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Typ 2-Diabetes - was nun? Leben mit der Diagnose

Die Diagnose, an Typ-2-Diabetes erkrankt zu sein, ist im ersten Moment natürlich ein Schock. Der Gedanke an einen eingeschränkten Lebensstandard und schreckliche Folgen macht vielen Patient*innen Angst. Auch die Angehörigen sind sofort besorgt, wenn das Wort "Zuckerkrankheit" fällt. Tatsache ist aber: Wenn der erste Schrecken sich gelegt hat, können viele Menschen sehr gut mit Typ-2-Diabetes leben. Denn Diabetes gehört zu den Krankheiten, die sich durch gründliche Aufklärung und einen bewusst gewählten Lebensstil sehr gut behandeln lassen! Eigenverantwortung ist daher das Zauberwort für alle Betroffenen, denn durch einen umsichtigen Umgang mit Diabetes lässt sich der Krankheitsverlauf sehr günstig beeinflussen. Keine Diabetiker*in muss auf Lebensfreude und Genuss verzichten, es kommt nur auf die richtige Mischung an!

Der wichtigste Schritt: die Zusammenarbeit mit dem Arzt

Ärzt*innen beklagen immer wieder, dass ihre Diabetes-Patient*innen zu den schwierigen zählen, die sich gegen eine konstruktive Zusammenarbeit sperren. Schwierig ist die Behandlung deshalb, weil der Krankheitsverlauf im direkten Zusammenhang zur Lebensführung steht. Oft empfinden Patient*innen die Ärzt*in daher als eine Art »schimpfende Instanz«, vor der sie sich gern drücken würden. Grund für dieses Unbehagen ist aber oft das eigene schlechte Gewissen. Keine Ärzt*in hat ihren Beruf ergriffen, um mit erhobenem Zeigefinger über die Ernährungsgewohnheiten oder den Bewegungsmangel der Patient*innen zu schimpfen!

Patient*in und behandelnde Ärzt*in müssen ein Team bilden, um gemeinsam die Gesundheit der Patient*in zu erhalten. Das gelingt gut, solange die behandelte Person Eigenverantwortung übernimmt und die Ärzt*in als eine hilfreiche Partner*in wahrnimmt, der auch in Krisenzeiten unterstützt. Dazu ist eine regelmäßige Protokollierung der Blutzuckerwerte, der Ernährung und der Bewegung im Alltag wichtig. Denn anhand dieser Daten kann die Ärzt*in die optimalen Therapiemöglichkeiten und die Dosierung der Medikamente festlegen. Dadurch steigt für Diabetes-Patient*innen die Lebensqualität und Begleiterkrankungen treten seltener auf. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Ärzt*in ist also der wichtigste Schritt zu einem gesunden Leben – trotz Diabetes!

Wie entsteht Typ-2-Diabetes?

Die Neigung, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, ist leider genetisch vorprogrammiert. Liegt Diabetes mellitus in der Familie, ist das Risiko, selbst zu erkranken, nachweislich höher. Trotzdem trifft es nicht jedes Mitglied einer »süßen« Familie. Faktoren wie Bewegung und Ernährung haben großen Einfluss darauf, ob aus einer Veranlagung eine Erkrankung wird. Doch was genau passiert bei dieser komplexen Erkrankung im Körper?

Typ-2-Diabetes zählt zu den chronischen Stoffwechselerkrankungen. Fatal daran ist, dass der Körper eine Insulinresistenz entwickelt. Ein gesunder Körper produziert mit einem fein abgestimmten System genau so viel Insulin, wie wir brauchen, um die durch die Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate vom Blut in die einzelnen Körperzellen zu transportieren. Dabei funktioniert der Botenstoff Insulin wie ein Schlüssel, der die Körperzellen aufschließt, um die Energie in Form von Zucker in die Zellen zu bringen. Sind wir gegen das körpereigene Insulin resistent, verbleibt der Zucker im Blut.

Der Blutzuckerspiegel steigt immer weiter an, das Blut wird dickflüssig, die Zellen bleiben unterversorgt. Das hat Folgeerkrankungen und Begleiterkrankungen zur Folge, da die Blutgefäße und Nervenzellen langfristig geschädigt werden. Schlaganfall und Herzerkrankungen, Netzhautschäden, Durchblutungsstörungen oder Nierenschwäche können die Folge sein. Den Diabetes ernstzunehmen und den Lebensstil neu zu überdenken, ist also für jede eigenverantwortliche Diabetiker*in eine echte Herausforderung.

Mit welchen Symptomen macht Typ-2-Diabetes sich bemerkbar?

