Friedrich Hölderlin
Von
EwigerBrunnen01
Dienstag 18.10.2022, 11:28 – geändert Dienstag 18.10.2022, 11:31
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EwigerBrunnen01
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Eigenes Foto - leider nicht am Neckarstrand, sondern die Ruhr bei Kemnade (Bochum)
Abba = Kosename für Vater im Judentum
Guter Carl! – in jenen schönen Tagen
saß ich einst mit dir am Neckarstrand.
Fröhlich sahen wir die Welle an das Ufer schlagen,
leiteten uns Bächlein durch den Sand.
Endlich sah ich auf.
Im Abendschimmer stand der Strom.
Ein heiliges Gefühl bebte mir durchs Herz;
und plötzlich scherzt‘ ich nimmer,
plötzlich stand ich ernster auf vom Knabenspiel.
Bebend lispelt‘ ich, wir wollen beten!
Schüchtern knieten wir in dem Gebüsche hin,
Einfalt, Unschuld war‘s, was unsre Knabenherzen redeten.
Lieber Gott! Die Stunde war so schön.
Wie der leise Laut dich "Abba!" nannte!
Wie die Knaben sich umarmten!
Himmelwärts ihre Hände streckten!
Wie es brandte – im Gelübde, oft zu beten - beider Herz.
Fr. Hölderlin (mit 16 Jahren gedichtet)