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Politiker an die Macht 3

Juli steht da und ist wie gelähmt. Sie sieht die ersten bewusst erlebten Treffen mit „IHM" und sie erinnert sich sehr ungern daran.

Ein Außerirdischer hatte Besitz von ihr genommen. Seit Jahren führt Juli ein Doppelleben. Und dieses Doppel will Juli bezwingen,

Damals wusste sie überhaupt nicht nichts von „IHM". Sie wusste, dass er in ihr war und das er Dinge tat, die nicht der Normalität ähnlich waren und nicht erklärbar waren. Seitdem Julie „IHN" in sich spürte, war ihr Fahrradfahren unmöglich geworden. Sie konnte nicht mehrere Dinge gleichzeitig tun. Sie blieb mit den Füssen am Boden kleben und konnte nicht gehen. Sie stolperte über Hindernisse, welche nicht vorhanden. Lustig fand sie es nicht mehr, wenn sie rückwärts lief, aber Brot schneiden wollte. "ER" wollte nicht, dass sie in der Freizeit häkelte und strickte und sie hörte auf damit. Genauso chaotisch ist das Zimmer, welches Juli geöffnet hat. Es ist nur Durcheinander und hier findet sie keine Antwort auf das Wieso und Weshalb.

Juli dreht sich um und geht hinaus. Die Tür verschließt sie und dreht den Schlüssel gleich zweimal im Schloss herum. Ängstlich schaut Juli sich um. Sie weiß, dass niemand hier sein kann und doch fühlt sie sich beobachtet. Sie schaut den Gang entlang und sieht auf der rechten Seite eine geöffnete Tür. In Türbreite aus dem Zimmer dringt eine Helligkeit, die in diesem dunklen Gang Juli’s Augen weh tut. Ihre Hände hält sie schützend vor die Augen. Sie muss sich erst daran gewöhnen. Sie hat dieses hier noch nie bemerkt, diese Tür war noch nie offen und helles Licht hatte sie auch noch nie hier gesehen. Ob „ER“ dies war? Ob „ER“ ihr nun die Zukunft zeigt? Sollte sich hinter dieser Tür, in diesem Zimmer, dort wo es so angenehm scheint, wirklich Juli’s Zukunft sein? Sie zweifelt und doch zieht es sie magisch dorthin.

In dem Moment, in dem sie die Türklinke berührt, ist die Helligkeit weg und Dunkelheit umgibt sie. Dunkelheit ohne das kleinste Fünkchen Helle, nur Dunkelheit. Juli hält den Türgriff krampfhaft fest. Sie ist orientierungslos, hatte sie sich doch so sehr auf diese Helle und Wärme gefreut. Aber so ist „ER“ immer. Das hat Juli schon 6x erlebt. Immer wenn sie sich gut fühlte, dann kam „ER“ und lies sie unbeweglich sein. Immer war das so.

Juli stand da und sie dachte daran, dass es eigentlich Zeit sei, um Medikamente zu nehmen. Doch an was dachte sie da. Der Gedanke war schon Normalität, doch dieses mal war er Unrealistisch. Die Medikamente, für sie, bzw. für „IHN“ waren ihr so wichtig, waren aber nicht mehr bezahlbar. Juli hatte immer noch so viel Geld gehabt, dass sie die Miete, den Strom und Wasser bezahlen konnte. Essen hatte sie nicht jeden Tag, aber das war zu verkraften. Sie brauchte nicht viel. Wenn der Kühlschrank leer war, dann blieb sie eben in ihrem Sessel und blieb einfach sitzen. „ER" war derjenige, der das Geld verbrauchte. Für „IHN“, den ungebetenen Gast, benötigte Juli mehr als sie Rente bekam. Nun war das gesparte Geld aufgebraucht. Was sollte sie tun. Und nur der Türgriff hielt sie.

Was wäre wenn...

Es war eine total unnötige Frage und das wusste Juli auch. So stand sie regelungslos und starr und träumte. Sie träumte mit offenen Augen. Das konnte ihr niemand verbieten. Juli fühlt nichts. Dieser Zustand macht ihr eigentlich Angst. Sie spürt wie ihr Herz schneller zu schlagen beginnt. Sie kann sogar jeden Schlag wahrnehmen. Was beunruhigt sie da nur?

Träumte Juli oder war es Realität. Sie spürte zu intensiv den Schmerz in der Brust, dass dies kein Traum sein konnte. Juli sah sich und viele Menschen. Was taten sie hier? Weshalb war sie hier? Juli schaute genauer hin. Was sie sah, das waren keine Unbekannten, es waren Menschen, die sie alle mit Namen kannte. Angesprochen hatte sie alle schon. Früher hatte sie mit ihnen gesprochen, hatte sie befragt. Früher, als Juli noch als Journalistin für eine große Zeitung arbeitete. Früher, da war das ihr Leben. Und der Job war alles, was sie hatte und er machte ihr sogar Spaß. Damals, als „ER“ zu ihr kam, fingen die Menschen an über sie zu reden. Alkoholiker sei sie und drogenabhängig. Ihre Hände zitterten zwar, aber sie war weder alkohol- noch drogenabhängig. Ungern erinnerte sie sich an das Gerede und das Rechtfertigenmüssen auf die Anschuldigungen.

Und Juli lachte - ja sie lachte. Denn was sie sah, das waren Menschen, deren Symptome sie kannte. Alle hatten sie "IHN“ Verstehen konnte sie nicht, wie er dies tun konnte. Er hatte sich vermehrt, wie ein Parasit. In den Köpfen der hier Anwesenden hatte er sich eingenistet und dort benötigte er Platz. Zellen lies er absterben, um sich einzurichten.

Es waren viele Menschen hier, Politiker nannten sie sich. Sie diskutierten und redeten. Juli setzte sich auf den letzen Stuhl, ganz hinten und beobachtete und hörte zu. Was sie hörte war gut.

Was hier beschlossen wurde, das waren Gesetze.

Gesetze gemacht von erkrankten Politiker für kranke Menschen.

Und die Gesetze waren gut.

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