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Gedächtnisfeier - Heinrich Heine

Von EwigerBrunnen01 Montag 14.02.2022, 12:15

Skizze: Alfons Schweiggert

Dieses Gedicht hat Heine auf seinem Krankenlager (Matratzengruft) verfasst. Dabei ist unschwer erkennbar, dass er trotz der schweren Erkrankung seine Ironie und geistige Spritzigkeit nicht verloren hat.

Keine Messe wird man singen,
keinen Kadosch wird man sagen,
nichts gesagt und nichts gesungen
wird an meinen Sterbetagen.

Doch vielleicht an solchem Tage,
wenn das Wetter schön und milde,
geht spazieren auf Montmartre
mit Paulinen Frau Mathilde.

Mit dem Kranz von Immortellen
kommt sie, mir das Grab zu schmücken,
und sie seufzet: »Pauvre homme!«
Feuchte Wehmut in den Blicken.

Leider wohn ich viel zu hoch,
und ich habe meiner Süßen
keinen Stuhl hier anzubieten;
ach! sie schwankt mit müden Füßen.

Süßes, dickes Kind, du darfst
nicht zu Fuß nach Hause gehen;
an dem Barrieregitter
siehst du die Fiaker stehen.

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