Er muss sich Sorgen machen
Von
Schachspieler
Donnerstag 25.11.2021, 02:54
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Immer wieder habe ich, besonders in den ersten Jahren unserer Ehe, die Untreue als Trennungsgrund, ohne Ausnahme, genannt. Niemals könne mir so etwas passieren, nicht mal in meinen Gedanken. Jetzt liege ich hier im Schlafzimmer auf dem Bett und bin wütend, auf Henning und auf mich. "Wie konnte mir das passieren? Wieso spürt er, dass da mehr ist als Freundschaft zu Claus?" Wir waren doch vorsichtig gewesen, hatten uns nichts anmerken lassen. Passiert war ja auch nichts, nur ersehnt hatte ich es mir. Dabei hat Henning mir keinen Grund dafür gegeben. Jede Woche schenkt er mir Rosen, jeden Morgen ist Frühstück auf dem Tisch, so wie ich es gerne habe. Er hilft im Haushalt wo es geht, Sex haben wir auch jede Woche, wenn der auch nach Jahrzehnten häufig etwas eintönig geworden ist, was aber nicht nur an ihm liegt. Ja, er ist ungeduldig, unbeherrscht, wenn etwas nicht sofort klappt, regt sich aber auch schnell wieder ab und ist nicht nachtragend. Seine Eifersucht ist früher wirklich manchmal lästig gewesen, ganz ohne hätte mir aber auch etwas gefehlt. Dann, später, hat er mehr darauf vertraut, dass nichts passieren wird, was unsere Ehe zerstören könnte. Und jetzt diese Fragerei, ob er sich Sorgen machen müsse! Dabei brauche ich mittlerweile die Zuneigung von Claus, diese tiefen Blicke, dieses blinde Verstehen, dieses Wohlfühlen in seiner Nähe. Henning muss sich Sorgen machen, ja, nur das Zögern seines Freundes hat mehr verhindert. Niemals könnte ich, werde ich mit Henning darüber reden. Wie denn, ich verstehe es ja selbst nicht.