Was ist Erotik - Definition und Auslegung
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Feierabend-Mitglied
08.01.2023, 16:00 – geändert Dienstag 10.01.2023, 19:21
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Grundsätzlich sollte man Erotik nicht mit Pornografie verwechseln. Erotik beschreibt im Gegensatz zur körperlichen Liebe, den geistig-psychischen Bereich unserer Sexualität, einbeziehend der sinnliche Liebe unseres Liebes- und Geschlechtslebens. Ihre Wahrnehmung kann jedoch geschlechtsspezifisch differieren und je nach unseren sexuellen Neigungen, unserem sozialen und kulturellen Kulturkreis unterschiedlich geprägt sein.
Vereinfacht kann man Erotik als "sexuelles Kopfkino" zusammenfassen. Dies ist zugegeben eine sehr nüchterne und unromantische Auslegung des Ganzen, beschreibt jedoch den Begriff auf dem Punkt genau. Verlasse ich diese Ebene auf eine körperliche, also dem Sexualakt als solchen, hat dieser mit Erotik im Sinne der Definition nichts mehr zu tun. Im Umkehrschluss gibt es keine körperliche Sexualität ohne Erotik. Beide sexuelle Ebenen sind untrennbar miteinander verknüpft und bereichern unser Sexualleben im geistigen und körperlichen Sinn.
Ergänzend bin ich zu diesem Thema im Internet auf die folgende Definition von Erotik gestoßen, welche ich euch nicht vorenthalten möchte. Auf der Seite www.spektrum.de berichten Wissenschaftler über ihre aktuellen Erkenntnisse aus ihren jeweiligen Fachgebieten.
Quelle:
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"Erotik, das Erleben einer vitalisierenden Kraft, die den Menschen ganzheitlich erfaßt und alle Dimensionen seines Seins ergreift: den Leib (der z.B. wie "elektrisiert" erlebt werden kann), die Psyche (z.B. kräftemobilisierend, Steigerung der Lebenslust) und den Geist (z.B. Motivation, Vigilanz, Interesse, Entscheidung). Erotik wird als Einladung zur geschlechtlichen Annäherung an einen anderen Menschen erlebt bzw. an Objekte, da Erotik nicht unbedingt personal sein muß: Es können auch Tiere oder dingliche Objekte subjektiv als erotisch empfunden werden, wenn sie (eventuell angereichert durch Phantasie, Vorerfahrung, Assoziation, Übertragung, Erinnerung) in der Lage sind, die sexuelle Vitalität zu stimulieren. Wesentlich für das erotische Erleben ist das Bestehen einer Distanz. Erotik ist daher gleichsam "Zärtlichkeit ohne Berührung". Mit der Aufgabe der Distanz in der geschlechtlichen Vereinigung verliert sich die Erotik.
Erotik lebt aus dem Spannungsfeld von Anziehung und trennender Distanz. Auf der einen Seite wird der Drang und das Verlangen zu einer ganzheitlichen, sinnlichen Annäherung vital spürbar, die letztlich eine sexuelle Vereinigung als Möglichkeit auslotet und spielerisch im Vorweg des durch die Phantasie angereicherten Erlebens bereits unverbindlich versucht werden kann (Sexualität). Erotik ist damit eine Art "sexuellen Probehandelns" im Sinne von: "Wie wäre es mit uns? – Wie würdest du dich anfühlen?" Dieser Attraktionskraft entgegen wirkt eine (noch) bestehende Distanz, deren Überwindung angestrebt wird, aber durch einen gemeinsamen Konsens bzw. aus objektiven Zwängen heraus nicht (sofort) aufhebbar ist und daher einen Schutz darstellt. Erotik erlaubt daher ein ungehindertes, freies, leicht ins Übermütige gehende "Ausleben" vitaler sexueller Kräfte und Bedürfnisse auf einer spielerischen Ebene. Gerade diese Freiheit der Vitalität im Schutz einer bestehenden (aber als überwindbar empfundenen) Distanz trägt wesentlich zum besonderen Reiz und zur Mächtigkeit der Erotik bei, wodurch sie einen stark lockernden und bis ins Verführerische gehenden Bann erzeugen kann (Erotographie)."
Der vom mir soeben zitierte Artikel beschreibt Erotik unter anderen als Aspekt von Anziehung und trennender Distanz; einem Gesichtspunkt den ich in dieser Form in diesem Forum noch nicht gelesen habe. Des Weiteren wird in diesen der Begriff Erotik als "Zärtlichkeit ohne Berührung" definiert. Ich habe Erotik in meiner Auslegung als "sexuelles Kopfkino" zusammengefasst. Dieses erleben wir ausschließlich in unserer Phantasie unter den Gesichtspunk "Was wäre wenn ... ", geleitet von unseren Erfahrungsschatz, unseren Erinnerungen und Wünschen.