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Wie funktionieren Suchmaschinen?

Was Suchmaschinen wie Google tun und wozu sie gut sind, ist im Wesentlichen jedem bekannt: Das World Wide Web nach Informationen durchsuchen und sie schnell und möglichst personalisiert aufzuarbeiten. Ziel von Google ist es, auf jede Frage die passende Antwort zu liefern – und das in unter einer halben Sekunde.

Grafik Computer und Lupe

Der Nutzen ist jedem sofort klar und besonders den Deutschen gefällt der Dienst hervorragend: In Deutschland hat Google unter den Suchmaschinen eine Marktmacht von über 90%.

Das macht manchem aber auch Angst. Warum genau, fällt vielen schwer in Worte zu fassen. Begriffe wie Datenschutz, gläserner Bürger und Urheberrecht kursieren ohne Zusammenhang und die Sorgen bleiben diffus.

In unserem Überblick möchten wir auf einfache Art erklären, wie Suchmaschinen arbeiten und welche Vorbehalte wirklich angebracht sind.

Webcrawler

Eine Suchmaschine hat zwei wesentliche Kernfunktionen: Daten müssen effizient beschafft und clever wiedergegeben werden. Die meisten haben mehr Bedenken bei der Art, wie Daten beschafft werden – daher auch der negativ besetzte Begriff Datenkrake.

Das Datensammeln erledigen sogenannte „Webcrawler“ (engl. „Netzkriecher“), in Anlehnung einer bildhaften Vorstellung von spinnenartigen Insekten, die fleißig arbeitend durch ein Netz krabbeln. Webcrawler sind Programme, die das WWW kartographieren.

Dabei gehen sie genauso vor, wie ein Mensch an seinem PC: Systematisch rufen sie alle Webseiten des Internets nacheinander auf, „klicken“ alle vorhandenen Links durch und dokumentieren die Zielseiten: Seitenname, Seiteninhalt, Namen der Links und vieles mehr. Auf den so gefunden Seiten folgen sie wiederum jedem Link und so weiter. Das passiert pausenlos, milliardenfach und in atemberaubender Geschwindigkeit. Man weiß, dass ca. 40% des gesamten weltweiten Verkehrs im Netz alleine von Webcrawlern stammt.

Daraus folgt, dass Google alles finden und wiedergeben kann, worauf ein normaler Nutzer auch Zugriff hätte. Ein Webcrawler hat die gleichen Grenzen wie ein Nutzer: Bereiche, die nur durch ein Passwort zugänglich sind, wie zum Beispiel Seiten bei Feierabend.de, die man nur durch Einloggen erreicht, kann auch Google nicht erreichen.

Neue Öffentlichkeit

Popart-Grafik flüstern

Diese „Datensammelwut“ erzeugt Unbehagen. Gleichwohl macht dieses Kartographieren das Internet überhaupt erst so wertvoll – und es unterstreicht, dass das Netz niemandem gehört:

Informationen, die im Internet veröffentlicht werden, werden zum Allgemeingut.

Urheberrecht und Datenschutz verlieren in diesem System naturgemäß stark an Gewicht.

Letztendlich ist diese Tatsache aber nichts weiter als eine Art Globalisierung eines Informationsflusses, den es schon in alter Zeit gab. In einer Dorfgemeinschaft hat auch jeder alles von jedem gewusst. Hat man ein Gerücht beim Metzgerbesuch weitergetratscht (also eine Information veröffentlicht), verbreitete es sich in Windeseile über ein Netzwerk. Man musste aufpassen, was man sagt. Heute ist lediglich das Dorf größer geworden, das Netzwerk automatisiert und weniger vergesslich. Das Problem ist also in erster Linie nicht die Technik oder die Konzerne oder das Rechtssystem – sondern die fehlende Aufklärung der Nutzer. Mindestens zwei ganze Generationen hatten nie die Möglichkeit, dieses Verständnis von klein auf zu verinnerlichen.

Wie Google Geld verdient

Die Art, wie all die gesammelten Daten heute präsentiert werden, ist das eigentliche Thema, das kritischer gesehen werden muss. Google ist ein Konzern und die Daten, die es sammelt, sind sein Kapital. Mit jeder Einblendung eines Suchergebnisses sehen wir auch irgendwo auf der Seite zusätzlich eine kleine Werbeanzeige, für die irgendjemand Geld bezahlt hat. An besagtem Allgemeingut verdient Google also sehr gut.

Ein bekanntes Beispiel dafür ist das Dilemma von Verlagen und Zeitungen: Sie haben einerseits das Interesse an möglichst vielen Lesern und einer weiten Verteilung ihrer Inhalte – eine Aufgabe, die Suchmaschinen perfekt im Internet erledigen, kostenlos und unverbindlich. Andererseits fürchten Autoren, dass Google viel mehr durch die Kopie (eines kleinen Teiles) ihrer Schöpfung verdient, als sie selbst. Das mag sein und selbst wenn: Niemand würde etwas gewinnen, wenn Suchmaschinen das nicht täten. Hierüber streiten Politik, Datenschützer und Konzerne schon lange – und werden es noch eine Weile tun. Wer zahlt wieviel dafür, dass seine Information weit oben in der Suchliste erscheinen und wer nicht? Derweil geht das Sterben all jener Verlage weiter, die sich nicht an die neue Situation anpassen können.

Das Google-Puzzle

Kreis aus Puzzleteilen

Auch wie Google seine Suchmaschine vermarktet, beleuchtet nur einen kleinen Teil seiner Macht: Googles Internetlandkarte ist lediglich eine Tochtergesellschaft eines Superkonzerns, der hunderte global vernetzter Dienste anbietet: E-Mail, Soziale-Netzwerke, Smartphones und Apps, Cloud-Speicher, Rechenzentren, Bildbearbeitung, Künstliche Intelligenz, Virtuelle-Realität, Sprachassistenten, selbstfahrende Fahrzeuge…

Nur ein Beispiel: Android Smartphones können vollumfänglich nur mit einem Google-Konto genutzt werden und praktisch jede App – egal von welchem Hersteller – ist damit verbunden.

Dass Google ein so detailliertes Wissen über seine Nutzer hat ist also nicht allein der Suchmaschine geschuldet und was diese möglicherweise an Texten und Bildern aus dem Netz gefischt hat. Sondern die Tatsache, dass es ein riesiges Netzwerk von Diensten gibt, die alle einem Konzern gehören, der diese Informationen geschickt für sich zusammenfügt.

Wohin geht diese Reise? Konzerne wie Google versprechen nicht mehr und nicht weniger als eine Welt, in der Software und Maschinen die Menschen besser kennen und verstehen und daher noch besser bedienen können. Wer nicht mit will, muss PC und Smartphone ausschalten.

Macht Dir diese neue vernetzte Welt Angst? Wenn ja, was genau daran ängstigt Dich? Schreib uns! Die besten Leserbriefe und Kommentare veröffentlichen wir in unserer Digitalen Welt.

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