will sich mit mehreren Schiffen nach Gaza aufmachen. Das kündigte IHH-Chef Bülent Yildirim in Istanbul an.
Istanbul – Die regierungsnahe und islamistische Hilfsorganisation IHH plant einen Schiffskonvoi in Richtung Gaza. Das kündigte der Generalsekretär der IHH, Bülent Yildirim, am Samstag (17 .Februar) bei der Palästina-Konferenz „Diriliş Buluşmaları Filistin“ (übersetzt: Auferstehungskonferenz Palästina) in Istanbul an.
„Wir werden nach Gaza fahren. Wir werden Schiffe kaufen. Wir werden ins Mittelmeer hinausfahren. Der Weg heißt Palästina“, sagte Yildirim und warb für Spenden für das Projekt. „Die Zeit für Gespräche ist vorbei“, so der IHH-Chef weiter. Auch aus Europa und anderen Ländern sollen sich Schiffe nach Gaza aufmachen und Aktivisten aus dutzenden Ländern daran teilnehmen.
IHH organisiert Marsch auf US-Soldaten in Incirlik
Am 5. November hatte die IHH einen Marsch auf die Luftwaffenbasis Incirlik organisiert, die auch von US-Truppen genutzt wird. Auf X teilte Yıldırım das Ziel dieser Aktion mit: „Möge Allah uns und alle muslimischen Länder vor diesen amerikanischen Basen bewahren.“ In den Konvois, bestehend aus Autos, Bussen und LKW waren neben Palästina-Flaggen auch Transparente mit antisemitischen Sprüchen zu sehen. Auf einem LKW zeigten Aufnahmen die Aufschrift mit dem Spruch „Nieder mit den israelischen Schweinen“.
Yildirim gilt als Verehrer des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der den Kult um den Staatschef in islamistischen und nationalistischen Kreisen aufrechterhält. Israel habe schon in der türkischen Putschnacht vom 15. Juli 2016 den Gazastreifen angreifen wollen, wäre dieser erfolgreich ausgegangen.
„Am 15. Juli brachten Hamas-Freunde im israelischen Funkverkehr die Sätze ‚Wenn Erdogan fällt, dann fangt an zu bombardieren“, sagte Yildirim in einer TV-Sendung auf TV Net. Daher sei die Gleichung, „wenn die Türkei fällt, fällt Gaza“, nicht abwegig. Den Funkverkehr, in dem das gesagt wurde, sollen „die Freunde von der Hamas“ ihm damals vorgespielt haben.
IHH erhält Preis von Al-Qaida Ableger in Syrien
Immer wieder tauchen vor allem in den regierungskritischen Medien Nachrichten über die IHH und islamistischen Gruppen etwa in Syrien auf. 2017 hatte die IHH einem Bericht von Sol Haber zufolge von dem Al Qaida Ableger Haiʾat Tahrir asch-Scham einen Preis erhalten, weil sie zu den „heimlichen Helden der Revolution“ gehöre.
Auch soll es Verbindung zwischen der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) und der IHH geben. Das zumindest schreibt die Zeitung Bir Gün unter Berufung auf die Zeugen von Merve D. und Walentina S., die 2013 aus Deutschland nach Syrien gereist waren, offenbar auch dort geheiratet und sich den Dschihadisten angeschlossen haben. Laut Merve D. soll sie und ihr türkischer Ehemann Hilfsgüter, die von der IHH kamen, während ihres Aufenthalts in Syrien verteilt haben, schreibt das Blatt. Im Folgejahr wurden beide in der Türkei von der Polizei aufgegriffen, Slobodjanjuk wurde nach Deutschland abgeschoben, während Merve D. auf freien Fuß kam.
IHH Organisator der Gaza-Hilfsflottille von 2010
Die IHH gelangte 2010 zu internationaler Bekanntheit, als die Gaza-Hilfsflottille in internationalen Gewässern von der israelischen Marine gestürmt wurde. Dabei wurde auf der Mavi Marmara neun Aktivisten getötet und mehrere Aktivisten sowie israelische Soldaten verletzt. Die IHH gehörte zu den Organisatoren der Flottille. An Bord waren auch Mitglieder der IHH. Nach der Zahlung von 20 Millionen US-Dollar an die Türkei kam es zwischen beiden Staaten wieder zur Versöhnung.
Beziehungen zwischen Israel und Türkei angespannt
Seit dem Überfall der radikal-islamischen Hamas am 7. Oktober vergangenen Jahres sind die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei angespannt. Erdogan hatte die Hamas nach dem Überfall unter anderem eine Befreiungsorganisation genannt, die ihr Volk befreien wolle. Zuletzt hatte Erdogan erneut den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu scharf angegangen. „Die Möchtegern-Hitler-Regierung von Netanjahu überschreitet in ihrer Politik der Brutalität und des Massakers seit dem 7. Oktober jeden Tag eine neue rote Linie“, sagte der türkische Präsident. Eine Flottille ähnlich wie 2010 würde erneute die Beziehungen zwischen beiden Staaten massiv belasten. (erpe)
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will sich mit mehreren Schiffen nach Gaza aufmachen. Das kündigte IHH-Chef Bülent Yildirim in Istanbul an.
