Freiheit - Friedrich Stoltze 1816 - 1891
Von
EwigerBrunnen01
Freitag 02.12.2022, 10:12 – geändert Freitag 02.12.2022, 10:13
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EwigerBrunnen01
Freitag 02.12.2022, 10:12 – geändert Freitag 02.12.2022, 10:13
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Ihr könnt in meinen alten Tagen
mich schleppen vor ein Strafgericht,
mich samt der Gicht in´s Zuchthaus tragen,
doch bessern, bessern, wird´s mich nicht!
Das Übel ist mir anerzogen,
und, ach, so etwas haftet schwer;
es stammt noch von den Demagogen,
noch aus dem alten "Rebstock" her.
Dort auf dem Arm – als kleines Bübchen –
nahm mich die Göttin Freiheit schon,
trug singend mich herum im Stübchen,
und ich behielt des Liedes Ton.
Von Freiheit muß ich immer singen,
so lang´ mein Herz noch fühlt und lebt;
nach Freiheit, Freiheit muß ich ringen,
so lange, bis man mich begräbt.
Begräbt man mich im schwarzen Röckchen,
das Meister Hobel hat gefügt,
ich bitt´ um ein paar Blumenglöckchen,
sonst weiter gar nichts. Das genügt.
Im Leben hatte ich der Schmerzen,
der Pein, der Sorge so vollauf;
der Tod nimmt mir den Stein vom Herzen,
o, wälzt mir keinen neuen drauf!
Und wann die Siegeshörner blasen,
und glüht der Völker Morgenroth,
heb´ ich hinweg den leichten Rasen
und rufe "Freiheit" noch im Tod.
Wie passend sind diese Worte angesichts der derzeitigen Lage in einigen Ländern. Auch dort erschallt der Ruf "Freiheit" immer lauter. Hoffen wir dass die Freiheit siegen wird.