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Er schwebt in einem Seitenschiff der
Von ehemaliges Mitglied
Samstag 02.04.2016, 12:31
Er schwebt in einem Seitenschiff der Antoniterkirche in Köln: Ernst Barlachs berühmter Bronze-Engel. Der Überlebensgroße hängt an Ketten – die gestraffte Form eines Körpers im Flug. Die Arme vor der Brust gekreuzt, das Kinn energisch nach vorn gestreckt, als sei Schweben nur eine Frage der Haltung. Augen und Mund so fest geschlossen, als wollten sie sich nie mehr öffnen. Als Ernst Barlach die Figur modellierte, muss er an seine Künstlerfreundin Käthe Kollwitz gedacht haben: Der Schwebende trägt ihre Gesichtszüge.250 Kilo schwer und doch leicht wie ein Engel: Der SchwebendeDer Bildhauer, Schriftsteller und Zeichner Ernst Barlach (1870-193 schuf die Skulptur 1927 als Mahnmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges zur 700-Jahr-Feier des Güstrower Doms, ein Gegenentwurf zu den damals üblichen Heldendenkmälern. "Mein Bronzeengel hängt unter dem Domgewölbe und tut es so bewegungslos, als täte er's schon hundert Jahre", schrieb der Künstler über sein Werk. Zehn Jahre später wurde die Skulptur als "entartete Kunst" aus dem Gotteshaus verbannt und für Kriegszwecke eingeschmolzen. Der Güstrower Kirchenrat sah in dem trauernden Wesen eine "Beleidigung für jeden Soldaten"."In den Engel ist mir das Gesicht von Käthe Kollwitz hineingekommen, ohne dass ich es mir vorgenommen hatte."Doch das Gipsmodell blieb erhalten. Barlachs Freunde ließen einen Nachguss machen und versteckten ihn während des Krieges in der Lüneburger Heide. Seit 1952 gehört er zur Kölner Antoniterkirche. Ein weiterer Abguss hat den Weg zurück in den Güstrower Dom gefunden.Heute erinnert der Schwebende an die Toten der beiden Weltkriege, an Verfolgung und Massenmord in der Nazizeit – ein monumentales Friedensmal in der Antoniterkirche.
Er schwebt in einem Seitenschiff der Antoniterkirche in Köln: Ernst Barlachs berühmter Bronze-Engel. Der Überlebensgroße hängt an Ketten – die gestraffte Form eines Körpers im Flug. Die Arme vor der Brust gekreuzt, das Kinn energisch nach vorn gestreckt, als sei Schweben nur eine Frage der Haltung. Augen und Mund so fest geschlossen, als wollten sie sich nie mehr öffnen. Als Ernst Barlach die Figur modellierte, muss er an seine Künstlerfreundin Käthe Kollwitz gedacht haben: Der Schwebende trägt ihre Gesichtszüge.250 Kilo schwer und doch leicht wie ein Engel: Der SchwebendeDer Bildhauer, Schriftsteller und Zeichner Ernst Barlach (1870-193
schuf die Skulptur 1927 als Mahnmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges zur 700-Jahr-Feier des Güstrower Doms, ein Gegenentwurf zu den damals üblichen Heldendenkmälern. "Mein Bronzeengel hängt unter dem Domgewölbe und tut es so bewegungslos, als täte er's schon hundert Jahre", schrieb der Künstler über sein Werk. Zehn Jahre später wurde die Skulptur als "entartete Kunst" aus dem Gotteshaus verbannt und für Kriegszwecke eingeschmolzen. Der Güstrower Kirchenrat sah in dem trauernden Wesen eine "Beleidigung für jeden Soldaten"."In den Engel ist mir das Gesicht von Käthe Kollwitz hineingekommen, ohne dass ich es mir vorgenommen hatte."Doch das Gipsmodell blieb erhalten. Barlachs Freunde ließen einen Nachguss machen und versteckten ihn während des Krieges in der Lüneburger Heide. Seit 1952 gehört er zur Kölner Antoniterkirche. Ein weiterer Abguss hat den Weg zurück in den Güstrower Dom gefunden.Heute erinnert der Schwebende an die Toten der beiden Weltkriege, an Verfolgung und Massenmord in der Nazizeit – ein monumentales Friedensmal in der Antoniterkirche.