Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

Bequem mit Facebook einloggen:

facebook login

Politiker an die Macht 2

Juli saß in ihrem Sessel und wartete wieder einmal. Auf was das wusste sie nicht. Sie wartete nur so, vielleicht ergab sich ja wieder einmal etwas. Schon lange war sie nicht auf Reisen gewesen. Sie wartete auf „IHN“, der sie mitnahm. Sie schaute auf die Uhr, deren Zeiger lustig im gleichmäßigem Schritt immer einen Schritt vorwärts bewegt. Solange sie dies taten kam „ER" nicht. Das wusste Juli. Sie schloss die Augen. Juli hatte Zeit, sehr viel Zeit.

Sie dachte an „IHN", weil sie „IHN“ spürte und hasste und liebte. Eingeladen hatte sie „IHN“ nie. Er war gekommen, war da, Tag und Nacht. Juli hatte sich wegen „IHM“ zurückgezogen. Sie hatte Angst, dass Menschen „IHN“ nicht verstehen und damit hatte sie wohl auch Recht.

Juli öffnete die Augen, die Uhr an der Wand tickte nicht mehr und der Kleine Zeiger rückte nicht mehr vorwärts. Die Zeit blieb stehen und sie ging mit „IHM“ auf Reise in ihre Vergangenheit. Die Tür öffnete sich. Juli sah in den langen Gang. Sie wusste es würde auch diesmal eine beschwerliche Reise werden und sie spürte die Schwere in den Beinen. Mit kleinen Trippelschritten ging sie, den Rücken gebeugt. Viele Türen befanden sich rechts und links des langen Ganges. Pfeile wiesen auf die Türen und Juli wusste ganz genau, was sich hinter jeder einzelnen Türe verbarg.

Es war ihr Leben. Es waren Menschen, die ihr begegneten oder an ihr vorbeigingen. Es waren Entscheidungen, die Menschen über sie trafen und es waren Erlebnisse. Wertigkeiten und Urteile formten und gestalteten die Zimmer. Manche der Zimmer waren hell und freundlich. Hier ging sie gerne hinein und verweilte oft Stunden in Gedanken. Man hätte es Juli ansehen können, wie glücklich sie dabei war. Andere Zimmer waren verschlossen, Juli hatte sie verschlossen. Es war das frühere Leben, an welches Juli nicht erinnert werden wollte und welches sie vor sich selbst verschlossen hielt.

Doch manchmal öffnete Juli mit zittrigen Händen eine dieser Türen. So auch Jetzt.

Sie suchte nach Antworten. Warum gerade ich! Weshalb muss ich so leben ? Und sie sucht im Zimmer, als sich so vieles in ihrem Leben veränderte. Das Zimmer ist in einem unaufgeräumten Zustand. Alles liegt durcheinander. Juli versteht nicht weshalb es hier so aussieht. Dort wo sie lebte, war alles sehr ordentlich und alles hatte seinen festen Platz. Freunde sagten ihr sogar einen Putzfimmel nach.

Artikel Teilen



0 0 Kommentieren
Mitglieder > Mitgliedergruppen > Deine Kurzgeschichte