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Da stehen wir nun nach einem Spaziergang durch das Städtchen Altenstadt und der traumhaften Landschaft der Wetterau vor einem herrlichen Schlösschen. Eine Dame steht in der Türe und ich erkundige mich natürlich, wem das Anwesen gehört bzw. gehört hat. Den Günderrodes…; den Günderrodes? Klick macht es: Karoline von Günderrode… Ihr erinnert Euch? Östrich-Winkel? Dort wählte Karoline von Günderrode (11.2.1780 – 26.7.1806) den Freitod nahe dem Brentano Haus. Ihre Lyrik gehört in die deutsche Romantik, ihr Freitod mystifiziert sie.

Nun, und so habe ich ein wenig recherchiert. 1718 wurde das Schloss von den Herren von Carben im Stile des ländlichen Barock erbaut. Schon 38 Jahre später verkauften sie das Anwesen an Maximilian Freiherr von Günderrode, der Großvater von Karoline von Günderrode. Mit dem Kauf dieses Schlosses streifte ein Hauch der großen Welt das kleine Höchst an der Nidder.

Die Günderrodes waren keine sonderlich begüterte, aber eine kinderreiche Familie und auf diese Weise mit den besten Kreisen verwandt und bekannt. Glänzende Feste fanden dort statt und Namen wie von Arnim, von Brentano, von Stein und von Savigny verbinden sich mit diesem Ort.

Karolines Großvater galt als aufgeklärter Philanthrop, der sich viele soziale Verdienste erwarb. So baute er zwecks Arbeitsbeschaffung eine Hanffabrik und gründete eine Stiftung zur Unterstützung der "Hiegster Laabsäck", wie man die armen Leute nannte, die im Wald säckeweise Laub sammeln mussten als Streu für ihr Vieh.
Karolines Schwägerin Wilhelmine v. Günderrode korrespondierte von Höchst aus 20 Jahre lang mit dem Dichterfürsten und besuchte ihn auch - von einem Gegenbesuch ist leider nichts bekannt.

Das Schloss gehörte bis in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts den Günderrodes, obwohl sie seit 1900 nicht mehr hier wohnten und das Anwesen infolge Erbstreitigkeiten mehr und mehr verfiel. Die wertvollen Bücherbestände des Schlosses, vor allem Schriften des 16./17. Jahrhunderts, kamen 1922 in die Hessische Landesbibliothek, doch das Günderrod´sche Wappen ist in den schönen Fenstern der Höchster Kirche für immer verewigt.
Der Name Günderrode hat ebenfalls beachtliche Bedeutung in Frankfurt und Hanau.

Wie wir erfuhren, steht das Schlosshotel zum Verkauf. Drücken wir die Daumen, das es in gute Hände kommt.
Rotkehlchen (Karin)

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