Oft macht Diabetes sich im Anfangsstadium nur schleichend bemerkbar. Ein regelmäßiger Check beim Arzt ist also gerade für Menschen, die erblich vorbelastet sind, eine wichtige Maßnahme zum Vorbeugen. Erste spürbare Symptome sind häufige Müdigkeit, eine allgemeine Leistungsschwäche und ein Gefühl der Abgeschlagenheit. Häufiges Wasserlassen und ein gesteigerter Durst weisen darauf hin, dass der Körper versucht, einen erhöhten Blutzuckerspiegel selbst zu regulieren – denn durch häufiges Trinken wird das Blut verdünnt, der Zucker wird vermehrt wieder ausgeschieden. Daher kommt auch der Name der Krankheit, denn Diabetes mellitus bedeutet so viel wie »honigsüßer Durchfluss«, der Urin wird also süß.

Durch die Insulinresistenz kommt es auch zu einer Gewichtsabnahme ohne Ernährungsumstellung, da die Körperzellen Nährstoffe nicht mehr ausreichend aufnehmen können. Trotz des erhöhten Durstgefühls trocknen der Körper und die Haut aus – was sich ebenfalls unter anderem durch Gewichtsabnahme äußert. Bei einem akut erhöhten Blutzuckerspiegel kann es auch zu Sehstörungen, Orientierungslosigkeit, Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen kommen. Für viele Diabetiker geht eine Überzuckerung auch mit einem Verhalten einher, bei dem sie sich selbst nicht wiedererkennen. Gereiztheit, Aggressivität oder der Drang, in Tränen auszubrechen, können Blutzuckerschwankungen begleiten. Da eine Unterzuckerung ähnliche Symptome aufweisen kann, ist es ausgesprochen wichtig, den Blutzucker zu messen, sobald Patient*innen Veränderungen in ihrem Befinden wahrnehmen.

Diabetes bietet nicht nur Herausforderungen, sondern auch Chancen!

Natürlich wünscht sich niemand eine so komplexe Stoffwechselerkrankung wie Diabetes. Ist der erste Schreck über die Diagnose aber erst einmal überwunden, bietet Diabetes auch eine starke Motivation, den Lebensstil positiv zu verändern. Viele Menschen würden aus den verschiedensten Gründen gern abnehmen, mehr Bewegung in ihren Tag einbauen, abwechslungsreicher essen, mehr auf Entspannung und Entschleunigung achten – ein gesunder Lebensstil tut jede*r gut! Leider bleibt es oft bei guten Vorsätzen, weil ein konkreter Grund fehlt, Gewohnheiten zu ändern.

Natürlich kosten Veränderungen immer erst einmal Kraft, denn nichts ist so gemütlich wie die vertraute Komfortzone. Aber es gibt auch wenige Dinge, die uns bei der Vorbeugung von Folgeerkrankungen so sehr motivieren, wie täglich messbare Werte! Eine Diabetes-Erkrankung ist ein Weckruf, um gute Vorsätze endlich in die Tat umzusetzen! Und das Engagement einer eigenverantwortlich handelnden Patient*in wird auf jeden Fall belohnt: mit Wohlbefinden, optimalen Langzeitwerten und neuer Lebensfreude. Zum Glück ist Diabetes eine Erkrankung, die wir ganz konkret aktiv beeinflussen können!

Das tägliche Leben mit Typ-2-Diabetes meistern

Zwei Faktoren bestimmen über das tägliche Leben eines Diabetikers: Ernährung und Bewegung. Erst, wenn wir auf den Blutzuckerspiegel achten müssen, stellen wir fest, wie ungesund wir uns in der Regel ernähren. Gerade in den Industrienationen gehören leider mit Zucker versetzte Nahrungsmittel zum normalen Speiseplan, selbst da, wo wir niemals Zucker vermuten würden! Direkt beim Einkauf die Nährwertangaben der Lieblingsprodukte zu lesen, ist also keine schlechte Idee. Von einigen dieser Lieblingsprodukte wird sich jede*r gesundheitsbewusste Diabetes-Betroffene dann verabschieden müssen, aber diese Maßnahme wäre dann mit Sicherheit auch ohne Diabetes sinnvoll gewesen.

Eine spezielle Diabetes-Diät muss allerdings kein Betroffener mehr befürchten! Klischees über einen strengen Diätplan kommen aus der Vergangenheit, als die Krankheit noch nicht so präzise behandelt werden konnte. Eine gesunde und ausgewogene Mischkost mit viel Gemüse, abwechslungsreichen Salaten und Vollkornprodukten ist für jeden Menschen ratsam, für solche mit Diabetes umso mehr, da Nahrungsmittel mit wenigen oder langkettigen Kohlenhydraten den Blutzuckerspiegel sanft ansteigen lassen, anstatt in die Höhe zu schnellen.

Neben den Kohlenhydraten sollten Diabetespatient*innen auch die Kalorien im Auge behalten. Übergewicht und Diabetes stehen in einem direkten Zusammenhang und rund 90 % aller Typ-2-Diabetiker*innen kämpfen auch mit Übergewicht. Auf die gesunde Art Gewicht zu verlieren, nämlich durch eine ausgewogene Ernährung, nicht durch einen zu hohen Blutzuckerspiegel, ist in diesen Fällen besonders wichtig. Ist der innere Schweinehund aber erst einmal überwunden, fängt es an, Spaß zu machen! Das Ausprobieren neuer Rezepte aus einem Ernährungsratgeber und ein Spaziergang über den Wochenmarkt, um frische Lebensmittel zu kaufen, bereitet Freude! Und Diabetiker*innen werden schließlich doppelt belohnt, wenn sie auf ihre Ernährung achten – mit gesundem Genuss und guten Blutzuckerwerten!

