SIEBEN LEBEN Fortsetzung 1
Von
egalis
Dienstag 10.01.2023, 07:50
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egalis
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Damit sie recht viel Katzen-Zuneigung zu spüren bekam, dachte sich die Großgeistin etwas Besonderes aus.
„Ich denke“, so überlegte sie laut, „ich sollte Euch sieben Leben zugestehen. Jede von Euch ist mal Katze oder mal Kater. Nicht jedes Leben wird gleich lang sein und nicht immer werdet Ihr es gut haben. Es wird Menschen geben, die Euch nicht mögen und Hunde, die Euch jagen.
Trotzdem sollt Ihr in jedem Eurer Leben versuchen, mindestens einen Menschen glücklich zu machen. Wenn das gelingt, sollt Ihr die Chance für weitere Leben bekommen. Ja, so machen wir das.“, nickte sie sich anschließend selber zu.
Sie strich der Katze über den Kopf, die gerade auf ihrem Schoß lag und die sie sich zu ihrer Lieblingskatze auserkoren hatte. Kraulte ihr das grausilberne Fell und schickte sie dann in eine Gegend, wo sie ihr Erdendasein und das erste Leben beginnen sollte.
Als kleiner Kater kam die Katze zu zwei jungen Leuten. Die hatten gerade geheiratet und waren sehr verliebt. Zu diesem ihrem Glück trug der grau gestreifte Kater bei. „Wir müssen ihm einen Namen geben“, meinte die junge Frau. Sie hatte gerade ein Buch gelesen, in dem ein Kater eine Rolle spielte. Der hieß Habakuk. Also bekam ihr Familienzuwachs diesen Namen. Mit der Zeit wurde ein Kukuk daraus. Den Namen mochte der Kater gern und kam angeflitzt, wenn er gerufen wurde. Ja, er hatte es gut bei diesen Menschen.
Nach einiger Zeit kam ein Schäferhundwelpe dazu und mit dem verstand er sich gut. Dann vergrößerte sich die Familie. Ein Baby war da. Dieses Menschlein mochte Kukuk besonders gern. Es roch so gut und war so weich und warm. Ganz vorsichtig legte er sich in der Wiege ans Fußende. Später, als das Baby größer war, ließ er zu, dass es ihm im Laufstall das Fell zauste.
Dann zog die kleine Familie um auf einen Bauernhof. Da war es auch prima. Wenn die Frau unter einer Kuh saß, um die zu melken, setzte Kukuk sich nicht weit davon hin und wartete, dass er einen Spritzer Milch abbekam. Das war so lecker! Dafür nahm er leichte Bauchschmerzen gerne in Kauf. Sein Magen war für Kuhmilch eigentlich nicht eingerichtet. Aber dann fing er sich eine Maus und noch eine, bekam sein Futter in der Küche und die Welt war wieder in Ordnung. Gerne hielt er sich auch im Haus auf. Auf dem Sofa war es gemütlich. Da lag er schnurrend bei seinen Menschen, wenn sie Feierabend hatten.
Eines Tages war wieder Melkezeit und die Frau wartete auf Kukuk. Aber der kam nicht. Auch in den folgenden Tagen ließ er sich nicht sehen. Alles Suchen und Rufen hatte keinen Erfolg. Da wurde sie traurig. Überall, wohin sie sich begab, sah sie sich um, fragte Leute, ob sie ihn gesehen hätten. Konnte aber den Kater nicht finden. „Dann“, dachte sie, „ist ihm sicher etwas passiert und er lebt nicht mehr.“
Wenig später, es war wieder Melkezeit und forschend um sich herumblickend, entdeckte sie am blauen Himmel eine weiße Wolke, die wie ein Kater im gestreckten Lauf aussah.
Ihr wurde seltsam leicht ums Herz. Sie war sich jetzt sicher, dass ihr geliebter Kater im Katzenhimmel war und ihr das mit der Wolke sagen wollte.
Das erste Katzenleben war passiert.
Forrtsetzung folgt