Püttelkow
Von
cinque
Samstag 13.11.2021, 19:04
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Vernisage in Püttelkow
Horst und Hugo, zwei muntere Vertreter der bildenden Kunst, wollten ihre Werke der Landbevölkerung nahe bringen. Sie reisten über Land, bogen nach Püttelkow ein. Hier fiel ihr Blick auf den Dorfkrug, und ihre Entscheidung stand fest: Hier findet die nächste Vernisage statt.
Das Gespräch mit Mattis dem Wirt verlief etwas schleppend. Die beiden Künstler zeigten Mattis bunte und eindrucksvolle Flyer ihrer bisherigen so erfolgreichen Ausstellungen. Nach einigem Zögern war Mattis doch bereit, die Landschaftsbilder der anderen Art in seinem Krug auszustellen
Werbung im Regionalblättchen:
Am 10. November um 18 Uhr Eröffnung der Vernisage der bekannten Künster Horst und Hugo im Dorfkrug von Püttelkow Landschaftsbilder der besonderen Art.
Die Bilder, das waren Bäume, das Meer, auch das Kornfeld fehlte nicht. Nur tummelten sich überall Nackedeis. Der Stammtisch hatte seine Freude.
Eine Vernisage soll ein absolutes Fest der Sinne und für die Künstler im besten Fall eine Goldgrube sein. Die Vernissage war im Ragionalblättchen angekündigt, und Meta, Martha, Sofie und Brigitte mit Gefolge wollten sich diesen Event nicht entgehen lassen.
Der Tag der Eröffnung war gekommen, Horst und Hugo hatten sich in ein entsprechendes avantgardistisches Outfit geworfen, sie wirkten für Püttelkow etwas wirklichkeitsfern. Unsere beiden Künstler versuchten, ihre Kunst den Bewohnern von Püttelkow und drumherum näher zu bringen. Jan-Hinrich und seine Freude fanden die Bilder amüsant, Meta, Martha, Sofie und wie sie alle hießen, fanden die Bilder unmöglich, absolut indiskutabel. Es herrschte ziemlicher Trubel in Mattis Krug, aber nicht im Sinne unserer Künstler. Horst und Hugo versuchten den Damen den tieferen Sinn ihrer Werke nahe zu bringen. Die Meinung von Meta, Martha, Sofie und Freundinnen aber stand fest. Über Umsatz konnte sich Matthis an dem Eröffnungsabend nicht beklagen. Unsere beiden Künstler hatten noch nicht in den Goldtopf gelangt, bis dann endlich uns Opa und Bauer Krause in den Krug kamen. Na, das waren doch mal Bilder. Die Nackedeis waren sehr realistisch, die Bäume und das Meer auch. Krause gefiel das Kornfeld mit was drin am besten. Den Preis fand er allerdings heftig, darüber muss man reden. Nach einigem Hin und Her, Zögern, Interesse und wieder Zögern einigte man sich auf einen nach Meinung der Künstler tieftraurigen Preis. Uns Opa gefiel ja auch ein Bild, die Apfelpflückerinnen, nur war uns Oma noch da. Das ging nicht so unproblematisch. Krause erbarmte sich uns Opa und führte die Verhandlung erfolgreich, schlug noch einen Nachlass raus, weil schon ein Bild gekauft. Das war geschafft. Krause hatte nach dem Kauf dieser beiden Bilder den Ruf eines Lüstlings. Schiet egal, dachte Krause. Mal sehen, wo uns Opa das Bild aufhängt, das gibt noch was. Wahrscheinlich kommt er zum Feierabendbier rüber und schaut sich bei ihm seine Apfelpflückerinnen an.