Sexuelles Treugelöbnis
Von
Rotschwanz
05.06.2022, 18:13
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Rotschwanz
05.06.2022, 18:13
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Gilt in der Ehe das sexuelle Treugelöbnis weiter, wenn einer der Ehepartner keinen Sex mehr will?
Zum Wesen der Ehe gehört zweifellos sexuelle Exklusivität. Ist die Libido der Frau z. B. infolge Schwangerschaft eingeschränkt oder ist der Partner vorrübergehend erkrankt, so ändert dies hieran nichts. Ich denke, da haben wir noch Konsens.
Schwieriger ist es, wenn ein Partner auf das Ausleben seiner Sexualität komplett verzichten möchte (meist die Frau). Ein gewisser Anteil der Frauen verliert die Libido ganz oder teilweise, und das bereits früh im Leben. Meist geschieht dies, wenn der Sex weder zur Bindung des Partners noch zur Zeugung von Nachwuchs erforderlich ist (d.h., bei verheirateten Frauen mit Kindern).
Viele Frauen, auch hier im Forum, beanspruchen dann trotzdem sexuelle Exklusivität, was auch zum Kern einer Ehe gehört. Andererseits bieten sie dem Mann keine Möglichkeit, in der Ehe seine sexuellen Interessen auszuleben. Auch die gehören aber eigentlich zum Kern einer Ehe.
Zusätzlich verkompliziert wird die Situation dadurch, dass der (ganz oder teilweise) asexuelle Partner keinen Leidensdruck hat. Er/Sie ist auch ohne Sex vollständig zufrieden. Typischerweise wird die Verantwortung für das Problem auch auf den Partner abgewälzt (Man achtet die Frau nicht genügend, lässt sie mit der Hausarbeit allein usw.)
Hier liegt einfach ein Dilemma vor. Egal wie sich der sexuell interessierte Partner verhält, er verhält sich falsch.
Obwohl ich ein wertkonservativer Mensch bin, ist dies ein wesentlicher Grund, der für mich gegen eine herkömmliche Ehe spricht. Es macht für einen Mann keinen Sinn, sich ohne Not in eine Situation zu manövrieren, in der ihn die Frau auf sexuelle Nulldiät setzen kann. Einmal verheiratet, kann der Mann aber nicht mehr gegen das Problem angehen, ohne moralische Standards zu verletzen.
Das Problem scheint mir durchaus bedeutender, als es gemeinhin angenommen wird. Die sexuell ausgehungerte Grundhaltung von Männern ist legendär. Dazu kommt, dass Frauen Sexentzug auch als Druckmittel einsetzen können, um ihre Interessen durchzuboxen.
Übrigens muss festgestellt werden, dass sich die meisten Männer, wenn sie aus der Not heraus das Problem in einer durchaus fairen und langjährigen Affäre suchen und gefunden haben, sich nicht von ihren Ehefrauen trennen wollen. Die vertrauensvolle Liebe, die gemeinsame Familie und das oft schwer erkämpfte Leben im Alltag sind sind eben nicht durch eine Affäre zu ersetzen.
Und der Ehefrau wird nichts, aber auch gar nichts vorenthalten, wenn der Mann etwas tut, was ihr völlig wertlos erscheint. Vielmehr sieht sie einen alternden Ehemann neben sich, der trotz oder gerade wegen der Affäre, ganz offensichtlich sehr zufrieden und glücklich mit sich ist und natürlich auch weiterhin mit ihr gemeinsam alt werden will.
Jede Frau hat natürlich das Recht, völlig auf Sex und Nähe zum Partner zu verzichten. Aber der Partner hat dann auch das gleiche Recht, sich anderweitig in geeigneter Weise den Sex zu holen oder auszuleben, den er zu Gesunderhaltung seiner Person auf Dauer braucht, außer er verzichtet gkleichfalls ohn Not auf weiteren Sex im Leben.