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Da ich ein Knabe war - Fr. Hölderlin

Von EwigerBrunnen01 Donnerstag 21.10.2021, 09:35

Bildquelle: Pixabay kostenlos

Dieses Gedicht war vielleicht ursprünglich als Lied innerhalb des Hyperion-Romans gedacht

Da ich ein Knabe war, rettet' ein Gott mich oft
vom Geschrei und der Ruthe der Menschen.
Da spielt' ich sicher und gut mit den Blumen des Hains,
und die Lüftchen des Himmels spielten mit mir.

Und wie du das Herz der Pflanzen erfreust
wenn sie entgegen dir die zarten Arme strecken
so hast du mein Herz erfreut Vater Helios!
Und wie Endymion, war ich dein Liebling, Heilige Luna!

O all' ihr treuen freundlichen Götter!
Daß ihr wüßtet wie auch meine Seele geliebt!
Zwar damals rief ich noch nicht euch mit Namen,
auch ihr nanntet mich nie
wie die Menschen sich nennen als kennten sie sich.

Doch kannt' ich euch besser,
als ich je die Menschen gekannt,
ich verstand die Stille des Aethers
der Menschen Worte verstand ich nie.

Mich erzog der Wohllaut des säuselnden Hains,
und lieben lernt' ich unter den Blumen.
im Arme der Götter wuchs ich groß.






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