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Wie China immer mehr mitmischt

Von Harvey11 Donnerstag 09.04.2026, 12:16

Als US-Präsident Donald Trump die vorübergehende Waffenruhe mit dem Iran ankündigte, zollte er überraschenderweise auch China seinen Respekt: So soll ausgerechnet Peking den Iran durch eine „Intervention in letzter Minute“ an den Verhandlungstisch gebracht haben. So schildern es auch iranische Vertreter übereinstimmend.

Damit scheint sich eine Entwicklung zu bestätigen, die unter Staatschef Xi Jinping immer offensichtlicher wird: China, das zuvor äußerst vorsichtig und risikoavers auf dem außenpolitischen Parkett agiert hat, möchte nun verstärkt seinen diplomatischen Einfluss geltend machen. Doch großes Aufsehen möchte man offensichtlich nicht machen. Beim chinesischen Außenministerium hielt man sich am Mittwoch auffällig bedeckt. So sagte Sprecherin Mao Ning lediglich, die Volksrepublik habe die Vermittlungsbemühungen durch Pakistan und andere Länder unterstützt und sich stets für eine Feuerpause eingesetzt.

Tatsächlich dringen nur wenig Informationen aus dem chinesischen Regierungsapparat über seine diplomatischen Aktivitäten in Nahost an die Öffentlichkeit. Aber es dürfte außer Frage stehen, dass das Intervenieren Chinas vor allem die eigenen nationalen Interessen absichern sollte.

„China hilft dem Iran dabei, sein Raketenprogramm wieder aufzubauen“, hieß es etwa zuletzt in einem aktuellen Bericht des renommierten Washingtoner „Institute for the Study of War“. Wie der britische „Telegraph“ berichtete, sollen zuletzt fünf Schiffslieferungen mit mutmaßlich Natriumperchlorat – jener Chemikalie, die essenziell ist für die Produktion von Raketentreibstoff – aus China im Iran angekommen sein. Und bereits seit Jahren hat die Volksrepublik rund 90 Prozent des Rohöls, welches der Iran exportiert, zuverlässig abgekauft – und damit dem Mullah-Regime eine wirtschaftliche Absicherung geboten. Auch die Technologie, mit der Teheran das eigene Internet zensiert und seine Bevölkerung überwacht, dürfte zu erheblichen Teilen aus China stammen.

Doch während die Volksrepublik ihren strategischen Verbündeten Iran offensichtlich unterstützt, hat sie gleichzeitig kein Interesse an einem außer Kontrolle geratenen Krieg. Würde nämlich Trump seine Drohung wahr machen, die Energieinfrastruktur niederzubomben, so bedrohte dies ein wichtiges Geschäftsmodell Chinas: Peking ist der mit Abstand größte Abnehmer iranischen Rohöls, das bequemerweise auch in Renminbi bezahlt wird – und zwar zu massiven Rabatten. Zudem würde der Krieg langfristig auch den globalen Konsum schwächen, insbesondere in Europa – dem wichtigsten Importeur chinesischer Waren.

Wie es nun in Nahost weitergeht, darüber herrscht auch unter chinesischen Kommentatoren große Skepsis. „Ich habe zwar nie daran gezweifelt, dass die USA und der Iran genügend Spielraum für Kompromisse haben. Doch Sorgen macht mir, dass Israel diesen Prozess blockiert“, meint etwa Hongda Fan, führender Iran-Experte aus China.

Das jetzige Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran habe nur dann eine nachhaltige Chance, wenn sich die Beziehungen zwischen dem Iran und Israel ebenfalls verbesserten. Doch auch Peking dürfte in den kommenden Monaten verstärkt gefordert werden. Der iranische Botschafter in Peking hat am Mittwoch bereits den Wunsch ausgedrückt, dass „große Länder wie China und Russland“ als Sicherheitsgarant fungieren sollten, damit die USA den Krieg nicht wieder aufnehmen.
Frankfurter Rundschau 9.4.2026

Selbstverständlich achtet China auf sein Wohl. Ebenso wie die USA.
Jedoch nicht so hemdsärmelig wie die Helden in drittklassigen Western.
Wo da großmäulig getönt wird, wird dort still gehandelt.
Und der stille Akteur hat damit mehr Erfolg als der Polterer.
Auch darum, weil sich deren Partner nicht erpresst fühlen.

Deutlich ist aber auch herauszulesen, dass sich Israel um nichts schert.

Bei Correctiv lautet das Thema des Tages: Ende der Großmacht USA?
In Europa, besonders in Deutschland würde die Panik ausbrechen.

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