Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

2 2

An den Hofrat Georg S. in Göttingen - H. Heine

Von EwigerBrunnen01 Donnerstag 10.02.2022, 09:21

Bild: gemeinfrei

Stolz und gebietend ist des Leibes Haltung,

doch Sanftmut sieht man um die Lippen schweben,

das Auge blitzt, und alle Muskeln beben,

doch bleibt im Reden ruhige Entfaltung.



So stehst du auf dem Lehrstuhl, von Verwaltung

der Staaten sprechend, und vom klugen Streben

der Kabinette, und von Völkerleben,

und von Germaniens Spaltung und Gestaltung.



Aus dem Gedächtnis lischt mir nie dein Bild!

In unsrer Zeit der Selbstsucht und der Rohheit

erquickt ein solches Bild von edler Hoheit.



Doch was du mir, recht väterlich und mild,

zum Herzen sprachst in stiller trauter Stunde,

das trag ich treu im tiefen Herzensgrunde.

In der „Harzreise“ erwähnt Heine seinen Lehrer Hofrat Georg Sartorius mit folgenden lobenden Worten:
Und warum sollte ich es verschweigen, ich meine hier ganz besonders jenen viel teueren Mann, der schon in frühern Zeiten sich so freundlich meiner annahm, mir schon damals eine innige Liebe für das Studium der Geschichte einflößte, mich späterhin in dem Eifer für dasselbe bestärkte, und dadurch meinen Geist auf ruhigere Bahnen führte, meinem Lebensmute heilsamere Richtungen anwies, und nur überhaupt jene historischen Tröstungen bereitete, ohne welche ich die qualvollen Erscheinungen des Tages nimmermehr ertragen würde.
Ich spreche von Georg Sartorius, dem großen Geschichtsforscher und Menschen, dessen Auge ein klarer Stern ist in unserer dunkeln Zeit, und dessen gastliches Herz offen steht für alle fremden Leiden und Freuden, für die Besorgnisse des Bettlers und des Königs, und für die letzten Seufzer untergehender Völker und ihrer Götter.

Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten

Mitglieder > Mitgliedergruppen > Deutsche Lyrik > Forum > An den Hofrat Georg S. in Göttingen - H. Heine