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Das Konzert

Die Sonne war gerade aufgegangen. Erste Strahlen zeichneten sich auf dem See. Leise öffnete ich die Tür und trat behutsam in diesen Garten. Er zeigte sich im Beginnen und Werden. Wie ein Geheimnis des Kommenden offenbarte er sich mir. Der Garten lag im Sonnenlicht, ein geschwungener Weg teilte ihn in zwei Seiten.

Schon hörte man leise die Stimmen der Vögel. Zurückhaltend, aber sie waren da und eröffneten das Konzert. Die Farben waren noch flau, doch wenn man genau hinsah überraschte ihr Leuchten.

Da kamen die Strahlen der Sonne in den Garten, nach rechts und links und küsste die Blumen wach. Das Schneeglöckchen begann mit seinem hellen Sopran an zu singen: "Der Frühling hat sich eingestellt, habt ihr es vernommen?" Kleine Blümchen in der Ecke am Zaun wisperten, blaue und gelbe Krokusse. Sie stimmten mit ein in den Gesang am Morgen. Die Narzissen und Tulpen reckten ihre Hälse in die Höhe, noch fehlte der Schwung, doch für eine Altstimme reichte es schon. Die Knospen an den Rosen stimmten mit ein.

Gleich kamen mehrere Vögel und setzten sich ins Gras. Eigentlich wollten sie ja einen Regenwurm fangen, doch stimmten sie mit ein in den Gesang. Die verdorrten langen Halme der Stauden, die im Winter die Blumen geschützt hatten, fielen erschöpft zur Seite und hervor schaute das neue Grün und gleich begann es zaghaft zu singen: "Hört uns, wir sind auch da."

Es ist Frühling geworden. Die Wellen des Sees stimmten in ihrem Auf und Ab mit ein in die Melodie des Tages. Der Buchsbaum, der die Rosen im Rondell schützte reckte sich in die Höhe, hatte er doch sein Grün behalten und sang den Tenor. Irgendwoher kam eine Bass-Stimme. Alle schauten empor. Da zog der Milan seine Kreise. Es jauchzte und schallte und wurde immer lauter und fröhlicher. Schon begannen die Blumen sich zu necken und wärmten sich an den Sonnenstrahlen. Brummend hob da jemand kurz den Kopf und beschwerte sich, wer hier wohl am helllichten Tag störe. Es war der Maulwurf, der natürlich keinen sah und wieder im Erdreich verschwand. Kleine Käfer krabbelten unter den Blättern hervor.Sie hatten kaum eine Stimme und darum hörte ihr leises Brummen kaum jemand. Ja, es versprach ein schöner Tag zu werden im beginnenden Frühling. Ich stand still, ergriffen das die Welt neu wurde. Ich begrüßte sie alle, verneigte mich und war bereit Neues zu empfangen. So trug ich diese Musik in die Welt, denn ein neuer Tag war geboren.

Autorin: Sonneck

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