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Bietet mir Tamoxifen einen effektiven Schutz?

Nach der Diagnose Brustkrebs wird getestet, ob der Tumor hormonsensitiv ist, das heißt ob er das Hormon Östrogen braucht, um zu wachsen und sich zu vermehren. Deshalb ist eine anschließende antihormonelle Therapie für die Langzeitgesundung so wichtig.

Frau nach Brustop

Die Entfernung eines Tumors durch eine Operation ist meistens ein erster und sehr wichtiger Schritt zur Bekämpfung des Brustkrebses. Um den Krebs dauerhaft besiegen zu können, muss sichergestellt werden, dass sich keine neuen Tumore bilden. Brustkrebs kann sich sehr schnell im Körper ausbreiten. Bei einem hormonsensitiven Tumor wird nach der operativen Entfernung in der Regel ein antihormonelles Medikament gegeben. Dieses Medikament hält das Östrogen von einer vielleicht noch verbliebenen Tumorzelle fern (Tamoxifen) oder verhindert die Östrogenproduktion (Aromatasehemmer). Eine antihormonelle Therapie kann bis zu zehn Jahre dauern.

Krebszellen

Risiko: Verbleibende Krebszellen
Man muss davon ausgehen, dass trotz der Entfernung des sichtbaren Tumors, der Chemotherapie und der Bestrahlung vielleicht noch Krebszellen im Organismus verblieben sind. Sie können neue Tumore in der Brust (Rezidive) oder Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden.

Die vorbeugende Therapie verfolgt das Ziel, die verbliebenen oder bereits neu entstandenen Tumorzellen am Wachstum zu hindern. Bei 70 bis 80% der Brustkrebspatientinnen ist das Wachstum der Krebszellen abhängig vom körpereigenen Hormon Östrogen (Schlüssel), welches sich nach dem Schlüssel und Schloss Prinzip an Rezeptoren (Schloss) binden kann und die Krebszellen zur Teilung aktiviert. Wird das verhindert, weil entweder die Östrogenproduktion über Arzneistoffe, die das Enzym Aromatase hemmen (Aromatasehemmer), ausgeschaltet wird oder die Rezeptoren durch Arzneistoffe blockiert werden (Tamoxifen), kann die Zelle nicht mehr weiterwachsen.

Tamoxifen blockiert die Östrogenrezeptoren der Krebszellen
Ohne das Signal des Hormons können die Zellen nicht wachsen und sich nicht vermehren. Das führt schließlich zu einem Absterben des Tumors. Deshalb ist eine antihormonelle Therapie so wichtig. Neben der Rezeptoren-Blockade über Tamoxifen, um das Östrogen vom Rezeptor wegzuhalten, ist die Hemmung der körpereigenen Östrogen-Produktion über Aromatasehemmer, also Arzneistoffe, die das Enzym der körpereigenen Östrogenproduktion bremsen, ein Therapieprinzip.

Brustkrebs

Da Tamoxifen nicht immer optimal wirkt, wird in der Praxis heute standardmäßig meist eine Kombinationstherapie durchgeführt, bei der Tamoxifen zunächst über zwei Jahre gegeben und dann durch Aromatasehemmer ersetzt wird. Eine umgekehrte Kombinationstherapie ist ebenfalls möglich.

Was kann bei der Einnahme des Wirkstoffes Tamoxifen passieren bzw. nicht passieren?
Nicht alle Frauen können von der Behandlung mit Tamoxifen gleichermaßen profitieren. Tamoxifen ist ein Prodrug, das heißt, das eingenommene Medikament ist an sich wenig wirksam und muss erst in der Leber in den eigentlichen und 100-fach stärkeren Wirkstoff Endoxifen umgebaut werden. Das für den Umbau wichtige Enzym CYP2D6 unterliegt genetischen Variationen, die sich auf dessen Aktivität auswirken. Bei stark verringerter Enzymaktivität findet der Umbau von Tamoxifen in Endoxifen kaum statt, so dass ein konkretes Risiko auf eine schlechtere Wirksamkeit der Therapie bestehen kann.

Davon betroffene Frauen sollten von Beginn an statt mit Tamoxifen nur mit Aromatasehemmern behandelt werden.

Wenn jedoch eine Frau das Tamoxifen ausreichend in den aktiven Wirkstoff umwandeln kann, so kann auf eine Umstellung auf Aromatasehemmer verzichtet werden. Die Patientinnen müssen sich somit nicht unnötigerweise den möglichen Nebenwirkungen der Aromatasehemmer aussetzen.

Das Schaubild zeigt, was bei der Einnahme des Wirkstoffes Tamoxifen passieren kann beziehungsweise welches Risiko besteht. Klicke auf die Grafik, damit sie größer wird.

Mit dem STADA Diagnostik Tamoxifen DNA-Test lässt sich der Funktionstyp des Enzyms überprüfen, der das Risiko einer schlechteren Wirksamkeit von Tamoxifen verursachen kann. In der Folge kann die Stoffwechselsituation besser für eine angepasste Therapie berücksichtigt werden.

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