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Wohnungssuche im Alter - ein unmögliches Unterfangen?

Täglich nach dem Einkaufen steigt die ältere Dame mühselig die Treppen zum vierten Stock hinauf. Oben angekommen schmerzt der Rücken und das Herz macht ebenfalls deutlich: eigentlich wäre ein Umzug in eine barrierefreie Wohnung sinnvoller. Doch der Wohnungsmarkt ist derzeit Rentner-unfreundlicher denn je.

Wohnungsmarkt für Rentner

Die Mieten steigen, gerade in den Großstädten. Auch das Einkommen der Bevölkerung wächst im Schnitt. Nur das Rentenniveau ist seit Jahren rückläufig und das führt dazu, dass ältere Menschen immer mehr Geld für Wohnraum ausgeben müssen. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung belegt dies mit Zahlen.

Modernes Mehrfamilienhaus in der stadt

Die alte Dame wohnt schon seit Jahren in ihrer gemütlichen Wohnung im vierten Stock. Doch Rückenschmerzen und schmerzende Füße bereiten ihr Probleme beim Treppensteigen. Ausziehen kann sie aufgrund der steigenden Mieten und der Knappheit auf dem Wohnungsmarkt nicht. Die Suche nach einer Wohnung gestaltet sich für Rentner generell als schwierig. Die Frage, an wen eine Wohnung vermietet wird, richtet sich in erster Linie nach dem Einkommen. Eine schmale Rente genügt oft nicht, um ein modernes Zuhause zu finanzieren, das gleichzeitig barrierefrei ist. Viele Rentner haben keine Wahl, als in ihrer alten, ungeeigneten Wohnung zu verbleiben oder in ein Altenheim zu ziehen.

Die Zahl der Rentner steigt, doch der Wohnraum sinkt

Das Statistische Bundesamt hat ausgerechnet, dass im Jahr 2035 knapp jeder dritte Deutsche über 65 Jahre alt sein. Das sind sechs Millionen Rentner mehr als momentan, wobei aufgrund von Kurzarbeit und Co. auch die insgesamte Arbeitszeit zurückgehen wird. Aufgrund der genannten Umständen bekommen inzwischen bereits drei Prozent der Rentner Grundsicherung vom Staat. Weil viele Rentner ihre Wohnungen trotz allem nicht aufgeben können oder möchten, da neue Wohnungen deutlich teurer sind, tritt eine zusätzliche Wohnungsknappheit auf. Das könnte langfristig nicht nur zu einer steigenden Altersarmut, sondern auch zu einem Crash auf dem Wohnungsmarkt führen.

Mann schaut nachdenklich aus dem Fenster

Mieterhöhungen sind nicht erschwinglich

Neben möglichen Barrieren werden ältere Wohnungseigentümer auch durch Modernisierungsmaßnahmen in Bedrängnis gebracht. Eigentlich positiv, weil Aufzüge und Treppenraupen installiert werden, zwingt die mit der Modernisierung verbundene Mieterhöhung viele Rentner zum Ausziehen.

Bei knappen Renten übersteigen schon Mieterhöhungen von 20 Prozent die Haushaltskasse. Früher oder später sind die steigenden Mieten nicht mehr zu stemmen. Doch was dann? Ausziehen ist für ältere Menschen oft keine Option, denn die sozialen Kontakte und damit ein wichtiger Halt im Alter, befinden sich am alten Wohnort. Kurzum: es fehlt an preiswerten, barrierefreien Wohnungen für ältere Menschen – und eine Lösung ist bislang nicht in Sicht.

Höchstalter für die Wohnungsvermietung

Der Wohnungsmarkt hat kaum einen Platz für Senioren. Trotz der schwierigen Lage für ältere Menschen gibt es bislang keine zufriedenstellende Lösung. Ältere Menschen sind auf den guten Willen ihrer Vermieter angewiesen, denn eine Mieterhöhung macht die Wohnung oft unerschwinglich. Problematisch ist auch, dass Mieter jenseits der 70 nur schwerlich ein neues Zuhauses finden. Zu groß die Angst der Vermieter, dass die Wohnung aufgrund von Krankheit oder Tod des Mieters bald wieder leersteht. Um den Stress einer Neuvermietung oder Räumung zu vermeiden, wird inzwischen oft ein Höchstalter festgelegt – zum Leidwesen der armen Rentner, die im Zweifelsfall in ein Altenheim ziehen müssen, obwohl sie körperlich durchaus noch fit und selbstständig sind.

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