Bewegung: Spaß statt Verbissenheit!

Auch Bewegung ist ein wichtiger Aspekt bei der Unterstützung der Diabetes-Therapie. Die Bewegung hat gleich mehrere positive Effekte. Sie senkt unmittelbar den Blutzuckerspiegel, fördert die Durchblutung, stärkt Herz und Kreislauf und verringert das Gewicht. Als Bonus sorgt sie auch noch für gute Laune, baut Stress ab und regt den allgemeinen Stoffwechsel an. Wer vielleicht jahrelang keinen Sport getrieben hat oder mit Übergewicht kämpft, sollte sich allerdings nicht unter Druck setzen, denn das führt nur zu Frustration und nimmt die Motivation!

Klein anzufangen und die Kondition langsam aufzubauen, ist der bessere Weg. Spaziergänge an der frischen Luft, kleine Fahrten mit dem Rad oder Ausflüge ins Schwimmbad sind allemal besser, als auf dem Sofa sitzen zu bleiben, weil wir unsportlich sind! Aber Vorsicht: Traubenzucker oder ein süßes Getränk gehören immer in die Tasche, falls es zu einer Unterzuckerung kommt! Wer sich einer Gruppe anschließt, findet sogar neue Freunde und ist viel motivierter, sich aufzuraffen und sich selbst etwas Gutes zu tun! Zum Beispiel kann man sich im Bewegungstagebuch von Typ-2-Interaktiv gemeinsam mit Anderen zur Bewegung motivieren und zusammen mit der Community Schritte sammeln.

Tipps für Angehörige und Freunde

Natürlich erfordert Diabetes eine Umstellung im täglichen Leben. Aber die manchmal etwas holprige Übergangsphase hält ja nicht ewig an. Keine Diabetiker*in möchte bemitleidet werden, aber aktives Mitgefühl ist eine große Hilfe! Freunde und Verwandte können helfen, indem sie Betroffene ganz praktisch unterstützen, ohne ihnen die Eigenverantwortung zu nehmen. Kleine Services wie Fahrten zum Arzt anzubieten, gemeinsam Sport zu treiben oder zusammen frisch und lecker zu kochen, zählt für Familien und Freunde sowieso oft zum täglichen Programm. Und falls das bisher nicht so war, ist die Diabetes-Diagnose ein guter Grund, wieder mehr Zeit miteinander zu verbringen und gemeinsam auf einen guten Lebensstil zu achten!

Auch Stimmungstiefs gehören für Diabetiker*innen leider zum Leben, denn nicht nur die Angst vor Spätfolgen ist belastend. Ein schwankender Blutzuckerspiegel lässt auch die Stimmungen schwanken. Man muss keine Diabetiker*in sein, um zu wissen, dass Blutzuckerschwankungen aufs Gemüt schlagen. Wer von uns ist noch nie zu einer zickigen Diva geworden, weil er den ganzen Tag nichts gegessen hatte und der Blutzucker »im Keller« war? Für einen Mensch mit Diabetes ist dieses Gefühl bei einer akuten Unterzuckerung noch vielfach verschärft und kann sogar zum Koma führen. Auch ein zu hoher Blutzuckerspiegel kann zu ähnlichen Anzeichen führen wie Gereiztheit und Aggressivität.

In solchen Situation als Angehöriger die Ruhe zu bewahren und beherzt zum Messgerät zu greifen und auf einen Test zu bestehen, ist keineswegs Bevormundung, sondern aktive Hilfe in einer akuten Gefahrensituation, die sich schnell bereinigen lässt, wenn die Ursachen gefunden sind. Auch für Angehörige wird das Leben mit Diabetes schnell zu einer Routine, die das Miteinander nicht belasten muss. Ganz im Gegenteil – bei der Umstellung des Lebensstils einfach mal mitzumachen, tut jedem gut!

Austausch mit anderen Betroffenen

Vielen Betroffenen und Angehörigen hilft es, sich mit anderen Menschen, die ebenfalls betroffen sind, über die Krankheit und das Leben damit auszutauschen. Ein solcher Austausch über Diabetes kann neuen Mut geben oder auch wertvolle Tipps zum Leben mit Diabetes liefern und Betroffene können so von der Erfahrung Anderer profitieren.

Einen Ort hierfür bietet zum Beispiel die Typ-2-Interaktiv-Community bei Feierabend. Also: nicht zögern und jetzt mit anderen Betroffenen und Interessierten den Austausch suchen, sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam zum besseren Lebensstil finden.

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