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Seide in blau

Von speedygonzalez Donnerstag 22.09.2022, 15:37

Oh, verdammt, sie fiel mir sofort auf und es war wie der Einschlag einer Granate ins Gedärm. So etwas Graziles, Anmutiges hatte ich noch nicht gesehen. Dabei hatte ich schon einiges gesehen, was sich in der Welt der Reichen und Schönen zeigt, gemalt auch.
Es war eine dieser Partys, die zu besuchen fast eine Verpflichtung war. Wer sonst würde sich heute noch ein Bild malen lassen oder eines meiner anderen Werke kaufen.
Die laue tropische Abendluft, der Duft der Blumen, das leise Plätschern der kleinen anrollenden Wellen, es wäre angenehm, wenn diese Dame in Blau mich nicht so bezirzen würde. Schlank und überaus wohlproportioniert, er-schien sie mir. Wer sonst hätte wohl den Blick dafür. Andere kennt man ja auch schon, die glauben, genügend topplastig im BH sei das Wesentliche, bei mir allenfalls als Blickfang.

Dieses blaue Kleid von allerfeinster purer Seide, dünn und anschmiegsam um-floss es schmeichelnd diesen Körper. Man könnte meinen, Haut und Seide tän-delten oder liebten einander. Dem Anschein nach hatte dieses Kleid nur eine Naht im Rücken, von der Hüfte bis zum Saum. Nach vorne umschlang es die Taille, schmaler zu Trägern werdend, die sich im Busen kreuzten, um den Nacken liefen und als lange Schals wieder vorne herunter kamen und als lose Enden die Brüste bedeckten. Eine schlanke Brilliantspange hielt diese Enden einigermaßen an Ort und Stelle, nur vorbeugen durfte sie sich nicht. Ein Hauch von Wind sorgte hin und wieder für sehr erotische Ansichten. Aber dieses Spielchen, so unauffällig es hier auch ablief, wenn die leichte Abendbrise ihren Körper durch diese Seidenhülle modellierte, wenn sie sich kaum merklich einem anderen Gesprächspartner zuwendete, diese anschmiegsame Hülle sich wieder zu recht schob ... es machte mich fast wahnsinnig. Mein Gott, sie musste doch, egal worüber und mit wem sie sprach, permanent darauf bedacht sein, sich nicht allzu öffentlich zu zeigen. Beachtliche Leistung!
Mein Gott, welch eine Frau und welch ein Kleid! Einen BH trug sie nicht, der hätte bei einem Rückenausschnitt bis hinunter auf die Hüften sehr deplatziert gewirkt, brauchte sie auch nicht. War das alles, was sie trug? Ein Höschen war nicht zu erkennen, wenn ja, war es ebenfalls aus einem Material, welches nir-gends auftrug. Diese schamlose Hülle lag so glatt über ihren Po, die kleinste Bewegung spielte mit der Seide, nahm sie mit an den Beinen entlang, Sakra, wäre sie doch nackt, sie würde weniger aufreizend sein!
Verdammt - sie machte mich rappelig, ich konnte den Blick kaum noch von ihr nehmen. So gut, wie nichts mehr verstand ich von dem, was der andere Party-gast neben mir sagte. Die junge Frau war ganz offensichtlich im Focus der ganzen männlichen Besucher und zum Neid der Ehefrauen hier. Kein Wunder bei den erotischen Signalen, die sie versprühte.
Umringt von einer Gruppe von Männern, einer reicher und protziger, als der andere, versuchten sie alle bei ihr zu landen, oder einen schnellen Blick hinter die Gardine zu erhaschen. Sie lächelte, sie lachte - und hielt sie auf Abstand, was die Gockel gar nicht mochten. Dabei glitt ihr Blick immer wieder in die Runde, ihr Glas Champagner, an dem sie kaum genippt hatte, in der Rechten. Ihr kleiner Pompadour, aus demselben Stoff, wie ihr Kleid, fiel kaum auf.
Dann hatte sie mich gesehen, blieb einen Moment mit den Augen bei mir und wandte ihre Aufmerksamkeit wieder den Gesprächen in der Runde zu, sah aber hin und wieder zu mir herüber. Irgendwann löste sie sich aus dieser Gruppe der Mantelpaviane und kam, Gesprächsangebote rechts und links aus-lassend, gelassen auf mich zu. Mir fiel das Glas fast aus der Hand.
"Herr Bertrand, Martin Bertrand ...?" Fast hätte ich Haltung angenommen, ihre Altstimme verschlimmerte meine sinnlichen Vorstellungen von ihr noch.
