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England bangt um das Gedächtnis seiner Königin

Von tastifix 06.01.2019, 14:39

Sonntag, 9.00 Uhr, Buckingham Palace. Queen Elizabeth räkelt sich im Bett, schlägt die Augen auf und rekapituliert, welcher Tag es eigentlich ist. Richtig, heute steht ihr Staatsbesuch in Deutschland auf dem Programm. Sofort ist die Schläfrigkeit vergessen, sie putzmunter und Energie geladen wie immer. Dennoch seufzt sie. Denn sie muss aus der Auswahl der etwa tausend Designerkleider, die den riesigen Kleiderschrank füllen, das einzig richtige, für Anlass sowie Wetter passende Outfit herauspicken. Auch einen ihrer unverzichtbaren, so wahrlich extrem geschmackvollen Hüte darf sie nicht vergessen. Für eine Dame des englischen Hochadels ein unbedingtes Pflichtutensil. Sie ohne Hut, hat die Monarchin des öfteren verlautbaren lassen, das wird die Welt nicht erleben - und ihre Juwelen müssen freilich auch mit. Die verkörpern nämlich Macht und Reichtum. Zur Sicherheit wird sie sie schon mal neben die Staatsrobe legen. Jetzt kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen.
Queen Elizabeth hechtet aus dem königlichen Bett und rast im königlichen Nachtpolter durch den ganzen Palast bis zur Schmuckvitrine. Ihre Wachtposten sehen diskret zur Seite, sehr wohl wissend, was sie ihrer Stellung schuldig sind. Weil Elizabeth zeitlebens sehr sportlich gewesen ist, legt sie den Weg in persönlicher Bestzeit zurück, um dann allerdings zu Tode erschrocken vor ihrem überaus geliebten Schmuckkästchen zur Salzsäule zu erstarren. Was sie nämlich nicht entdeckt, sind die ziemlich wichtigen, glitzernden kleineren beziehungsweise größeren Steine, die ihr ohnehin schon hochadliges Prestige ins Hochhochadlige anheben. Weder das Diadem noch die dazu passenden Ohrringe liegen dort, wo sie eigentlich hin gehören. Nur das rote Samtkissen sieht ihr vereinsamt entgegen. Ein absolut undisziplinierter Schrei entfährt der Spitze Englands, ganz gegen ihre sonstige disziplinierte Ader. Bis aufs Mark erschrocken springt deshalb Gemahl Prinz Philipp, abrupt aus den Träumen gerissen, gehetzt aus dem hoheitlichen Bett, rennt, ebenfalls zeitlebens recht sportlich, jedoch nicht ganz so fix wie seine Frau – in Fast-Bestzeit in Richtung der dem Hofprotokoll in derart infamen Weise ungehorsamen, schrillen Lautäußerung der überaus geliebten Ehehälfte und rettet diese in letzter Sekunde mit ausgebreiteten hoheitlichen Armen sowie tröstenden Worten vor drohender Ohnmacht. Denn es gibt ja in der recht annehmbar situierten, noblen Verwandtschaft noch genügend Juwelen, die man ausleihen könne. Und selbst, wenn nicht: Da wäre ja noch die königliche Garderobe, der man den Wert auch ansähe ... ist seine Aussage. Mit dieser psychologisch weisen Bemerkung landet der außerordentlich sensible Mann einen Volltreffer: Was Frauen angeht, ist dieser Prinz Kavalier ja ziemlich erfahren. Für ihn trotzdem ausgesprochen unerwartet, bedenkt Queen Elizabeth ausnahmsweise den ach so fürsorglichen Ehemann mit einem strahlenden Lächeln, was der sich garantiert in seinem inneren Kalender schnellstens rot anstreicht, denn es kommt nicht allzu oft vor.
Auf bereits wieder viel festeren Beinen flitzt Ihre Majestät total unmajestätisch zum Kleiderschrank und begutachtet dessen Inhalt. Es trägt zur raschen Stabilisierung ihres in jener Katastrophensituation recht labilen Kreislaufes bei. Ach ja, der Pelzmantel. Hat ja auch immerhin -zig Tausender gekostet. So gewandet wird sie neben dem Gastgeber Gerhard Schröder, dem, gleich ihr im eigenen, in seinem Land so „beliebten“, regierenden Topmodel Deutschlands, was Designerklamotten betrifft, bestimmt gut bestehen. Beruhigt nimmt das königliche Herz seine Routinearbeit in üblicher Leistungsstärke wieder auf. Blitzartige Verbesserung des körperlichen und vor allem des seelischen Wohlbefindens sind die Folge. Von einer Sekunde zur nächsten fühlt sich Englands Königin wieder Welsh Corgi munter in ihrer Haut ...
Wie der Pressesprecher Ihrer Majestät soeben bekannt gibt, hat die Queen übrigens die Juwelen drei Tage zuvor nach einem offiziellen Termin selbst in der Küche liegen lassen. Englands Bevölkerung reagiert auf die Nachricht mit äußerster Besorgnis. Leidet die Queen etwa an Alzheimer?? Dazu versichert ihr Leibarzt, sie stehe ab nun diesbezüglich unter strenger Beobachtung. Noch allerdings sähe er keinen Grund zur Panik.

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