Hochzeitsreise
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Feierabend-Mitglied
Dienstag 28.09.2021, 11:32
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Nachdem wir uns einen ruhigen Sonntag nach den anstrengenden Hochzeitsfeierlichkeiten gegönnt hatten, ging es dann Montags erholt und ausgeruht in Richtung Stubaital.
Aber wir hatten nicht einmal die Autobahn erreicht, als mir einfiel, dass ich meine Zahnbürste vergessen hatten und deshalb wieder zurückwollte. Ich weiß es klingt albern und ich hätte sicher mühelelos eine neue kaufen können - aber ich verspührte einen unwiderstehlich Drang zurückzufahren.
Frischverheiratet fügte sich mein Göga natürlich meinen Wünschen und wir fuhren zurück.
Haustür aufgeschlossen, aber was war denn das? Im Treppenhaus lief das Wasser bereits die Treppen herunter uns entgegen. Also wirklich - die Hausmeisterin wurde rausgeklingelt und dann suchten wir gemeinsam nach der Ursache dieser Überschwemmung. Allem anschein nach kam sie aus der Wohnung des über uns wohnenden Mieters. Aber der schien nicht zuhause zu sein, niemand reagierte auf unser Klingeln und auchs ein Auto stand nicht auf dem Parkplatz. Was tun? Feuerwehr anrufen? Wasser abstellen? Aber wie das Wasser das bereits in die Kellerräume gelaufen war wieder einfangen?
Also gut Notruf gewählt, aber die Berufsfeuerwehr erklärte nicht zuständig zu sein - sondern wir sollten den örtlichen Brandmeister anrufen. Klar die Folgen der Gebietsreform, da hatten wir in dem Moment natürlich nicht dran gedacht.
Nächster Versuch, die Telefonnummer des Brandmeisters gewählt. zum Glück war seine Frau Zuhause und teilte uns mit, das ihr Mann beim Frühschoppen auf dem Feuerwehrfest sei. Leider gab es zu dieser Zeit noch keine Handys.
Nun denn - die Hausmeisterin hatte zwischenzeitlich auf der Dienststelle des unseligen Mitbewohners angerufen und gebeten ihn zu informieren. Während sich also mein Mann auf den Weg zum Frühschoppen der freiwilligen Feuerwehr machte um Hilfe zu holen, bemühten sich die Hausmeisterin und ich darum wenigsten das Treppenhaus trocken zu wischen, denn so Mamorfließen eignen sich absolut nicht für einen künstlichen Wasserfall.
Eine gefühlte Ewigkeit später - dabei war es höchstens eine halbe Stunde oder vielleicht auch nur 20 Minuten - traffen dann fast gleichzeitig, sowohl ein schuldbewußter Mieter als auch die leicht besäuselten Feuerwehrleute ein.
Puh - geschafft! Der Verursacher dieser Sintflut hatte morgens duschen oder baden wollen, den Stöpsel in den Abfluß gedrückt, das Wasser aufgedreht und geflucht weil kein Wasser kam. Also ging er ungewaschen und stinksauer zum Dienst, vergaß aber den Wasserhahn wieder zuzudrehen oder doch zumindest den Stöpsel aus dem Abfluß zu ziehen. Wahrscheinlich war das Wasser wegen eines Neubau-Anschlußes vom Wasserwerk kurz abgestellt worden und als es dann wieder floß, hatte er seine Wohnung bereits verlassen. So lief zuerst die Wanne voll, dann lief sie über. Anfangs saugte der Teppichboden wohl das Wasser auf, aber irgendwann suchte es sich seinen Weg über das Treppenhaus bis in den Keller. Shit happens!
Jedenfalls wußten wir nun die Katastrophe in den bewährten Händen der mittlerweile ernüchterten, aber wackeren Feuerwehrmänner. So begaben wir uns zwar verspätet, aber jetzt mit Zahnbürste im Gepäck erneut auf den Weg Richtung Hochzeitsreise....
MD