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Genau so sehe ich das auch

Von Feierabend-Mitglied 03.03.2024, 08:20

Fragen Sie Frau Eva
16 Min. ·
Das hat kein Toter verdient
Was sich vor einigen Tagen, rund um die Beisetzung von Alexej Nawalny angespielt hat, ist an Pietätlosigkeit kaum zu überbieten.
Man kann über Alexej Nawalny denken was man will, aber das haben weder er, noch seine trauernde Familie verdient.
Schon kurz nach dem Tod von Nawalny hieß es aus Russland, er sei an einem Blutgerinnsel gestorben.
Dass sich jetzt kein russischer Gerichtsmediziner traut, eine andere Todesursache zu benennen ist leider verständlich, wenn man sich anschaut, wie unmenschlich die russischen Machthaber mit seiner Leiche und vor allem, seiner trauernden Familie umgehen.
Da wurde die Familie massiv unter Druck gesetzt, dass Nawalny in kleinster familiärer Runde, praktisch geheim, beigesetzt werden sollte, sonst wollte man die Leiche nicht an die Familie übergeben. Wie die Familie es geschafft hat, dass der Leichnam doch freigegeben wurde ist mir nicht bekannt.
Dann kam die nächste Hürde, die die Familie nehmen musste. Es ließ sich kein Leichenwagen auftreiben, der Nawalny von der Leichenhalle zum Friedhof bringen sollte. Scheinbar sämtliche Bestatter in Moskau hatten Drohungen erhalten und weigerten sich standhaft den Transport zu übernehmen.
Aber auch das hat die Familie gemeistert, Nawalnys Leiche kam mit einiger Verspätung am 01.03.2024 dann doch noch zu seiner Beerdigung. Nachdem es auch im Leichenschauhaus Probleme gab und man den Leichnam nicht rausgeben wollte, ging es dann doch mit etwa einer Stunde Verspätung in einem Transporter Richtung Friedhof.
Natürlich blieb die Beisetzung nicht geheim und es versammelten sich tausende von Menschen in ganz Russland, um von Nawalny Abschied zu nehmen, was für viele seiner Anhänger nicht ohne Folgen blieb.
„In Moskau kommen am Freitag Tausende Menschen bis in die späten Abendstunden zur Trauerzeremonie, um Alexej Nawalny die letzte Ehre zu erweisen. Dabei sind sie umringt von einem massiven Polizeiaufgebot und werden von Kameras überwacht. In ganz Russland soll es laut Beobachtern bereits mehr als 100 Festnahmen gegeben haben.“
Da scheint die russische Führungsriege mächtig Angst vor einem Toten zu haben.
Kremlsprecher Pestkopf ließ verlauten, dass man der trauernden Familie nichts vorzuschreiben habe, man würde aber im Rahmen des Gesetzes mit aller Härte vorgehen.
Trauerfeiern und Beerdigungen sind halt scheinbar nichtgenehmigte Versammlungen.
Auch der deutsche Botschafter in Russland, Alexander Graf Lambsdorf, hat wohl mal wieder den Unmut der russischen Regierung auf sich gezogen. Nachdem man ihm schon zu Weihnachten Gotteslästerung vorwarf, hat er jetzt auch noch an der Beisetzung von Nawalny teilgenommen.
Das ist doch bestimmt mal wieder ein Grund ihn antanzen zu lassen um ihn zu rügen.
Ich bin der Meinung, dass keine trauernde Familie einen solchen Eiertanz verdient hat. Egal wie groß die Rivalität und der Hass auch sein mögen, Alexej Nawalny hinterlässt zwei Kinder, seine Witwe und auch seine Eltern, die ihn geliebt haben und die jetzt, das Recht haben in Ruhe und Würde um den Vater, den Ehemann und den Sohn zu trauern.
In diesem Sinne, bleibt gesund und menschlich.
Euer Rangar der Zeitenwanderer

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