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Im Herbste

Von Feierabend-Mitglied Donnerstag 14.10.2021, 11:38 – geändert Donnerstag 14.10.2021, 14:02

Es rauscht, die gelben Blätter fliegen,
am Himmel steht ein falber Schein:
du schauerst leis und drückst dich fester
in deines Mannes Arm hinein.

Was nun von Halm zu Halme wandelt,
was nach den letzten Halmen greift,
hat heimlich im Vorübergehen
auch dein geliebtes Haupt gestreift.

Doch reißen auch die zartenFäden,
die warme Nacht auf Wiesen spann -
es ist der Sommer nur, der scheidet ;
Was geht denn uns der Sommer an !

Erlosch auch hier ein Duft,ein Schimmer,
ein Rätsel, das dich einst bewegt,
daß du in meine Hand gefangen
die freie Mädchenhand gelegt.

O schaudre nicht ! Ob auch unmerklich
der schönste Sonnenschein verran -
es ist der Sommer nur der scheidet ;
was geht denn uns der Sommer an.


Theodor Storm

eig.Bild

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