"Doch ja, der bin ich. Und mit wem habe ich das Vergnügen?" Es fiel mir un-endlich schwer, ruhig zu sprechen, meinen Blick nicht zu senken und den be-törenden Körper außer Acht zu lassen. Doch genau das bemerkte sie. Mit einem kleinen Lächeln hob sie ihr Glas.
"Marie-Louise Gaston. Schön, dass ich Sie hier treffen kann." Sie stieß mit mir an. "Dann ist es für mich auch ein Vergnügen, Mme. Gaston. Was ist daran so erfreulich - was kann ich für Sie tun?" Sie hatte den Unterton richtig verstan-den, das sah ich ihr an, ihr Lächeln war eine gelungene Antwort. "Sie sind doch Maler, wenn wir richtig informiert sind, oder?" "Doch, das ist soweit richtig." Ich sah sie an und nippte an meinem Glas. Augen wie Onyx, sie dürfte mich nicht so anschauen! Ob der Farbton der braunen Haare echt war? Jedenfalls war es eine vollkommene Harmonie zu ihren Augen.
Meine Spannung entging ihr keineswegs. Bestimmt stellte sie ihr Glas ab und sah mich an.
"Kommen Sie, Herr Bertrand, ich habe etwas mit ihnen zu besprechen. Können wir dazu ein paar Schritte gehen?" Ich hielt den Atem an und stellte mein Glas auch ab. "Natürlich, Mme., es soll mir ein Vergnügen sein."
Galant bot ich ihr den Arm, den sie auch sehr dezent annahm und wir schritten gemessen aus dem Kreis der ungläubig Gaffenden die paar Schritte hinab an den Strand.
Langsam wurde es nächtlicher, je mehr wir den Dunstkreis der Party verließen. Die Musik verklang, dafür kamen die Geräusche der Nacht wieder zum Vor-schein, das wispernde Plätschern der kleinen Wellen, die Tiere der Nacht, die Myriaden der Zikaden. Glühwürmchen waren in der Luft. Mme. Gaston seufzte erleichtert auf.
"Gottseidank." Sie drückte meinen Arm dabei etwas, hielt sich dann aber daran fest, um sich die Sandaletten abzustreifen. Die Schals, dezente Verhüllung ihrer Brüste verschoben sich dabei und gaben mir den Blick frei auf zwei bezaubernde Hügel. Tief durchatmen, Martin!
Weitergehend fragte ich: "Wieso Gottseidank?" Sie drückte meinen Arm wieder, zog ihn auch etwas näher heran, ganz nah fühlte ich ihren Körper. Der Pfad wurde vor einem Gebüsch recht schmal. Meine Hand in ihrem Rücken ließ ihr den Vortritt und sie akzeptierte es. Uuuhh, diese Haut! Nun hatte ich ihre Rück-front, ihren allerliebsten Po, kaum verhüllt durch diese so eng anliegende Seide direkt vor mir. Ihre Bewegung, als sie vor mir weiterging, dieses sanfte Wiegen, die Naht, die durch die Kerbe etwas festgehalten wurde - wenn ich nur könnte, wie ich gern wollte.
Nach zehn Schritten, wieder im Freien, wandte sie sich zu mir um, es konnte ihr nicht verborgen bleiben, wie es um mich stand. Einen Moment zögerte sie, doch dann nahm sie wieder meinen Arm, die Sandaletten in der anderen Hand.
"Martin, ich darf doch Martin sagen, oder? Martin, ich bin froh, aus diesem Treiben dort heraus zu sein. So etwas gefällt mir nicht besonders. Umso mehr, dass ich Dich so schnell gefunden habe, denn das war mein Anliegen, zu die-ser Party zu kommen."
Ich blieb stehen und drehte mich ihr zu. Meinen Arm ließ sie jedoch nicht los. Sie kam gleich zur Sache. "Martin, wir möchten, dass Du ein Bild von mir mahlst." Die Überraschung war gelungen. Ihr Blick etwas bettelnd, etwas schüchtern, was ich nach ihrem Auftreten dort unter den Galanen kaum ver-mutet hätte.
"Dann bitte einmal: wer ist dieses Wir, von dem Sie sprachen ...?" "Marilu, bitte." "Wie, ach so, Marilu, ja gern ... was für ein Bild meinen - meinst Du?" "Mein Mann und ich möchten ein Bild von mir und da bist Du in unser Visier gekommen." "Oh, das freut mich ...", klang hinlänglich bekannt, wurde ich häufiger gefragt. "Und was für ein Bild habt Ihr Euch vorgestellt?" Kam auch recht nebensächlich.
"Traust Du Dir etwas zu, wie 'Die nackte Maja'?"
Nun haute es mich wirklich vom Sockel. Den Titel kannte wohl jeder und das berühmte Bild von Goya auch. Ich sah sie groß an, meine Augen flogen wieder über ihre Gestalt ... "Genau das meine ich, Martin. So sollen die Betrachter das Bild sehen."

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