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Unterm weißen Baum

Von Feierabend-Mitglied Mittwoch 29.03.2023, 14:40

Unterm weißen Baume sitzend,

Hörst du fern die Winde schrillen,

Siehst, wie oben stumme Wolken

Sich in Nebeldecken hüllen;



Siehst, wie unten ausgestorben
Wald und Flur,
wie kahl geschoren;
–
Um dich Winter, in dir Winter,

Und dein Herz ist eingefroren.



Plötzlich fallen auf dich nieder
Weiße Flocken,
und verdrossen
Meinst du schon,
mit Schneegestöber

Hab' der Baum dich übergossen.



Doch es ist kein Schneegestöber,

Merkst es bald mit freud'gem Schrecken;

Duft'ge Frühlingsblüten sind es,


Die dich necken und bedecken.


Welch ein schauersüßer Zauber!

Winter wandelt sich in Maie,

Schnee verwandelt sich in Blüten,

Und dein Herz, es liebt aufs neue.

Heinrich Heine, 1797-1856
Bild Pixabay

Bei lesen von Carlos Beitrag fiel mir dieses Gedicht ein, ich hatte es schon einmal eingesetzt, aber ich finde das man es auch noch mal lesen kann.
Zumal da es sehr gut zum Wetter paßt dieses Jahr.

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