Istanbul – Die regierungsnahe und islamistische Hilfsorganisation IHH plant einen Schiffskonvoi in Richtung Gaza. Das kündigte der Generalsekretär der IHH, Bülent Yildirim, am Samstag (17 .Februar) bei der Palästina-Konferenz „Diriliş Buluşmaları Filistin“ (übersetzt: Auferstehungskonferenz Palästina) in Istanbul an.
„Wir werden nach Gaza fahren. Wir werden Schiffe kaufen. Wir werden ins Mittelmeer hinausfahren. Der Weg heißt Palästina“, sagte Yildirim und warb für Spenden für das Projekt. „Die Zeit für Gespräche ist vorbei“, so der IHH-Chef weiter. Auch aus Europa und anderen Ländern sollen sich Schiffe nach Gaza aufmachen und Aktivisten aus dutzenden Ländern daran teilnehmen.
IHH organisiert Marsch auf US-Soldaten in Incirlik
Am 5. November hatte die IHH einen Marsch auf die Luftwaffenbasis Incirlik organisiert, die auch von US-Truppen genutzt wird. Auf X teilte Yıldırım das Ziel dieser Aktion mit: „Möge Allah uns und alle muslimischen Länder vor diesen amerikanischen Basen bewahren.“ In den Konvois, bestehend aus Autos, Bussen und LKW waren neben Palästina-Flaggen auch Transparente mit antisemitischen Sprüchen zu sehen. Auf einem LKW zeigten Aufnahmen die Aufschrift mit dem Spruch „Nieder mit den israelischen Schweinen“.
Yildirim gilt als Verehrer des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der den Kult um den Staatschef in islamistischen und nationalistischen Kreisen aufrechterhält. Israel habe schon in der türkischen Putschnacht vom 15. Juli 2016 den Gazastreifen angreifen wollen, wäre dieser erfolgreich ausgegangen.
„Am 15. Juli brachten Hamas-Freunde im israelischen Funkverkehr die Sätze ‚Wenn Erdogan fällt, dann fangt an zu bombardieren“, sagte Yildirim in einer TV-Sendung auf TV Net. Daher sei die Gleichung, „wenn die Türkei fällt, fällt Gaza“, nicht abwegig. Den Funkverkehr, in dem das gesagt wurde, sollen „die Freunde von der Hamas“ ihm damals vorgespielt haben.
IHH erhält Preis von Al-Qaida Ableger in Syrien
Immer wieder tauchen vor allem in den regierungskritischen Medien Nachrichten über die IHH und islamistischen Gruppen etwa in Syrien auf. 2017 hatte die IHH einem Bericht von Sol Haber zufolge von dem Al Qaida Ableger Haiʾat Tahrir asch-Scham einen Preis erhalten, weil sie zu den „heimlichen Helden der Revolution“ gehöre.
Auch soll es Verbindung zwischen der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) und der IHH geben. Das zumindest schreibt die Zeitung Bir Gün unter Berufung auf die Zeugen von Merve D. und Walentina S., die 2013 aus Deutschland nach Syrien gereist waren, offenbar auch dort geheiratet und sich den Dschihadisten angeschlossen haben. Laut Merve D. soll sie und ihr türkischer Ehemann Hilfsgüter, die von der IHH kamen, während ihres Aufenthalts in Syrien verteilt haben, schreibt das Blatt. Im Folgejahr wurden beide in der Türkei von der Polizei aufgegriffen, Slobodjanjuk wurde nach Deutschland abgeschoben, während Merve D. auf freien Fuß kam.
IHH Organisator der Gaza-Hilfsflottille von 2010
Die IHH gelangte 2010 zu internationaler Bekanntheit, als die Gaza-Hilfsflottille in internationalen Gewässern von der israelischen Marine gestürmt wurde. Dabei wurde auf der Mavi Marmara neun Aktivisten getötet und mehrere Aktivisten sowie israelische Soldaten verletzt. Die IHH gehörte zu den Organisatoren der Flottille. An Bord waren auch Mitglieder der IHH. Nach der Zahlung von 20 Millionen US-Dollar an die Türkei kam es zwischen beiden Staaten wieder zur Versöhnung.
Beziehungen zwischen Israel und Türkei angespannt
Seit dem Überfall der radikal-islamischen Hamas am 7. Oktober vergangenen Jahres sind die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei angespannt. Erdogan hatte die Hamas nach dem Überfall unter anderem eine Befreiungsorganisation genannt, die ihr Volk befreien wolle. Zuletzt hatte Erdogan erneut den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu scharf angegangen. „Die Möchtegern-Hitler-Regierung von Netanjahu überschreitet in ihrer Politik der Brutalität und des Massakers seit dem 7. Oktober jeden Tag eine neue rote Linie“, sagte der türkische Präsident. Eine Flottille ähnlich wie 2010 würde erneute die Beziehungen zwischen beiden Staaten massiv belasten. (erpe)
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Na, das hat noch gefehlt ... bleibt abzuwarten was von den Plänen umgesetzt werden kann.