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DIE SCHNECKE UND DER BÜCHERWURM

Von egalis Dienstag 26.07.2022, 22:39

©Elke Bontjer-Dobertin

Draußen tobt ein heftiger Sturm.
Das stört aber nicht den Bücherwurm.
Der träumt von vollen Buchregalen,
wo seine Zähne sich durch Seiten mahlen.
Als er genug gefressen hat,
ist er müde und schön satt.
Schaut von oben dann bedächtig
runter. Freut sich mittelprächtig,
denn links von ihm, in hinterer Ecke,
bewegt sich eine Gehäuseschnecke.

Sie hat es nicht besonders eilig,
erstens ist ihr nicht langeweilig
und zweitens ist ihr Ruhe heilig.
Solange ihre Fühler Bücher fühlen,
kann sie so ihr Mütchen kühlen.
Sie ärgert sich über den Bücherwurm,
der da von seinem Bücherturm,
von ihrem Anblick ganz entzückt,
satt und zufrieden herunter blickt,
dadurch den Mittagsschlaf vergisst.

„Du weißt, dass du mein Herzblatt bist“,
würmelt er zur Schnecke hin.
Die hat anderes im Sinn.
„Beeil dich“, ruft er, „und kriech hoch,
eine leckere Seite habe ich noch.
Die möchte ich gerne mit dir teilen.
Schnecke, du musst dich nur beeilen!“

Ach, die Schnecke, diese kleine,
fühlte sich zwar sehr alleine.
Ihr fehlt ein lieber Schneckerich.
Den Bücherwurm, den wollt sie nich,
der war ihr viel zu zappelich
und auch einer von den Losen.
Wie sollte sie denn mit dem kosen,
wie die Weisheit aus den Büchern locken?

Nee, der soll getrost da oben hocken
auf seinem Bücherturme bleiben
und mit anderen Schabernack treiben,
dachte sie noch
und dann kroch
die kleine Gehäuseschnecke.
weiter bis in ihre Ecke.

Und weil das bei Schneckens so der Brauch,
Mache ich das jetzt auch.

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