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Ein Himmel auf Erden

Heute habe ich einen Text zur Entspannung verfasst. Einen Text, den ihr in Ruhe, Gelassenheit und mit viel Fantasie lesen mögt. Nicht hastig, um ihn schnell hinter euch zu bringen, sondern mit einer gewissen Andacht, fast wie ein Gebet, wie die Lektüre von Bibeltexten. Es soll für uns alle eine Gedankenreise werden, an die wir uns gerne erinnern, die wir gerne in uns aufnehmen, um zum heutigen Tage, der vielleicht durch Hektik und Zweifel geprägt war, eine gesunde Distanz zu gewinnen.


Wir alle werden das Gefühl haben, inmitten einer Gebirgswelt zu stehen, sie zu betrachten, zu bestaunen, sie zu erleben und sich an diesem wunderschönen Ort zu erfreuen. Schließt nach einigen Sätzen immer wieder eure Augen und stellt euch einen großen, kristallklaren und smaragdgrün bis lapislazuliblauen schimmernden See, Wiesen, Wälder, ein weites Tal, hohe, teils schneebedeckte Berge und Tiere vor. Der See liegt wie ein kostbares Juwel mitten in einem Hochtal der Rocky Mountains. Er ist sanft umrandet von saftig grünen Gebirgswiesen, die bis ans Ufer reichen. Die kleinen Wellen des ruhigen Sees spielen ganz sanft mit den Grashalmen, die teilweise bis ins Wasser hängen. Jetzt, im späten Frühling sind diese Wiesen ein bunter Teppich. Blumen, vielfältig in ihrer Art, blühen in herrlichen Farben; gelb, blau, hell- bis tiefrot. Fleißige Insekten bestäuben sie leise summend. Schmetterlinge tanzen durch die Luft, frei beschwingt, schön in ihrer Farbenpracht anzusehen.


Diese Wiese ist auch ein Labsal für die Bewohner des Hochgebirgstales. Rehe, Hirsche und Elche, aber auch Hasen haben nun nach dem langen harten Winter genügend Futter, um sich zu stärken und neue Kräfte aufzubauen. Ab und zu, aber eher selten, trottet ein Braunbär durch das Grün und schreckt die friedlich äsenden Tiere. Aber, es geht von diesem Riesen keine Gefahr aus. Er ist nach der Winterruhe noch etwas schläfrig, eher träge und muss erst noch richtig in Fahrt kommen.


Die schönen bunten Wiesen bedecken das ganze weite Tal. Eine Idylle, ein Hochgebirgsmärchen. Friedlich und in höchster Ruhe können wir der Natur lauschen. Wir legen uns ins satte Grün und vernehmen einen wahren Frühlingsduft von frischem Gras, wohlriechenden Kräutern und Blumen. Unsere Sinne sind ob dieser Wohlgerüche sehr beflügelt und beschwingen Geist und Seele. Ewig in dieser Wiese zu liegen, den stahlblauen Himmel an diesem wunderschönen Frühlingstag zu betrachten, die Greifvögel kreisen zu sehen, das Leben auf ihr zu bestaunen, das ist ein Geschenk Gottes. Ein lustiges Plätschern und ein leichtes Rauschen hören wir vom Fluss, der das weite Tal durchfließt, in den See mündet und am anderen Ende wieder verlässt und seine lange Reise in die weite Ferne fortsetzt.


Ergibt alles zusammen nicht einen Wohlklang von bezaubernder Schönheit, friedlicher Ruhe und Lebensfreude in diesem Hochgebirgstal? Lässt uns das ganze Landschaftsbild nicht einen wohltuenden Abstand zu unserer teils hektischen Zivilisation gewinnen?


Hier hat der liebe Gott ein Plätzchen Erde ganz alleine für die Tiere geschaffen. Kein Mensch kommt in dieses entlegene Tal – es ist ein Paradies, ein Garten Eden für Tiere. Weil wir uns in Nordamerika befinden, geben wir diesem Tal einen englischen Namen. Nennen wir es Silence Valley, Tal der Ruhe.


