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Altmühl-Radtour im Sommer 2013

Von Feierabend-Mitglied 12.05.2019, 22:18

Der Altmühl-Radweg ist 253 km lang und gilt als Klassiker unter den Fluss-Radwegen.

Es wurde unsere 7. Tour, denn ich hatte sechsmal verlangt, etwas Unbekanntes auszuprobieren. Ich war vorher schon 2x an der Altmühl gewesen.

Als Gruppe muss man die Quartiere lange vorher buchen, ich hatte erlebt, dass sogar Einzelradler noch 20 km über den Berg müssen, wenn sie spontan am Ende einer Etappe Unterkunft suchen.

Bei uns wurde aus der Altmühl-Radtour eine Vier-Flüsse-Tour mit Wasserscheiden-Überquerung. Das hätte man auch mit einem Start in Rothenburg o.T. erreichen können. Aber wir hatten eine gute Zugverbindung aus dem Norden nach Ansbach für uns und unsere Räder.

Eine Nachmittags-Etappe führte uns über Wolframs Eschenbach nach Gunzenhausen, womit wir an der Altmühl waren.

Aber am nächsten Morgen verließen wir die Altmühl gleich wieder, radelten und schoben hoch zu den Brombachseen, dann ging es steil bergab zur Residenz Ellingen. Mittagspause gab es in Weißenburg. Dann wurde es flach, trotzdem wurde die Wasserscheide zwischen Rhein und Donau passiert. Wo schon Karl der Große einen Graben als Verbindungskanal anlegen ließ. Zu den Temperaturen passte ein Eis-Café in Treuchtlingen. Der Rest bis Pappenheim war dann typisch für den Altmühl-Radweg.

Der 3. Tag mit kurzen Pausen in Solnhofen und Dollnstein bestätigte meine zweimaligen früheren Erfahrungen: Ich werde vor Eichstätt nass bis auf die Haut, wenn ich nicht gerade rechtzeitig einen Unterstand finde. Ein Museum, in dem man für 1,5 h trocken bleibt, kann auch helfen. In Eichstätt im Hotel zur trockenen Kleidung wechseln, noch ein paar Innenbesichtigungen, dann war der Regen endlich vorbei.

4. Tag: Man sieht einiges auf den steilen Felsen am Talrand, Burgen und Schlösser. Mittagspause in Kipfenberg, Stadtrundgang in Beilngries. Ich warf einen Blick auf die Schnellfahrstrecke, die mit Tunnelausfahrt - Brücke - Tunneleinfahrt das Altmühltal quert. Das Tagesziel lag hinter Dietfurt in einem Landgasthof.

Einschub: Den Abschnitt Beilngries - Dietfurt radelte ich mutterseelen alleine. Die anderen blieben verständlicherweise an der Altmühl, ich wollte den Rhein-Main-Donau-Kanal in diesem Bereich sehen. 1993 war ich schon einmal von Beilngries bis Riedenburg und zurück unterwegs. Der Kanal noch nicht ganz fertig gestellt, zwischen Dietfurt und Beilngries mussten wir die Räder zum Teil an Baustellen vorbeitragen. Ich wollte sehen, wie es fertig aussah. Nun, es sah aus wie andere Kanäle auch. Viel interessanter war der Abschnitt unterhalb von Dietfurt. Dort nutzt der Kanal über weite Strecken das verbreiterte Bett der Altmühl, teilweise behält die Altmühl aber auch die Schlingen als Altarme. Dann fließt das Altmühlwasser zwischen großen Steinen in den Kanal und kurz danach auf der anderen Seite wieder heraus. Das konnte man 1993 noch gut sehen, weil die Sträucher und Bäume neu gepfanzt und klein waren. 20 Jahre später war alles zugewachsen.

5. Tag: Schönes Wetter, jetzt also am Kanal entlang, 2. Frühstück in Riedenburg, um die Mittagszeit in Kelheim. Wie eingeplant wird eine Schifffahrt auf der Donau nach Kloster Weltenheim gemacht. Die Urdonau musste nach der letzten Eiszeit einen Umweg über das Altmühltal nutzen, bevor ihr dieser spektakuläre Durchbruch gelungen ist. Zwischen senkrecht aufragenden Felsen ist kein Platz für einen Radweg, nicht einmal für einen Trampelpfad reichte es. Also gab es vor den Dampfschiffen auch kein Treidelpfad, um die Schiffe gegen die Strömung zu ziehen. Das Kloster war nicht nur, wie überall in Bayern, für eine Brauerei gut. Die Mitarbeiter ließen lange Taue donauabwärts schwimmen und zogen sie zurück, wenn ein Schiff vertäut war. Am Abend in Kelheim lernte ich, dass nicht nur 'Radler' oder 'Alsterwasser' bei der Bestellung richtig gewählt werden musste, man konnte dabei auch zwischen Pils und Dunkel entscheiden. Seitdem frage ich nach der Dunkel-Version.

6. Tag: Die Altmühl-Tour war beendet, denn wir waren an der Mündung in die Donau angekommen. Aber schon die langfristige Planung sah vor, die kurze Strecke bis Regensburg zu radeln. Wir waren einen Monat nach einem heftigen Donauhochwasser unterwegs und es waren noch deutliche Spuren zu sehen. Regensburg ist sehenswert, aber mit dem Hotel waren wir nicht zufrieden.

7. Tag: Relativ spät bauten wir unsere Tour zu einer 4-Flüsse-Tour aus. Bei Regensburg mündet die Naab in die Donau. Ein schöner Radweg führte uns bis Kallmünz. Dort mündet die Vils in die Naab, über Vilshofen mit kurzer Rast erreichten wir Amberg. Letzte Übernachtung, dann mit dem Zug gen Norden. Anfahrt bis Ansbach, eine Altmühltour, Abfahrt in Amberg, dies schien uns ein Triple-AAA+ wert.

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