Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

16 10

Sirenengesang

Von Luiserl Montag 18.09.2023, 21:24 – geändert Montag 18.09.2023, 21:25

Bild: commons.wikimedia.org/ ... /File:Gustav_Wertheimer_-_The_Kiss_of_the_Siren_(1882).jp g

Sirenengesang

Still ruht die See, still ist die Nacht;
ein Ruderer im Boot –
taucht seine Ruderblätter sacht
ins Wasser - nichts bedroht.
Das Ufer fern, der Himmel weit;
so sieht er seine Welt.
Er liebt sie, diese Einsamkeit –
wie auch das Sternenzelt.

Der Mond schenkt Licht, der Mond schaut zu –
das Wasser sich bewegt.
Ein leises Singen bricht die Ruh;
der Mann lauscht angeregt.
Am Bootsrand nun im Mondeslicht
taucht auf ein Fabelwesen;
in dessen Aug‘ das Licht sich bricht –
verlockend ist es und erlesen.

Halb zog es ihn; halb sank er hin
von Armen aufgefangen,
die zärtlich und sehr feminin
um seinen Leib sich schlangen.
Halb zog es ihn – sein Herz schlug wild –
sein Wollen war gebrochen;
vernarrt war er in dieses Bild;
er ließ sich unterjochen.

Still ruht die See, still ist die Nacht
und Stille ist im Kahn.
Das Wasserwesen hat gelacht –
für ihn war‘s ein Orkan;
der sang ihm schönste Liebesweisen,
die je ein Ohr vernommen
und nahm ihn mit auf ihre Reisen --
zurück wird er nie kommen.

© Luzie Rudde

Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten

Mitglieder > Mitgliedergruppen > Gedichte schreiben > Forum > Sirenengesang