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SIEBEN LEBEN Anhang

Von egalis Freitag 13.01.2023, 11:50

Zu den Erzählungen um Großgeistin Feline und die Katzenleben muss ich noch einiges anfügen. Vorweg:
ES SIND KEINE MÄRCHEN WAS DIE TIERE BETRIFFT.
Um alles in eine Form zu gießen, erfand ich den Großgeist und die Großgeistin. Aus der lateinischen Bezeichnung der Katze = felis catus machte ich die Großgeistin Feline. Alle Katzen hat es tatsächlich gegeben, die meisten davon auf unserem Bauernhof.
Mit Kater Kukuk und Schäferhund Iwo nahmen wir unseren Bauernhof in Besitz und lebten dort mit allem, was einen Bauernhof ausmacht, nicht mehr vergleichbar mit den heutigen Großbetrieben. Kühe, Pferde, Schweine, Hühner, Gänse waren zu versorgen, und das war mein Leben, wie ich es seit meiner Kindheit gewollte hatte. (Was willst du mal werden? Bäuerin, Förstersfrau oder Gärtnerin)
Die Äcker, Felder und Viehweiden wurden vom Hausherrn bearbeitet.
Kukuk war verschwunden.
Bekannte brachten uns zwei junge Katzenschwestern in einem Sack. Die beiden waren erst so verängstigt, dass sie an Wänden und Gardinen hochgingen. Aber bald hatten sie sich eingewöhnt und schienen ihren Aufenthalt bei uns zu genießen. Pünktjen war schwarzbraun mit weißem Lätzchen und weißer Schwanzspitze. Ihre Schwester Anton hatte schwarzbraunes Fell ohne weiße Abzeichen. Pünktjen war später die Mutter von Lulu und Lorbas, die von unserer Dolli aufgezogen wurden. Dolli musste nach 12 Jahren von ihrer Krebserkrankung erlöst werden. Hoftrauer…
Pünktjen ihr Kummer um die getöteten ersten Kinder war herzergreifend.
Der mörderische Kater gehörte nicht zu uns. Hats ja auch nicht überlebt…
Mausi kam zu uns.
Wir hatten angebaut und das Badezimmer war noch im Rohbau. Mäuse waren durch die noch offene Hohlschicht am Fenster reingekommen und fühlten sich scheinbar wohl dort. Also musste Kater Mozart dort über Nacht eingesperrt werden, was er nicht beklagte. Hörte er uns aber frühmorgens, fingen seine Tiraden an. In höchsten Tönen sang er uns vor, dass er raus wollte: Miiiaaauuuu.
Fragte ich dann gemeinerweise: Mozart, willst Du raus?, sang er ein paar Töne höher und nachhaltiger: Miiiiiiaaaaaauuuuuu…. Mit Streicheleinheiten besänftigte ich ihn und gab ihm sein Futter.
Wir hatten sehr viele Katzen im Laufe der Jahre: Die schwarzweißen Geschwister Ludwig und Luise; den silbergrauen Karthäuser Napoleon; Moritz, den pechschwarzen; Mimi und Milli, beide weißschwarz; den zweifarbigen O-Sager = sein Maul war ein schwarzes O, er war der Bösewicht; die gelben Brüder Plüsch und Plum und noch etliche andere. Es blieben nicht alle da. Immer mal wieder verschwand ein Tier und kam nicht wieder. Als wir den Hof aufgaben und in den Neubau zogen, waren noch Moritz und Mausi da. Moritz blieb im Schuppen bei den Pferden, die noch geblieben waren, und Mausi besuchte uns im Neubau, wo sie in meinem Dabeisein starb.

Als ich dann alleine lebte, musste was Katziges her. Von Freunden bekam ich Timotheus Timpetee und Paulchen Pikasso. Letzerer war ein prachtvoller gelber Kater, der eines Tages einfach weg war. Er liebte Auto fahren, und ich bin sicher, dass er in ein offenstehendes eingestiegen ist und mitgenommen wurde. Kanalarbeiter hatten ihre Autos abgestellt.
Pikasso weg, Timmi tot.
Ich zog um und bekam ab und zu Besuch von Mannuu, dem Kater meiner Nachbarin. Aber dann war auch der weg. Ich zog in die Seniorensiedlung, wo der Swatte zu mir kam und auf meinem Schoß nach 11 Jahren starb.
Kater vermisse ich noch jeden Tag.

Emmi und Lenni waren die Leisetreter meiner Tochter, die ebenso katzennärrisch ist. Lenni ist kurze Zeit nach Emmis Ende überfahren worden. Im Garten sind einige Katzengräber. Auch mit anderen Katzen hatte Tochter viel Kummer. Die Wege zum Tierarzt und zur Klinik waren ihr sehr bekannt.
Jetzt leben Floki und Pia bei ihr. Beide verdünnisieren sich, wenn Besuch kommt. Schielen wohl mal um die Ecke, vermeiden aber den Kontakt.
Bis auf einmal. Ich war zum Essen eingeladen. Hab gedacht, ich gucke nicht richtig, als mir Floki um die Beine strich und sich sogar streicheln ließ. Ich war glücklich, dachte, der Bann sei gebrochen.
Mein Enkel aber bemerkte: „Oma, bilde Dir bloß nix ein. Floki will nur Futter.“

Tja, vorbeigedacht…

©elbondo/2023

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