerlos, seine Zeichnungen exakt und ordentlich.
Sein Vater ist Professor an einer Handelsschule. Seine Mutter erzählte, dass sie den Jungen nächstes Jahr als Austauschschüler nach England schicken wollen. „Er ist ganz verrückt darauf, englisch zu lernen", sagte sie lachend, „und hat sehr gute Noten in diesem Fach. Er weiß noch nicht, was er werden will. Aber ich glaube, daß er wohl Lehrer wird." Die ganze Familie fährt alljährlich nach Lourdes, um der Jungfrau zu danken.

Ruth Cranston

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