Hoch in den Lüften schweben Greifvögel; Steinadler, Weißkopfadler, Habichte, Bussarde, der rote Milan und Falken. Bei Nacht entdecken wir dann die Eulen, Uhus und das Käuzchen. Eine wahre Vielfalt an Fauna und Flora ist hier zu entdecken. Das habe ich ja ganz vergessen: auch weniger freundliche Zeitgenossen leben hier. Das sind der Puma, der Wolf, der Fuchs und der Luchs. Auch der Skunk und der Dachs sind hier Bewohner. Jeder auf seine Art, im Einklang mit der Natur und nach den Gesetzen der Natur.


Am Rande unserer wunderschönen Hochgebirgswiese beginnt der bewaldete Aufstieg in die Berge. Lasst uns nun in diesen nordamerikanischen Urwald eintauchen. Vom Boden her riecht es etwas modrig, aber dennoch nicht unangenehm, auf eine besondere Art würzig. Wir erkennen, hier vergeht Natur auf natürliche Weise. Sehen wir nach oben, vernehmen wir herzhaften Nadelduft, den Geruch von Holz, Harz und das weiche Aroma des Blattwerkes, von frischen Trieben der Laubbäume. Ab und an sehen wir buschige Schwänzchen von Baum zu Baum durch die Luft fliegen, über die Äste huschen oder über den Waldboden flitzen. Das sind die uns vertrauten Eichhörnchen. Die Welt kann einzigartig schön sein. Nicht nur für die Augen, auch für alle unsere anderen Sinne.


Die Stille des Waldes nimmt uns ein. Wir horchen der Stimme der Natur. Trotz der äußersten Ruhe sind Wälder nie ganz still. In ihnen verbirgt sich eine unglaubliche Lebensvielfalt und -aktivität von Tieren und Pflanzen. Doch die Natur gibt sich ruhig. Ihr Lauf ist reich an Energie und dennoch von Harmonie geprägt. Wir spüren, wie die Natur uns wohltätig aufnimmt. Jegliche Spannung weicht. Fühlen wir uns nicht alle befreit und glücklich? Wir hören den Gesang des Waldes in den Baumkronen, die süßen Melodien der Vögel in einer Harmonie und Schönheit, wie sie nie ein Komponist je ersinnen könnte. Welch‘ vollkommene Natur hat die Schöpfung hier erschaffen.


Nehmen wir teil an diesem Leben der Natur. Wir schließen die Augen, setzen uns in Gedanken auf einen Baumstamm, strecken die Beine aus und legen unsere Hände entspannt auf unsere Oberschenkel, atmen tief durch und riechen. Wir sind ganz ruhig. Eine leichte Brise streichelt unser Gesicht und spielt mit unserem Haar. Wir spüren Glück, Zufriedenheit und tiefe Ruhe in höchster Vollendung. Uns ist nach einem Gebet zumute. Wir wollen Gott für diese Gedankenreise danken. Wir beten: „Herr, du lässt mich in deiner Güte teilhaben an einer Reise, wie ich sie schon lange nicht mehr erleben durfte. Die Stille, die mich jetzt umgibt, lässt mich innige Ruhe und deine Allmacht spüren. Ich fühle mich geborgen, fühle mich ganz in deiner Nähe. Ich spüre durch den Wind deinen Odem, ein sanftes Streicheln auf meiner Wange. Herr, ich werde jeden Tag in dieses Paradies reisen, in diesen Himmel auf Erden, mit dir an meiner Seite. Ich danke dir für dieses schöne Erlebnis. Amen.“


Wir kehren zurück in unsere Welt, öffnen die Augen, gehen zum Spiegel. Sehen uns an und blicken in ein entspanntes, strahlendes Gesicht, sehen leuchtende Augen und ein zufriedenes Lächeln. Wir senken den Kopf, drehen uns ab und denken „das Leben ist immer lebenswert“ und widmen uns innerlich gestärkt unserer Arbeit. Sie wird uns erfolgreich gelingen.



Im Jahr 2015 Alle Rechte bei Peter Paul Filippi, 2015

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